{"id":8269,"date":"2026-07-20T07:00:00","date_gmt":"2026-07-20T05:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/standort-niederrhein.de\/?p=8269"},"modified":"2026-07-28T10:22:41","modified_gmt":"2026-07-28T08:22:41","slug":"nrw-verkehrsminister-krischer-zu-gast-beim-ihk-bruecken-talk","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/standort-niederrhein.de\/en\/2026\/07\/20\/nrw-verkehrsminister-krischer-zu-gast-beim-ihk-bruecken-talk\/","title":{"rendered":"NRW-Verkehrsminister Krischer zu Gast beim IHK-Br\u00fccken-Talk"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Mittlerer Niederrhein. <\/strong>Man d\u00fcrfe das Wort \u201eKrise\u201c nicht \u00fcberbeanspruchen, aber von einer Infrastrukturkrise k\u00f6nne man durchaus sprechen. \u201eWir erleben etwas, das die Wirtschaft schon jetzt einschr\u00e4nkt\u201c, erkl\u00e4rte Oliver Krischer, Minister f\u00fcr Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, zu Beginn seines Impuls-Vortrags im IHK-Pavillon auf dem Campus Zukunft in Neuss. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein hatte den Minister zum \u201eBr\u00fccken-Talk\u201c eingeladen, um auf die Probleme, die mit den maroden Br\u00fccken \u2013 vor allem der Josef-Kardinal-Frings-Br\u00fccke und der Uerdinger Rheinbr\u00fccke \u2013 verbunden sind, hinzuweisen und konkrete Ans\u00e4tze f\u00fcr eine Beschleunigung von Planung und Bau zu diskutieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eWir sind eine starke Industrie- und Logistikregion und dementsprechend von funktionierenden Verkehrsverbindungen abh\u00e4ngig\u201c, betonte IHK-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer J\u00fcrgen Steinmetz zu Beginn der Veranstaltung. \u201eRund ein Drittel der Rheinbr\u00fccken ist nur noch eingeschr\u00e4nkt oder wie die Bonner Nordbr\u00fccke gar nicht mehr befahrbar. Damit brechen immer mehr Verkehrsachsen weg und Wirtschaftsr\u00e4ume werden zerschnitten.\u201c Hinzu komme, dass die Ausweichrouten wie zum Beispiel die Fleher Br\u00fccke \u00fcberlastet seien, sodass es zu einer Spirale aus Verschlei\u00df, Engp\u00e4ssen und Umweltbelastungen komme. \u201eWenn Lkw nicht mehr fahren k\u00f6nnen, stehen Arbeitspl\u00e4tze und Wohlstand auf dem Spiel\u201c, betonte Steinmetz. \u201eLetztlich k\u00f6nnen nur volllastf\u00e4hige Ersatzneubauten helfen.\u201c Inwiefern Planung und Bau f\u00fcr diese Infrastrukturprojekte beschleunigt werden k\u00f6nnen, hat die IHK Mittlerer Niederrhein gemeinsam mit der IHK D\u00fcsseldorf und den Neuss-D\u00fcsseldorfer H\u00e4fen im Rahmen eines Rechtsgutachtens untersuchen lassen. \u201eDamit haben wir konkrete Impulse f\u00fcr schnellere, aber gleichzeitig rechtssichere Verfahren geliefert.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie wichtig schnelle Ersatzneubauten sind, bewies eine neue schlechte Nachricht, die der Minister mitgebacht hatte: Auf der Josef-Kardinal-Frings-Br\u00fccke seien Sch\u00e4den unterhalb der Geh- und Radwege entdeckt worden. Deshalb m\u00fcsse kurzfristig eine Fahrspur in Richtung Neuss f\u00fcr den Fu\u00df- und Radverkehr zur Verf\u00fcgung gestellt werden. Krischer erinnerte daran, dass man jetzt mit den Vers\u00e4umnissen aus den vergangenen Jahrzehnten konfrontiert werde. \u201eDeshalb wollen wir nicht mehr reagieren, sondern systematisch vorgehen und zun\u00e4chst in die Instandhaltung des bestehenden Infrastrukturnetzes investieren. \u201eEtwas zu erhalten, muss genauso wertgesch\u00e4tzt werden wie etwas Neues zu schaffen\u201c, erkl\u00e4rte der Minister. Die 2023 ins Leben gerufene Sanierungsoffensive sehe unter anderem vor, innerhalb von zehn Jahren 400 Br\u00fccken durch Ersatzneubauten zu sanieren. \u201eDa sind wir auf einem guten Weg.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zufrieden zeigte sich der Minister hinsichtlich der Umsetzungszeit. So setze das Land verst\u00e4rkt auf \u201efunktionale Ausschreibungen\u201c und modulare Bauweisen. Diese erm\u00f6glichten drastische Bauzeitverk\u00fcrzungen von urspr\u00fcnglich zwei Jahren auf nur neun Monate. Bei einer funktionalen Ausschreibung gibt der \u00f6ffentliche Auftraggeber keinen detaillierten Leistungskatalog vor, sondern definiert die zu erbringende Leistung an dem zu erreichenden Ziel. Das Infrastrukturzukunftsgesetz des Bundes gebe das richtige Signal, um Verfahren generell schneller zu beschleunigen. \u201eWir in NRW unterst\u00fctzen alle Punkte, die uns helfen, Prozesse zu beschleunigen\u201c, betonte Krischer. Allerdings l\u00e4gen Verz\u00f6gerungen nicht immer nur an der B\u00fcrokratie. \u201eOft sind es schleppend getroffene Entscheidungen. Wir brauchen ein klares Vorgehen aller politisch Verantwortlichen und Beh\u00f6rden.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit den Planungen f\u00fcr die Uerdinger Rheinbr\u00fccke und die Josef-Kardinal-Frings-Br\u00fccke sei man jedenfalls weit fortgeschritten. \u201eDa wir die Bauwerke aber trotzdem noch ein paar Jahre brauchen, m\u00fcssen wir sie teilweise sanieren\u201c, erkl\u00e4rte der Minister. \u201eDeshalb m\u00fcssen wir alles, was den Br\u00fccken schadet, verhindern.\u201c So werde die Uerdinger Rheinbr\u00fccke zum Beispiel im Schnitt von 170 Fahrzeugen pro Tag befahren, die schwerer als 30 Tonnen sind. Studien belegen, dass ein 40-Tonner die Infrastruktur so stark belastet wie 60.000 Pkw. \u201eEs kann nicht sein, dass sich einzelne einen Vorteil verschaffen und damit zu einem riesigen volkswirtschaftlichen Schaden beitragen.\u201c Deshalb habe NRW eine Bundesratsinitiative auf den Weg gebracht, unter anderem mit dem Ziel, die Bu\u00dfgelder f\u00fcr diese Vergehen zu erh\u00f6hen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der anschlie\u00dfenden Diskussionsrunde zwischen Verkehrsminister Krischer, Tobias Haberland (M. Zietzschmann GmbH &amp; Co. KG), Dr. Udo Pasderski (DEGES GmbH), Thomas Nyhsen (STRABAG AG) und Dr. Alexander Beutling (Lenz und Johlen Rechtsanw\u00e4lte) stand vor allem die Frage im Mittelpunkt, warum die Verfahren so lange dauern und was man dagegen tun kann. F\u00fcr Haberland steht fest: \u201eDie Zeit, die es braucht, die Sch\u00e4den zu beheben, haben wir nicht. Daf\u00fcr sind die wirtschaftlichen Sch\u00e4den zu immens\u201c, erkl\u00e4rte er und forderte: \u201eWir m\u00fcssen im Sinne des kombinierten Verkehrs das gesamte Verkehrssystem betrachten.\u201c Dar\u00fcber hinaus m\u00fcsse sich \u201edas Mindset\u201c \u00e4ndern: \u201eWenn ich von einer Beh\u00f6rde h\u00f6re, ,ich finde immer einen Grund, Ihren Antrag abzulehnen\u2018 kann etwas nicht stimmen.\u201c Die Einstellung aller Beteiligten spielt auch f\u00fcr Pasderski eine entscheidende Rolle: \u201eEs gibt sicherlich viele kleine Gr\u00fcnde f\u00fcr Verz\u00f6gerungen. Wichtig ist aber vor allem, dass die Entscheider mutiger vorangehen und an einem Strang ziehen m\u00fcssen.\u201c Thomas Nyhsen regte an, h\u00e4ufiger \u00fcber Vollsperrungen nachzudenken. \u201eDamit w\u00fcrden erheblich viel Bauzeit und Kosten gespart.\u201c Die \u201efunktionale Ausschreibung\u201c k\u00f6nne er nur bef\u00fcrworten. \u201eSo k\u00f6nnen wir unsere Ideen miteinbringen und kommen nicht erst mit an den Tisch, wenn schon alles geplant ist. Daf\u00fcr \u00fcbernehmen wir dann auch gerne die Verantwortung.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Beutling erl\u00e4uterte die Kernpunkte des \u201eRechtsgutachtens zur Beschleunigung von Planungsverfahren f\u00fcr den Ersatzneubau von Br\u00fccken am Beispiel der Josef-Kardinal-Frings-Br\u00fccke, Neuss\/D\u00fcsseldorf\u201c und betonte: \u201eDie beh\u00f6rdlichen Entscheidungsprozesse sind h\u00e4ufig ein Problem.\u201c Zudem m\u00fcsse es f\u00fcr jedes Projekt durchgehend einen Ansprechpartner beziehungsweise eine Ansprechpartnerin in den entsprechenden Beh\u00f6rden geben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eWir sehen, dass die Lage ernst ist. Jeder verlorene Monat kostet Wettbewerbsf\u00e4higkeit und Vertrauen in den Standort\u201c, sagte Steinmetz am Schluss. \u201eAber wir nehmen wahr, dass sich viel tut und sich die Kommunikation der Akteure untereinander verbessert hat. Alle Beteiligten sind weiter gefordert: Es muss noch mehr gehen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Quelle: <a href=\"https:\/\/mittlerer-niederrhein.ihk.de\/news\/detail\/nrw-verkehrsminister-krischer-zu-gast-beim-ihk-bruecken-talk\">IHK Mittlerer Niederrhein<\/a><\/p>\n\n\n<figure class=\"wp-block-post-featured-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1280\" height=\"984\" src=\"https:\/\/standort-niederrhein.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/csm_pm172_Bruecken_Talk_Foto1_15e38f4add.jpg\" class=\"attachment-post-thumbnail size-post-thumbnail wp-post-image\" alt=\"\" style=\"object-fit:cover;\" srcset=\"https:\/\/standort-niederrhein.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/csm_pm172_Bruecken_Talk_Foto1_15e38f4add.jpg 1280w, https:\/\/standort-niederrhein.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/csm_pm172_Bruecken_Talk_Foto1_15e38f4add-980x753.jpg 980w, https:\/\/standort-niederrhein.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/csm_pm172_Bruecken_Talk_Foto1_15e38f4add-480x369.jpg 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) 1280px, 100vw\" \/><\/figure>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sie diskutierten beim IHK-Br\u00fccken-Talk (v.l.n.r.): Thomas Nyhsen (STRABAG AG), Tobias Haberland (M. Zietzschmann GmbH &amp; Co. KG), Dr. Alexander Beutling (Lenz und Johlen Rechtsanw\u00e4lte), Oliver Krischer (Minister f\u00fcr Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen), J\u00fcrgen Steinmetz (IHK-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer) und Dr. Udo Pasderski (DEGES GmbH). | Foto: IHK Mittlerer Niederrhein<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mittlerer Niederrhein. Man d\u00fcrfe das Wort \u201eKrise\u201c nicht \u00fcberbeanspruchen, aber von einer Infrastrukturkrise k\u00f6nne man durchaus sprechen. \u201eWir erleben etwas, das die Wirtschaft schon jetzt einschr\u00e4nkt\u201c, erkl\u00e4rte Oliver Krischer, Minister f\u00fcr Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, zu Beginn seines Impuls-Vortrags im IHK-Pavillon auf dem Campus Zukunft in Neuss. 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