Kamp-Lintfort. Der Zechenpark Friedrich Heinrich in Kamp-Lintfort wird in den kommenden Jahren ökologisch weiterentwickelt. Das Land Nordrhein-Westfalen und die Europäische Union unterstützen das Projekt „Lebensraumband im Zechenpark“ mit Fördermitteln in Höhe von rund 1,3 Millionen Euro. Bei Gesamtkosten von etwa 1,5 Millionen Euro entspricht dies einer Förderquote von 90 Prozent im Rahmen des Programms „Grüne Infrastruktur“. Das Vorhaben ist Teil der Vorbereitungen auf die Internationale Gartenausstellung (IGA) Metropole Ruhr 2027, an der Kamp-Lintfort in der Kategorie „Unsere Gärten“ teilnimmt.
Bürgermeister Prof. Dr. Christoph Landscheidt zeigt sich über die Unterstützung von Land und EU erfreut: „Der Zechenpark ist seit der Landesgartenschau 2020 das grüne Herz unserer Stadt. Mit dem Lebensraumband und der behutsamen Erschließung des Klimawäldchens schaffen wir neue, hochwertige Freiräume und einen echten ökologischen Mehrwert für die Menschen vor Ort. Wir werten den Park damit gezielt auf und gestalten ihn zu einem modernen, zukunftsfähigen Erholungs- und Lernraum, der weit über das IGA-Jahr 2027 hinaus Bestand haben wird.“
Ausgleich für Bahntrasse
Anlass für die Erstellung des Lebensraumbandes ist die Reaktivierung der Niederrheinbahn, die Kamp-Lintfort in naher Zukunft wieder an das regionale Schienennetz anschließen soll. Die Trasse führt künftig mitten durch den 2020 im Zuge der Landesgartenschau eröffneten Zechenpark. Um das Gleis möglichst harmonisch in die Parklandschaft einzubetten und gleichzeitig den Artenschutz zu fördern, legt die Stadt beidseitig der Trasse neue Vegetationszonen an. Aus Sicherheitsgründen muss direkt an den Gleisen beidseitig ein jeweils vier Meter breiter Bereich frei bleiben. Dahinter entstehen strukturreiche Bepflanzungen.
Insgesamt sieht die Planung die Neupflanzung von Bäumen, mehrere hundert Meter Schnitt- und Blühhecken sowie artenreiche Blumenwiesen vor. Zudem soll ein sogenannter „Tiny Forest“ angelegt werden. Dabei handelt es sich um einen dicht bepflanzten, schnellwachsenden Mini-Wald nach der Miyawaki-Methode, der sich durch eine hohe Anpassungsfähigkeit an klimatische Veränderungen auszeichnet.
Im Rahmen der Übergabe des Zuwendungsbescheides lobt NRW-Umwelt- und Verkehrsminister Oliver Krischer das Projekt: „Wir schaffen hier ein neues Stück Natur, mit Wiesen, Sträuchern und einem kleinen Wald mitten im Park. So verbinden wir wirksamen Naturschutz mit der Rückkehr der Niederrheinbahn mitten durch den Zechenpark. Davon profitieren die Menschen in Kamp-Lintfort und die Natur im ganzen Ruhrgebiet. Ein starkes Zeichen für Nordrhein-Westfalen auf dem Weg zur IGA 2027.“
Erschließung des Klimawäldchens
Ein zweiter Baustein der Maßnahme betrifft das südlich des Schirrhofs gelegene „Klimawäldchen“. Der vor rund 20 Jahren auf Schotterflächen der ehemaligen Zeche entstandene Industriewald soll vorsichtig für Besucher zugänglich gemacht werden. Ein 1,5 Meter breiter, barrierefreier Weg verbindet den Park künftig durch eine Öffnung in der historischen Zechenmauer mit der Friedrich-Heinrich-Allee. Ein schmaler Naturerlebnispfad führt zu Natursitzplätzen unter Bestandsbäumen. Neben der Erholungsfunktion dient das Gehölz im Sommer als lokale Temperatursenke.
Zur Vermittlung ökologischer und historischer Zusammenhänge erarbeitet die Stadt gemeinsam mit der Hochschule Rhein-Waal und dem LAGA-Förderverein ein Konzept für Umweltbildungsstationen. Der vorgesehene Lehrpfad soll Bergbaugeschichte und Industrienatur miteinander verknüpfen.
Baubeginn für 2027 geplant
Die physischen Arbeiten im Park sollen Anfang 2027 beginnen und zur IGA 2027 weitestgehend abgeschlossen sein. Die Gleisbauarbeiten der Niederrheinbahn GmbH werden bis dahin voraussichtlich noch nicht begonnen haben. Während die Stadt auf eine baldmöglichste Inbetriebnahme der Niederrheinbahn hofft, lässt sich ein exakter Termin aufgrund der andauernden Planungen und Klärungen rund um die erforderliche Brückeninfrastruktur derzeit nicht gesichert benennen.
Quelle: Stadt Kamp-Lintfort

Foto: Stadt Kamp-Lintfort