Mönchengladbach. Auf dem Wissens- und Innovationscampus Mönchengladbach (WICMG) sollen Lernen, Forschen, Gründen und Stadtgesellschaft zusammenkommen. Wie genau dieser Anspruch auf dem Areal des ehemaligen Polizeipräsidiums Wirklichkeit werden kann und wie sich die einzelnen Bereiche auf dem Gelände verteilen werden, zeigt das aktualisierte Nutzungs- und Betreiberkonzept, das die WICMG GmbH nun vorgelegt hat. Und auch der Einstieg in die bauliche Umsetzung steht kurz bevor. Dafür wurde jetzt ein Projektsteuerer unter Vertrag genommen. Im Frühjahr soll der erste Bauabschnitt starten.
Mitte Dezember hatte Kommunalministerin Ina Scharrenbach den rund 16 Millionen Euro schweren Förderbescheid der Landesregierung Nordrhein-Westfalen und des Bundesministeriums für Wirtschaft feierlich überbracht. Nur wenige Tage später konnte das Team des Wissenscampus den Auftrag für die Projektsteuerung vergeben. In einem offenen Vergabeverfahren setzte sich die Convis GmbH gegen ihre Mitbewerber durch. Vom Standort Düsseldorf aus wird das Unternehmen bei der Kontrolle von Kosten, Terminen und Qualitäten unterstützen und mögliche Projektrisiken frühzeitig identifizieren und bewerten. “Wir freuen uns, mit der Convis GmbH einen erfahrenen und kompetenten Projektsteuerer an Bord zu haben”, sagt WICMG-Geschäftsführerin Eva-Maria Heiß.
Im Frühjahr dieses Jahres sollen die Bauarbeiten am ersten Bauabschnitt beginnen. Dieser umfasst die drei Gebäude im nordwestlichen Rand des Geländes, die direkt an das benachbarte Möbelhaus angrenzen, darunter die ehemalige Turnhalle und ihr Nebengebäude mit Umkleiden, Sanitäranlagen und Mehrzweckraum. Sie sollen zu einer modernen Sport- und Versammlungsstätte hergerichtet werden. Das nordöstlich angrenzende Gebäude wird künftig als Begegnungsstätte für Kinder-, Jugendliche und Familien dienen – inklusive kleinem Café, MINT-orientiertem Bildungs- und Freizeitangebot und Gaming-Möglichkeiten für Jugendliche.
Nutzungs- und Betreiberkonzept als “Fundament” für die bauliche Umsetzung Nach dem Umbau werden die Gebäude des ersten Bauabschnitts also vor allem Raum für das gesellschaftliche Leben und für Begegnungen bieten. Sie bilden damit ein Nutzungscluster (“Lebens- und Netzwerkfunktionen”) von mehreren, die auf dem Campus realisiert werden sollen. Der Fokus der zukünftigen Nutzung liegt auf Bildungs- und Transferformaten, einem Gründungs- und Innovationsökosystem sowie Robotics- und Maker Spaces mit Forschungs- und Experimentierflächen.
Detailliert beschrieben und verortet werden diese Cluster, aber auch weitere Serviceflächen und Gemeinschaftsinfrastruktur, im aktualisierten Nutzungskonzept. Es teilt nicht nur den Campus in Teilbereiche, sondern definiert präzise Anforderungen an Flächen, Räume, Baukonstruktion und technische Ausstattung und bildet damit die Grundlage für eine bedarfsgerechte bauliche Umsetzung.
Eva-Maria Heiß, Geschäftsführerin der WICMG GmbH, betont die Bedeutung des Konzeptes für den Erfolg des Projektes. “Das Nutzungs- und Betreiberkonzept ist, bildlich gesprochen, das Fundament für die Bautätigkeiten, mit den wir den Wissens- und Innovationscampus in den nächsten Jahren zum Leben erwecken. Mit ihm stellen wir sicher, dass wir die bauliche Umsetzung konsequent an den zukünftigen Nutzungen, Betriebsanforderungen und Förderzielen ausrichten.”
Erstmals wird das Nutzungskonzept durch ein eigenständiges Betreiberkonzept ergänzt. Es legt den organisatorischen, technischen und wirtschaftlichen Rahmen für einen nachhaltigen und wirtschaftlichen Betrieb des Campus fest. Dazu zählen Personal- und Organisationsstrukturen, technische Infrastrukturen, klare Betriebsabläufe sowie eine mehrjährige Finanzierungs- und Kostenplanung. Als fortlaufend zu aktualisierendes Instrument dient das Betreiberkonzept zugleich als Grundlage für den operativen Betrieb und als wichtige Orientierung für die weitere Bauplanung.
Erarbeitet wurde das Konzept von der rheform GmbH in enger Zusammenarbeit mit der WICMG GmbH. Bereits im Jahr 2020 hatte die rheform GmbH gemeinsam mit dem Wissenscampus e. V., dem ursprünglichen Ideengeber des Projekts, ein erstes Nutzungskonzept vorgelegt. Nun wurde das Konzept unter anderem mithilfe zahlreicher Workshops und Gespräche mit den künftigen Ankermietern weiterentwickelt.
Über den Wissens- und Innovationscampus
Der Wissens- und Innovationscampus Mönchengladbach ist eines der zentralen Strukturwandelprojekte der Stadt. Auf dem rund 35.000 Quadratmeter großen Gelände des ehemaligen Polizeipräsidiums an der Webschulstraße, Ecke Theodor-Heuss-Straße, entsteht in unmittelbarer Hochschulnähe ein neuer Ort für Bildung, Innovation, Gründung und Austausch, der Impulse für Stadt und Region setzt.
Quelle: Stadt Mönchengladbach

WICMG Projektsteuerer | Foto: Stadt Mönchengladbach