17. October 2026

Städtebauförderung: Kronenstraße und Alberdingkgasse fertiggestellt

Krefeld. Neue Radabstellanlagen, eine ansprechende Gestaltung mit einheitlichem Pflaster und eine niveaugleiche Straßenfläche sowie bessere Bedingungen für den Rad- und Fußverkehr – die Neugestaltung der Kronenstraße mit der Casinogasse und einem
Teilbereich Am Rheintor in Krefeld-Uerdingen konnte nun erfolgreich abgeschlossen werden. Die Fertigstellung der Maßnahme nehmen Stadt Krefeld und Kommunalbetrieb Krefeld (KBK) zum Anlass, um über den aktuellen Stand der Städtebauförderung in Uerdingen zu informieren. Seit 2017 wird die Stadt über das Bund-Länder-Förderprogramm „Stadtumbau West“ beziehungsweise „Wachstum und nachhaltige Erneuerung“ unterstützt. Bis 2030 sollen Projekte mit einem Gesamtvolumen von rund 25 Millionen Euro in Uerdingen abgeschlossen werden.

Mehr als 20 Millionen Euro werden davon durch Bund und Länder getragen – der Förderbescheid für dieses Jahr ist vor Kurzem eingegangen. „Jedes Mal, wenn ich durch den Uerdinger Stadtkern laufe, denke ich, wie schön das hier ist. Uerdingen verfügt über eine tolle Grundstruktur, die wir durch gezielte Maßnahmen noch weiter stärken und herausarbeiten wollten“, sagt Beatrice
Kamper als Leiterin des Fachbereichs Stadt- und Verkehrsplanung. „Wenn die öffentliche Hand investiert, zieht die Stadtbevölkerung nach – das ist das primäre Ziel der Städtebauförderung und meines Erachtens gelingt das hier in Uerdingen gut.“

Die Städtebauförderung baut auf dem „Integrierten Handlungskonzept Uerdingen“ (IHK) auf, das die langfristigen Entwicklungsziele und Handlungsschwerpunkte für den Stadtteil definiert. Auf dieser Basis sind eine Reihe von Maßnahmen definiert worden, die seit 2019 sukzessiv umgesetzt werden. Die Maßnahmen werden zu 80 Prozent von Bund und Land gefördert, die Stadt leistet einen Eigenanteil von 20 Prozent.

Mit der Umgestaltung der Kronenstraße ist das erste Straßenbauprojekt zum Abschluss gekommen. Sie verläuft von Süden nach Norden parallel zum Rheindeich, der einen hohen Erholungs- und Freizeitwert besitzt. Bislang war die Kronenstraße durch den Park- und Suchverkehr stark belastet. Durch den Umbau entsteht nun ein neues Bild. „Die Kronenstraße dient als Verbindung zwischen
Rhein und historischem Ortskern und wird nun auch gestalterisch endlich diesem Anspruch gerecht“, sagt Andreas Horster als KBK-Vorstand. „Sie bildet jetzt ein Pendant zum Rheindeich, der bereits vor einigen Jahren aufgewertet wurde. Diesen Weg setzen wir nun in der Nachbarschaft fort.“ Auch die Umgestaltung der Alberdingkgasse, die an die Kronenstraße grenzt, ist bereits abgeschlossen.

Ab 2027 sollen dann der Umbau der Krämergasse, der Petersgasse, der Patersgasse sowie des Kirchplatzes folgen. Auch hier steht die Aufenthaltsverbesserung mit besseren Bedingungen für den Rad- und Fußverkehr im Fokus. Durch ein neues, helleres Pflaster, das auf die Entwicklungen des Klimawandels reagiert, wird außerdem eine Einheitlichkeit geschaffen. „Den heutigen Gassen sieht man ihre historische Bedeutung im Stadtgrundriss kaum an“, erklärt Beatrice Kamper. „Besonders die Nachbarschaft um den Kirchplatz erfährt dadurch eine Aufwertung. Wir glauben, dass das einen wichtigen Impuls für die Veränderung der Uerdinger
Mitte darstellt.“

In der Uerdinger Mitte befinden sich auch die Herberzhäuser. Der Umbau und die Entwicklung des denkmalgeschützten Ensembles ist das größte Stadtumbauprojekt. Zwei der drei Häuser sind im Eigentum der Stadt Krefeld und werden vom Zentralen Gebäudemanagement (ZGM) zurzeit energetisch und gestalterisch saniert sowie barrierefrei erschlossen. In den Häusern entstehen unter anderem eine Stadtteilbücherei sowie Räume zur kulturellen Nutzung durch die Volkshochschule und die Musikschule. Außerdem ist ein Quartierszentrum als „Dritter Ort“ geplant. Seit 2023 werden die Gebäude saniert – 2027 soll das Projekt
fertiggestellt sein.

Anschließend wird die Alte Krefelder Straße neugestaltet – der Umbau ist ab 2028 vorgesehen. „Das wird Uerdingen noch einmal deutlich verändern, hier entsteht ein ‚Tor zum Zentrum‘“, beschreibt Kamper. Die vorgesehene Umgestaltung der Alten Krefelder Straße erstreckt sich auf den Abschnitt zwischen der Kurfürstenstraße und der Straße Am Rheintor. Aktuell wird die Straße vom Auto dominiert – insbesondere der ruhende Verkehr macht den schmalen Straßenquerschnitt für Fußgänger und Radfahrer unübersichtlich. Zukünftig werden großzügige Gehwege ausreichend Platz zum Flanieren bieten. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Gestaltung des Eingangsbereichs Kurfürstenstraße- eine Verengung und ein Höhenversprung soll das Einfahren von großen LKWs zukünftig verhindern.

Perspektivisch soll dieser Flaniercharakter auch auf dem Platz „Am Röttgen“ zu spüren sein. Pläne für diesen wurden im Rahmen der Städtebauförderung ebenfalls erarbeitet. Die Stadt hatte den großen Platz, an dem der Edeka-Supermarkt sowie viele Haltestellen liegen und der zurzeit für den Markt genutzt wird, im Rahmen eines Planungswettbewerbs neuplanen lassen. Ute Michaelsen vom Architektenbüro „mharchitekten” aus Stuttgart überzeugte unter anderem mit einer geschickten Baukörperanordnung, die das Potential des Platzes als „Uerdinger Willkommenspunkt“ herausarbeitet. Dauerhaft stellt sich die Stadt hier eine Wohnbebauung vor, die durch einen Investor umgesetzt werden würde. Dazu soll perspektivisch ein Bebauungsplanverfahren starten.

Ein Investorenprojekt ist auch die Umgestaltung der Dujardinstraße, die stark in die Jahre gekommen ist. Lutz Remmert, der den nördlichen Teil des RheinblickProjektes umsetzt, hat angeboten, mit seiner First Retail Consult GmbH einen Großteil der Kosten für die Umgestaltung zu übernehmen, um die Zuwegung zum neuen Wohnquartier zu verbessern. Die kleine Straße ist in einem schlechten Zustand, sie soll erneuert, verbreitert und verkehrlich neu geordnet werden – 14 Bäume sollen gepflanzt werden. Über 20 neue Parkplätze entstehen im Straßenraum. Die Maßnahme soll noch in diesem Jahr starten. Das Untere Werft wird nach Fertigstellung des Rheinblicks und aller Straßenbaumaßnahmen in Angriff genommen. „Die Anzahl der Umbaumaßnahmen ist bemessen auf die Größe der Fläche enorm. Zukünftig wird der Stadtkern von Uerdingen eine große Strahlkraft haben, der Weg dahin ist für die Anwohnenden und die Unternehmen aber eine große Herausforderung“, sagt Andreas Horster dazu. „Wir verwenden bei der Planung viel Zeit in eine einzelhandels- und anwohnerfreundliche Abwicklung – gerade in Bezug auf Verkehrsplanung und Sperrungen. Die Maßnahmen können deswegen nur nacheinander erfolgen.“

Erste Aufwertungen aus der Städtebauförderung sind am Unteren Werft schon zu sehen. Als eines der ersten Projekte wurde bereits im Sommer 2022 der Spielplatz „Am Zollhof“ wiedereröffnet. Ein gewaltiges Spielschiff erfreut sich seitdem großer Beliebtheit. In Begleitung des Schiffes „schwimmen” drei Delfine in Form von Federwackeltieren, und diverse Felsen laden ein als Sitz- bzw. Kletterelement bespielt zu werden. Bunte Holzpapageien geben dem „Piratenschiff” einen speziellen Charakter mit hohem Wiedererkennungswert. Weitere Spielgeräte, wie ein Mastkorb und ein kleines Spielschiff, unterstreichen das Thema.

Auch an der Lange Straße konnte ein wichtiges Projekt zum Abschluss gebracht werden. Nach 25-jähriger Nutzung war die Skateranlage stark in die Jahre gekommen. Sie wurde gemeinsam mit Jugendlichen neu geplant, umgestaltet und im September 2023 mit einem Skate-Contest wiedereröffnet.

„Wir haben auch Maßnahmen der Städtebauförderung umgesetzt, die nicht sofort im Stadtbild erkennbar sind“, so Kamper weiter. Die Stadt hat unter anderem die Gestaltungs- und die Werbeanlagensatzung auf dem Weg gebracht. Gemeinsam mit der Denkmalbereichssatzung sollen sie die identitätsstiftende, historische Bausubstanz im Stadtkern sichern. Dazu trägt auch das sehr beliebte Hof- und Fassadenprogramm bei. Immobilieneigentümer erhalten für einen neuen Fassadenanstrich Zuschüsse – damit verändert sich das Stadtbild sukzessive. Auch hier ziehen private Investitionen nach.

Interessierte Uerdingerinnen und Uerdinger können sich dazu an das Quartiersmanagement der Stadt Krefeld wenden, das im Rahmen der Städtebauförderung ein Büro in Uerdingen eingerichtet hat. Jeden Montag und jeden Mittwoch sind die Mitarbeitenden im Quartiersbüro auf der Alten Krefelder Straße 27 ansprechbar. Weitere Informationen zur Städtebauförderung in Uerdingen gibt es hier vor Ort oder auf der Webseite der Stadt Krefeld: www.krefeld.de/staedtebaufoerderung-uerdingen oder unter www.stadtumbauuerdingen.de

Quelle: Stadt Krefeld