Mönchengladbach. Mönchengladbach gehört zu den zehn Prozent bestversorgten Kommunen Deutschlands. Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) hat im bundesweiten Vergleich von 10.817 Kommunen 17 Indikatoren der Daseinsvorsorge ausgewertet – von der Hausarztdichte über die Brückenqualität bis zur Breitbandverfügbarkeit. Die Gesamtbewertung für Mönchengladbach: “sehr gut”.
Worum geht es in der Studie
Das IW Köln hat erstmals die Versorgungslage aller rund 11.000 deutschen Gemeinden kleinräumig vermessen und mit einer Befragung von mehr als 5.400 Bürgerinnen und Bürgern verknüpft. Hintergrund ist die Beobachtung, dass politische Unzufriedenheit und das Gefühl, abgehängt zu sein, in vielen Regionen wachsen – teils auch dort, wo die objektive Versorgung gut ist. Untersucht wurden 17 Indikatoren in fünf Bereichen: Gesundheit, Bildung, Mobilität, Digitales und Freizeit.
Die zentralen Erkenntnisse: Erstens ist die Daseinsvorsorge in Deutschland weniger ein Ost-West- als ein Stadt-Land-Gefälle. Im ländlichen Raum ist gut jeder zweite Bürger unzufrieden, in den Städten dagegen die Mehrheit zufrieden. Zweitens entscheidet nicht allein die objektive Versorgung über die politische Stimmung, sondern die subjektive Wahrnehmung. Wer seine Kommune als finanziell handlungsfähig erlebt und die Region nicht abgehängt sieht, ist deutlich zufriedener – unabhängig vom statistischen Versorgungsgrad. Drittens schlägt sich diese Wahrnehmung politisch nieder: Unzufriedenheit mit der Lebensqualität vor Ort zählt zu den stärksten Treibern für sinkendes Vertrauen in die Demokratie.
Für die Kommunen leitet das IW daraus eine doppelte Aufgabe ab: investieren, wo es noch fehlt – und kommunizieren, was bereits da ist. Bröckelnde Brücken, ausgedünnter ÖPNV und Krankenhausschließungen seien nicht nur Infrastrukturprobleme, sondern direkte Risiken für das Vertrauen in den Staat.
Was bei uns läuft
In der Gesundheitsversorgung erreicht Mönchengladbach die Top vier Prozent bundesweit. Hinter diesem Wert stehen Krankenhausstandorte mit voller fachärztlicher Breite, eine stabile hausärztliche Versorgung und eine dichte Apothekenlandschaft. Die Erreichbarkeit von Pflegeeinrichtungen liegt deutlich über dem Bundesschnitt.
In der Bildung (Top acht Prozent) zahlt sich die konsequente Investition in Kita-Plätze, den Offenen Ganztag an Grundschulen und die Familienzentren aus. Die Stadt hat ihr Schulnetz in der Fläche gehalten und in alle Schulformen investiert. Mit dem politischen Beschluss zur Errichtung der siebten Gesamtschule baut Mönchengladbach das Angebot integrativer Schulformen weiter aus – ein klares Signal in einem stark nachgefragten Schulsegment.
Bei der Mobilität (Top elf Prozent) profitiert die Stadt von ihrer Lage zwischen Rhein-Ruhr und Niederrhein und von gleich zwei Hauptbahnhöfen. Der Neubau des Rheydter Hauptbahnhofs und der neue zentrale Busbahnhof am Mönchengladbacher Hauptbahnhof modernisieren die Verkehrsknoten der Stadt grundlegend. Mit “op jück” hat die NEW zudem ein On-Demand-Angebot im ÖPNV etabliert, das die Lücken im klassischen Linienverkehr gerade in den Abendstunden und in den Randlagen schließt.
Bei der Freizeit erreicht Mönchengladbach im IW-Vergleich nur einen Mittelfeldplatz – hier hat die Stadt Luft nach oben. Mit dem SparkassenPark als überregionalem Veranstaltungsort, dem traditionsreichen Theater Mönchengladbach, dem Museum Abteiberg und Schloss Rheydt verfügt die Stadt über kulturelle Marken mit Strahlkraft. Die Dichte an Grün- und Erholungsflächen findet man so in fast keiner anderen deutschen Großstadt.
Die IW-Studie bestätigt, dass die Stadt mit ihren Zielen, Handlungsfeldern und Maßnahmen der Städtischen Gesamtstrategie die richtigen Schwerpunkte setzt. Sie liefert damit zugleich substanzielles Fundament für den laufenden Markenprozess: Belastbare Daten zur Lebensqualität sind genau das, was eine glaubwürdige Stadtmarke trägt – jenseits von Bildern und Slogans.
“Diese Stadt hat zu lange unter Wert gehandelt”
Oberbürgermeister Felix Heinrichs: “Natürlich kann man fragen, ob sich Lebensqualität in einer Stadt überhaupt in einer Rangliste abbilden lässt. Aber wenn 11.000 Kommunen mit 17 Indikatoren vermessen werden und Mönchengladbach landet unter den besten zehn Prozent, dann ist das ein Befund, der Substanz hat. Wir haben hier Krankenhausstandorte mit voller fachärztlicher Breite, eine engmaschige Schullandschaft, in die wir mit der siebten Gesamtschule weiter investieren, einen Bahnknoten mit gleich zwei Hauptbahnhöfen, einen neuen zentralen Busbahnhof, mit op jück ein modernes On-Demand-Angebot, dazu Theater, Museum Abteiberg, Schloss Rheydt und den SparkassenPark. Diese Stadt hat zu lange unter Wert gehandelt. Die IW-Studie zeigt schwarz auf weiß: Mönchengladbach ist eine Stadt, die liefert. Und wir bauen weiter aus.”
Finanzielle Ausstattung der Kommunen entscheidend Mit Blick auf die Studie und ihre Erkenntnis, dass die wahrgenommene finanzielle Handlungsfähigkeit einer Kommune zu den stärksten Treibern bürgerlicher Zufriedenheit zählt, betont der Oberbürgermeister: “Was wir heute anpacken, erfolgt unter erschwerten finanziellen Bedingungen. Das Sondervermögen Infrastruktur ist ein wichtiges Signal aus Berlin, aber es ist eine einmalige Hilfe – kein Ersatz für eine solide Grundausstattung. Wenn Land und Bund wollen, dass Städte wie Mönchengladbach ihre Lebensqualität halten und ausbauen können, dann brauchen die Kommunen eine langfristig verlässliche Finanzbasis. Das Konnexitätsprinzip muss gewahrt, die kommunale Steuerkraft gestärkt und die Altschuldenproblematik endlich gelöst werden. Sonst entscheiden wir nicht mehr darüber, was wir gestalten, sondern nur noch, was wir streichen.”
Mönchengladbach belegt im bundesweiten Vergleich Rang 1.033 von 10.817 Kommunen. Alle 22 kreisfreien Städte Nordrhein-Westfalens sind mit “sehr gut” bewertet. Bundesweit führt Haar bei München vor Offenbach und Frankfurt am Main.
Datenquelle: Diermeier, M. et al. (2026): Geographien der Unzufriedenheit – Daseinsvorsorge. Institut der deutschen Wirtschaft Köln, 25.05.2026.
Quelle: Stadt Mönchengladbach

Infografik zur IW Studie 2026 | Grafik: Stadt Mönchengladbach