16. May 2026

Ministerin Silke Gorißen besucht die Hochschule Rhein-Waal

Kleve/ Kamp-Lintfort. Im Rahmen ihrer Tour „Starke Zukunft in NRW: KI in Landwirtschaft und Wald“ besuchte die Ministerin für Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen die Hochschule Rhein-Waal (HSRW). Experten der Hochschule stellten im Green FabLab der Hochschule verschiedene praxisnahe Projekte vor, die den Nutzen von digitalen Technologien für Landwirtschaft und Gartenbau zum Gegenstand haben.

Hochschulpräsident Prof. Dr. Oliver Locker-Grütjen freute sich, Ministerin Silke Gorißen auf dem Campus begrüßen zu dürfen. „Der Transfer von anwendungsnaher Forschung in die unternehmerische Praxis ist unserer Hochschule ein wichtiges Anliegen“, so Locker-Grütjen. „Es erfüllt mich mit Stolz, das Thema Landwirtschaft und innovative Technologien in enger Zusammenarbeit mit unseren Kooperationspartnern voranzutreiben.“ Anwesend waren zudem der Weseler Landrat Ingo Brohl, Dr. Anke Schirocki, Geschäftsführung Agrobusiness Niederrhein, sowie weitere Projektpartner*innen.

„Die Landwirtschaft in Nordrhein-Westfalen steht vor großen Aufgaben: Klimawandel, steigende Anforderungen im Umwelt- und Naturschutz, wirtschaftlicher Druck. Gleichzeitig geht es darum, qualitativ hochwertige und bezahlbare Lebensmittel zu erzeugen“, so Ministerin Silke Gorißen. „Das alles muss zusammengebracht werden. Antworten darauf entstehen nicht am Schreibtisch, sondern draußen bei den Betrieben – und im Austausch mit Praxis, Forschung und Unternehmen.“

Wie vielseitig KI-Technologien bereits heute einsetzbar sind, erforscht die HSRW an folgenden konkreten Forschungsprojekten, die Prof. Dr.-Ing. Rolf Becker und sein Team vor Ort interaktiv und anschaulich präsentierten. Im Projekt „AgriTech Innovation – TreeDigital“, gefördert durch Interreg VIA Deutschland-Nederland, wird KI genutzt, um landwirtschaftliche Prozesse speziell im Gartenbau – hauptsächlich in Baumschulen – datenbasiert zu verbessern. Durch die gemeinsame Analyse von Umwelt-, Sensor- und gärtnerischen Dokumentationsdaten können beispielsweise Erträge optimiert und Ressourcen gezielter eingesetzt werden.

Die „Smart Green Wall“, ebenfalls gefördert durch Interreg VIA Deutschland-Nederland, verbindet moderne Begrünungskonzepte mit intelligenter Steuerung. Hier sorgt KI dafür, dass Bewässerung, Nährstoffzufuhr und Pflege automatisch an die jeweiligen Bedingungen angepasst werden – für gesündere Pflanzen bei reduziertem Ressourcenverbrauch.

Ein weiteres Beispiel ist der „Digitalisierte Gießwagen“, gefördert durch die Europäische Innovationspartnerschaft für Produktivität und Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft in Nordrhein-Westfalen (EIP-Agri), der im Zierpflanzenanbau zum Wassersparen beitragen soll. Mithilfe intelligenter Systeme wird der Standort des Pflanztopfes präzise ermittelt und die Bewässerung punktgenau gesteuert. Das spart Wasser und entlastet gleichzeitig das Personal.

Auch im Projekt „Irristaud 2.0“, gefördert durch Interreg VIA Deutschland-Nederland, wird an innovativen Lösungen für eine effiziente und nachhaltige Bewirtschaftung gearbeitet. Ziel ist es, durch den Einsatz von KI den Wasserverbrauch weiter zu optimieren und gleichzeitig die Versorgungssicherheit zu erhöhen.

Diese Projekte zeigen eindrucksvoll, wie KI nicht nur theoretisches Potenzial besitzt, sondern bereits heute konkrete Mehrwerte schafft – insbesondere im Bereich Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz. So können beispielsweise Wasser, Dünger und Pflanzenschutzmittel präziser und somit boden- und ressourcenschonender angewendet werden. Frühwarnsysteme für Ertragseinbußen oder Waldschäden vermeiden wirtschaftliche Schäden.

Zum Green FabLab
Digitale Zukunftstechnologien in die Lehre und in den Schulen des Niederrheins zu integrieren und gleichzeitig für Kleine und Mittelständische Unternehmen (KMU) einen Beitrag zur Nachwuchssicherung zu leisten – das ist das Ziel des Green FabLab. Im Green FabLab (kurz für Digital Fabrication Laboratory) der HSRW steht die digitale Fertigung für Energie- und Umwelttechnik im Mittelpunkt. In der High-Tech-Werkstatt können mit computergesteuerten Maschinen verschiedenste Gegenstände, Sensoren oder Maschinen selbst hergestellt werden.

Quelle: Hochschule Rhein-Waal

Von links: Rene Roeterink, Hochschule Rhein-Waal; Dr. Anke Schirocki, Agrobusiness Niederrhein; Markus Baumgärtner, Nachhaltige Zierpflanzen e.V.; Ingo Brohl, Landrat Kreis Wesel; Prof. Dr. Oliver Locker-Grütjen, Hochschule Rhein-Waal; Silke Gorißen, Ministerin für Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen; Jan Sonntag, Hochschule Rhein-Waal; Waltraud Kofer, Hochschule Rhein-Waal; Kerstin Bauer, RheWaTech; Prof. Dr. Klaus Hegemann, Hochschule Rhein-Waal; Prof. Dr.-Ing. Rolf Becker, Hochschule Rhein-Waal und Azam Zubairi, Hochschule Rhein-Waal | Foto: Anja Peters/ HSRW