Mönchengladbach. Ein neuer Ort zum Spielen, Bauen, Entdecken und Zusammensein nimmt Gestalt an: Mit dem Richtfest für das neue Spielhaus erreicht die Verlagerung des Abenteuerspielplatzes Bonnenbroich einen wichtigen Meilenstein. In unmittelbarer Nähe des bisherigen Standorts entsteht ein nachhaltiger, barrierefreier Holzneubau mit Aufenthaltsbereich, Küche, Büro und Nebenräumen. Gemeinsam mit den neu gestalteten Außenflächen bildet er künftig das Herzstück des betreuten Abenteuerspielplatzes.
Der Neubau ist zugleich ein wichtiger Baustein für die Entwicklung des Areals zwischen Frankenstraße, Bonnenbroicher Straße und Ritterstraße. Auf der Fläche des heutigen Abenteuerspielplatzes soll in den kommenden Jahren ein neues Wohnquartier entstehen. Der Spielplatz bleibt dem Stadtteil erhalten und erhält in unmittelbarer Nachbarschaft einen neuen Standort. So werden die Voraussetzungen für neuen Wohnraum geschaffen und zugleich die bestehenden Freiraum- und Freizeitqualitäten weiterentwickelt.
„Mit der Entwicklung des Areals verfolgen wir einen ganzheitlichen Ansatz: Wohnen, Freiräume und Angebote für Kinder und Familien werden von Anfang an zusammengedacht. Der neue Standort des Abenteuerspielplatzes zeigt beispielhaft, wie sich neue Wohnangebote schaffen und zugleich wichtige Qualitäten für den Stadtteil erhalten und weiterentwickeln lassen. So entsteht Schritt für Schritt ein Quartier, das unterschiedliche Bedürfnisse zusammenbringt und dabei auch Raum für Begegnung, Natur und gemeinschaftliches Leben bietet“, erklärt Stefan Anspach, Vorsitzender der Geschäftsführung der EWMG, die die Neubaumaßnahme für die Stadt umsetzt und auch den alten Abenteuerspielplatz zurückbaut.
Nachhaltiger Holzbau für Kinder und Betreuungsteam
Das neue Spielhaus wird als eingeschossiger, freistehender Bau in modularer Holzbauweise errichtet und erfüllt die energetischen Anforderungen an ein KfW-40-Nichtwohngebäude. Die Bauelemente werden weitgehend vorgefertigt und auf der Baustelle montiert. Das Gebäude steht auf 25 Schraubfundamenten. Ein begrüntes Dach und die Versickerung des Regenwassers vor Ort tragen zusätzlich zu einer ressourcenschonenden Bauweise bei.
Im Inneren des Spielhauses entstehen ein wettergeschützter Gruppen- und Aufenthaltsraum mit Sitzmöglichkeiten für bis zu 24 Kinder und Begleitpersonen, ein Küchenbereich, ein Büro sowie ein Abstell- und Technikraum. Drei von außen zugängliche Sanitärräume stehen Kindern und Beschäftigten zur Verfügung. Zugänge, Bewegungsflächen und ein Sanitärbereich sind barrierefrei gestaltet. Eine überdachte Terrasse verbindet das Spielhaus mit der Außenfläche.
„Mit dem neuen Spielhaus entsteht ein Gebäude, das langfristig ein verlässlicher und attraktiver Ort für Kinder, Familien und das Betreuungsteam bleibt. Nachhaltige Materialien, ein hoher energetischer Standard und eine barrierefreie Gestaltung verbinden ökologische Verantwortung mit einer robusten und zeitgemäßen Architektur. So entsteht ein Gebäude, das den heutigen Anforderungen entspricht und zugleich auf eine langfristige, ressourcenschonende Nutzung ausgelegt ist“, sagt Claudia Schwan-Schmitz, EWMG-Geschäftsführerin und Technische Beigeordnete der Stadt Mönchengladbach.
Betrieben wird das betreute Spielangebot vom Fachbereich Kinder, Jugend und Familie der Stadt Mönchengladbach, das Gebäude übernimmt nach Fertigstellung das städtische Gebäudemanagement. „Der Abenteuerspielplatz Bonnenbroich ist seit Jahrzehnten ein besonderer Ort für Kinder und Familien im Stadtteil. Mit dem neuen Spielhaus schaffen wir zeitgemäße Bedingungen für die pädagogische Arbeit und bewahren zugleich das, was diesen Ort ausmacht: Raum zum Entdecken, Gestalten und für gemeinschaftliche Erlebnisse. Die Verlagerung ist deshalb nicht nur Voraussetzung für die Quartiersentwicklung, sondern auch eine Investition in ein dauerhaft attraktives Angebot für Kinder und Jugendliche“, sagt Sebastian Dreyer, Beigeordneter für Soziales, Jugend und Gesundheit der Stadt Mönchengladbach.
Neuer Abenteuerspielplatz mit Raum für Natur
Auch die Außenflächen des Abenteuerspielplatzes werden neugestaltet. Das Gelände liegt auf einer Wiesenfläche innerhalb der bestehenden öffentlichen Grünanlage und wird von altem Baumbestand eingerahmt. Die vorhandene Landschaft bildet die Grundlage der Planung und soll weitgehend erhalten bleiben. Regenwasser von befestigten Flächen wird in angrenzende Wiesen- und Vegetationsflächen geleitet; das Wasser vom Dach des Spielhauses versickert in einer Mulde unterhalb des aufgeständerten Gebäudes. Die Freiflächen werden später von der mags verwaltet.
Neben dem Spielhaus entstehen unter anderem ein „wilder Naschgarten“, Hochbeete sowie ein Wasser-Matsch-Bereich. Ein rund 30 Quadratmeter großer Grillplatz mit Schutzhütte schafft einen zusätzlichen Treffpunkt und ermöglicht gemeinsame Aktivitäten auch bei wechselhaftem Wetter. Frei wachsende Hecken dienen als Sichtschutz und binden das Gelände in die umgebende Grünstruktur ein.
Die Freiraumplanung für den neuen Standort stammt vom Landschaftsarchitekten Jägersküpper Fahl aus Mönchengladbach. Das Spielhaus plant und baut das Bauunternehmen PMFHousing aus Würselen nach städtischen Vorgaben. Die Hausanschlüsse legt Jackels Bau (Schwalmtal), für die Gesamtplanung und Bauüberwachung ist Ingenieurbüro H. Berg & Partner (Aachen) zuständig. Witterungsbedingt war eine kurzfristige Herstellung einer Baustraße erforderlich. Mit den Arbeiten wurde das Tiefbauunternehmen H. Herzog KG aus Mönchengladbach beauftragt.
Spielplatzverlagerung schafft Platz für neuen Wohnraum
Die Verlagerung des Abenteuerspielplatzes ist Teil der städtebaulichen Entwicklung des gesamten Umfelds. Grundlage ist der Bebauungsplan Nr. 786/S „Bonnenbroicher Straße“. Er sieht eine maßvolle bauliche Entwicklung vor, die neuen Wohnraum schafft und zugleich prägende Grün- und Freiraumstrukturen erhält. Auf rund 9.500 Quadratmetern soll an der Frankenstraße ein neues Wohnquartier mit insgesamt etwa 34 Wohneinheiten entstehen. Geplant sind rund 20 Wohneinheiten in freistehenden Einfamilien- und Doppelhäusern sowie 14 Wohneinheiten in zwei kleineren Mehrfamilienhäusern, die von der EWMG vermarktet werden. Das Quartier soll unterschiedliche Generationen und Wohnbedürfnisse ansprechen und sich durch überschaubare Nachbarschaften und eine hohe Aufenthaltsqualität auszeichnen. Die Ausschreibung der Mehrfamilienhausgrundstücke und die Vermarktung der Wohnbaugrundstücke sind nach aktuellem Stand für Ende 2027 vorgesehen. Bewerberlisten im Vorfeld werden nicht geführt.
Mit dem Richtfest für das neue Spielhaus erfolgt jetzt ein erster sichtbarer Schritt der Gesamtentwicklung: Der Abenteuerspielplatz Bonnenbroich erhält an seinem neuen Standort eine langfristige Perspektive – mit einem modernen Gebäude, vielfältigen Spielmöglichkeiten und viel Raum für Natur.
Quelle: EWMG

Hinten im Bild von links: Fabian Borchert (Landschaftsarchitekten Jägersküpper Fahl), Gerrich Bonney (Einrichtungsleitung ASP Bonnenbroich), Alexander Mett (Technischer Projektleiter und Bauherrenvertreter bei der EWMG), Claudia Schwan-Schmitz (EWMG-Geschäftsführerin und Technische Beigeordnete der Stadt Mönchengladbach), Sebastian Dreyer (Beigeordneter für Soziales, Jugend und Gesundheit der Stadt Mönchengladbach), Stefan Anspach (Vorsitzender der Geschäftsführung der EWMG), Michael Pletschen (GMMG), Ulrich Elsen (Bezirksbürgermeister Stadtbezirk Süd), Kerstin Schaaf (Geschäftsbereichsleiterin und Prokuristin bei der EWMG), Jan Biehl (mags), Dirk van der Weyden (FB 51), Simone Houben (FB 51), Oliver Oechsle (PMFHousing), Rick Duman (ASP Bonnenbroich), Dirk Heidelberg (Ingenieurbüro H. Berg & Partner), Viktor Lehmann (Jackels Bau). Vorne im Bild: Kinder des Spielhauses. | Foto: EWMG/ Albuquerque