10. May 2026

Oberbürgermeister hat RAL-Gütesiegel entgegen genommen

Krefeld. Die Stadt Krefeld hat das RAL-Gütesiegel „Mittelstandorientierte Kommunalverwaltung“ erhalten. Oberbürgermeister Frank Meyer und Wirtschaftsdezernent Eckart Preen haben die entsprechende Urkunde im Rathaus von Alana Voigt, Geschäftsführerin der RAL-Gütegemeinschaft, überreicht bekommen. Das RAL-Gütesiegel hat bundesweite Geltung und setzt messbare Standards für die Bearbeitung von Anliegen von Unternehmen. „Ich bin sehr dankbar und glücklich zugleich, dass wir als Stadtverwaltung die insgesamt 14 Gütekriterien jetzt erfüllt haben. Der Weg bis zur Auszeichnung ist nicht einfach
gewesen, da hierfür auch Verfahren umgestellt und Arbeitsprozesse in der Verwaltung verändert werden mussten. Das Gütesiegel bestätigt, dass wir verschiedene Dienstleistungen für mittelständische Unternehmen in einem vorgegeben Zeitrahmen leisten – und zwar kontinuierlich“, so Oberbürgermeister Frank Meyer.

Zu den einheitlichen Kriterien des RAL-Gütesiegels gehört beispielsweise, dass bei Anfragen eine erste Rückmeldung mit Nennung eines Ansprechpartners innerhalb von drei Tagen erfolgt und ebenso Anfragen zu Grundstücken und gewerbeflächen innerhalb von drei beziehungsweise fünf Tagen beantwortet werden. Innerhalb von 40 Tagen muss eine Bearbeitung von vollständigen Baugenehmigungsanträgen durch die Verwaltung erfolgen, und innerhalb von 15 Arbeitstagen sind Auftragsrechnungen zu bezahlen. Pflicht sind weiterhin ein Verwaltungswegweiser, ein Lotse für Existenzgründer, Informationsveranstaltungen und regelmäßige Kundenzufriedenheitsbefragungen. Eine erste Information zum laufenden Verfahren erhalten Unternehmen innerhalb von sieben Arbeitstagen, und eine Reaktion auf Beschwerden hat innerhalb von drei Tagen zu erfolgen. Die rechtzeitige Bearbeitung von beantragten Schwerlasttransporten ist außerdem ebenso ein Kriterium wie die Verlässlichkeit von Baugenehmigungen.

„Wir sind nun die einzige Großstadt in Deutschland und auch einzige kreisfreie Stadt, die entsprechend zertifiziert ist. Das zeigt auch, dass es nicht ganz einfach ist, die Kriterien des RAL-Gütesiegels zu erfüllen“, macht Wirtschaftsdezernent Eckart Preen deutlich. Nachdem Krefeld im Jahr 2021 der RAL-Gütegemeinschaft beigetreten war, hatte die Stadt nach den notwendigen internen Vorarbeiten im ersten Halbjahr des vergangenen Jahres eine sogenannte Eigenüberwachung über
drei Monate vorgenommen – Ende Juni 2025 folgte dann das Audit durch den TÜV Nord. Nach der ersten Rückmeldung des TÜV im August habe man bereits 13 der 14 Kriterien erfüllt, bei dem Kriterium zur Bearbeitung von Baugenehmigungen
innerhalb von 40 Tagen habe man eine unterschiedliche Interpretation zur Fristberechnung durch eine Anpassung der Dokumentation und Einreichung der entsprechenden Unterlagen klären können. „Im März 2026 haben wir dann die
abschließende Rückmeldung durch den TÜV und die Gütegemeinschaft bekommen, dass wir bei der Abweichungsquote mit zwölf Prozent deutlich besser als die zulässigen 25 Prozent liegen“, so Eckart Preen.

Bereits im kommenden Jahr 2027 steht für Krefeld die sogenannte Re-Zertifizierung durch die Gütegemeinschaft und damit eine Überprüfung der Servicequalität und Einhaltung der Leistungskriterien an. „Nach der Zertifizierung ist also vor der
Zertifizierung“, sagt der Krefelder Wirtschaftsdezernent. Dies wird dann auch auf Basis veränderter Kriterien erfolgen. Maßgeblich für das RAL-Gütesiegel werden zukünftig neun Kriterien sein. Unter anderem müssen Rückmeldungen zu
bestimmten Anfragen in verkürzter Zeit erfolgen, die Zeit für die Bezahlung von Auftragsrechnungen wird hingegen von 15 auf dann 20 Tage erweitert. Mittelständische Unternehmen sind nach der Definition weiterhin Kleinst-, kleine und mittlere Unternehmen (KMU) mit weniger als 250 Beschäftigten und weniger als 50 Millionen Euro Jahresumsatz oder weniger als 43 Millionen Euro Bilanzsumme.

Neu an den Start gegangen zur weiteren Verbesserung der Wirtschaftsfreundlichkeit der Stadtverwaltung Krefeld ist parallel „Krefeld Business Invest & Service“ (KBIS) – ein Instrument mit Netzwerkcharakter für den einheitlichen unternehmerischen
Zugang zur Verwaltung und zur Wirtschaftsförderung. „KBIS ist die Antwort auf die Forderung nach der One-Stop-Agency und bildet die Funktion von Investitionsagentur und Fast Lane mit ab“, stellt Oberbürgermeister Frank Meyer heraus. Zentrales Prinzip sei die Service-Orientierung und Vereinfachung von Verfahren für die Wirtschaft. „Es soll zukünftig einen zentralen Ansprechpartner bei entsprechenden Anliegen für Unternehmen geben, die Koordination innerhalb der Verwaltung erfolgt über ein interdisziplinäres Team“, stellt Eckart Preen heraus. So wolle man Verfahren besser strukturieren, Verfahrensdauern verkürzen und Unternehmen aktiv durch die Verwaltung begleiten. „Der Einstieg wird nicht als Vollbetrieb erfolgen, sondern über eine Start- und Aufbauphase. Dazu werden erste Investitionsprojekte als Pilotprojekte ausgewählt, um Prozess, Schnittstellen und Steuerung zu optimieren“, erklärt WDI-Referent Angel Alava-Pons. Der weitere Aufbau erfolge in einem Phasenmodell: „Pilotbetrieb im ersten Jahr, anschließende Erweiterung und Standardisierung im zweiten Jahr sowie der Vollausbau und die Verstetigung als dauerhafte Organisationsform ab dem dritten Jahr.“

Oberbürgermeister Frank Meyer fasst zusammen: „Wir wollen Unternehmen den Zugang zur Verwaltung einfacher machen, Anliegen besser begleiten und wirtschaftsbezogene Verfahren transparenter und verbindlicher steuern.“ Bereits in
der ‚Vor-Corona-Zeit‘ habe sich die Stadtverwaltung auf den Weg gemacht, die Stadt wirtschaftsfreundlicher aufzustellen. „Und dabei sind wir nicht den klassischen Weg gegangen, einen städtischen Vertreter in die Wirtschaftsförderungsgesellschaft
zu schicken, sondern umgekehrt haben wir den Geschäftsführer als Wirtschaftsdezernent in die Verwaltung geholt. Diese Strategie hat sich absolut bewährt“, so Frank Meyer.

Quelle: Stadt Krefeld

Bei der Übergabe des Gütesiegels: Von links nach rechts, WDI-Referent Angel Alava-Pons, Wirtschaftsdezernent Eckart Preen, Alana Voigt, Geschäftsführerin der RAL-Gütegemeinschaft, Oberbürgermeister Frank Meyer und IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz. | Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, Dirk Jochmann