{"id":8218,"date":"2026-07-13T08:00:00","date_gmt":"2026-07-13T06:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/standort-niederrhein.de\/?p=8218"},"modified":"2026-07-17T10:38:00","modified_gmt":"2026-07-17T08:38:00","slug":"mehr-vertrauen-und-weniger-misstrauen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/standort-niederrhein.de\/en\/2026\/07\/13\/mehr-vertrauen-und-weniger-misstrauen\/","title":{"rendered":"\u201eMehr Vertrauen und weniger Misstrauen\u201c"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Mittlerer Niederrhein. <\/strong>Wie k\u00f6nnen Planungs- und Genehmigungsverfahren so beschleunigt werden, dass dringend erforderliche Bau- und Infrastrukturprojekte mit weniger B\u00fcrokratie und deutlich schneller umgesetzt werden? Diese Frage stand im Mittelpunkt des 2. Beschleunigertags zu dem die Industrie- und Handelskammern Mittlerer Niederrhein, Aachen und K\u00f6ln im Rahmen des Pakts f\u00fcr Planungsbeschleunigung eingeladen hatten. Rund 80 Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung diskutierten \u00fcber innovative Ans\u00e4tze zur Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren. Im Fokus standen unter anderem der Faktor Mitarbeitende im Planungs- und Genehmigungsprozess, KI-gest\u00fctzte Prozesse, digitale Bauantragspr\u00fcfungen und Kollaborationsplattformen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach den Fachvortr\u00e4gen am Vormittag war am Nachmittag Mona Neubaur, Ministerin f\u00fcr Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen sowie stellvertretende Ministerpr\u00e4sidentin, zu Gast, um mit Expertinnen und Experten \u00fcber neue Wege bei der Planungsbeschleunigung zu diskutieren. \u201eEigentlich sollte jeder Tag Beschleunigertag sein\u201c, sagte die Ministerin und verwies auf die herausfordernde Lage vieler Unternehmen. \u201eWir m\u00fcssen alles f\u00fcr unsere internationale Wettbewerbsf\u00e4higkeit tun \u2013 dazu geh\u00f6ren auch z\u00fcgige Planungs- und Genehmigungsverfahren und der Abbau b\u00fcrokratischer H\u00fcrden.\u201c Neubaur verwies auf das Gesetzespakt der Landesregierung, das Unternehmen von B\u00fcrokratie entlasten soll. Demnach sollen Unternehmen ab dem 1. Januar 2027 grunds\u00e4tzlich von allen landesrechtlichen Berichts- und Dokumentationspflichten befreit werden. Fortbestehen sollen nur Pflichten, die zwingend erforderlich sind und fundiert begr\u00fcndet werden. \u201eDas ist ein Paradigmenwechsel\u201c, betonte Neubaur. \u201eJetzt m\u00fcssen sich diejenigen erkl\u00e4ren, die B\u00fcrokratie haben m\u00f6chten, und nicht diejenigen, die sie abbauen m\u00f6chten.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die anschlie\u00dfende Diskussion er\u00f6ffnete Moderator Bernd Steinbrecher mit der Frage an die Panel-Teilnehmer, was aus ihrer Sicht nun oberste Priorit\u00e4t haben sollte. \u201eWir m\u00fcssen aus dem Ziel der Beschleunigung einen Standard machen. Die meisten Verfahren scheitern nicht an fehlenden Ideen, sondern an fehlenden Kapazit\u00e4ten, zu vielen Schnittstellen und uneinheitlichen Abl\u00e4ufen. Deshalb brauchen wir eine Kultur, in der L\u00f6sungen gesucht werden und nicht Gr\u00fcnde, warum etwas nicht geht\u201c, sagte J\u00fcrgen Steinmetz, Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer der IHK Mittlerer Niederrhein. \u201eHandeln m\u00fcssen vor allem die F\u00fchrungsebenen in Politik und Verwaltung. Denn dort werden Priorit\u00e4ten gesetzt.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Martin Klingst, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Initiative handlungsf\u00e4higer Staat, kommt es darauf an, dass ein Kulturwandel einsetzt: \u201eWir brauchen mehr Vertrauen und weniger Misstrauen. Das Denken in Silos und Ressort-Zust\u00e4ndigkeiten bringt uns nicht weiter. Und: Wir brauchen mehr Quereinsteiger. Menschen die aus der Wirtschaft in die Verwaltung gehen und umgekehrt.\u201c Katja Domschky, Pr\u00e4sidentin der Architektenkammer NRW, h\u00e4lt bessere Kommunikation und klare Verwantwortlichkeiten f\u00fcr entscheidend: \u201eEs werden Dinge zu sp\u00e4t gekl\u00e4rt. Verl\u00e4ssliche Standards und eindeutige Ziele sorgen f\u00fcr Qualit\u00e4t und f\u00fcr schnellere Prozesse.\u201c Bodo Middeldorf, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Zukunsftagentur Rheinisches Revier, appellierte an alle Akteure, punktgenau mit einem gemeinsamen Blick auf das Ziel zu arbeiten: \u201eZeitdruck kann einen beschleunigenden Effekt haben.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Katja W\u00fcnschel, Chief Development Officer und Mitglied des Vorstands von Vonovia, brachte die Sicht der Wohnungswirtschaft ein: \u201eWenn wir mehr Wohnungen schneller und kosteng\u00fcnstiger bauen wollen, m\u00fcssen wir genauer unterscheiden, welche Standards wirklich notwendig sind und auf welche Komfortstandards wir verzichten k\u00f6nnen. Der Geb\u00e4udetyp E und serielles Bauen sind daf\u00fcr wichtige Hebel.\u201c \u201eHilfreich w\u00e4re auch\u201c, so W\u00fcnschel weiter, ,,wenn wir in den Kommunen nicht viele einzelne Stationen, sondern einen festen Ansprechpartner h\u00e4tten, der Projekte begleitet und Fragen b\u00fcndelt.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Prof. Dr. Hans J\u00f6rg Hennecke, Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer von HANDWERK.NRW, erinnerte daran, dass bei Planungsprozessen Schnelligkeit und Qualit\u00e4t gew\u00e4hrleistet sein m\u00fcssen: \u201eVergabe und Umsetzung m\u00fcssen deshalb von Beginn mitgedacht werden.\u201c Schnelligkeit der Planung h\u00e4nge auch von der Qualit\u00e4t der Gesetzgebung ab: \u201eWir brauchen praxistaugliche Gesetze, deren Vollzug schon im Gesetzgebungsverfahren durch Praxis-Checks konsequent mitgedacht wird.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Quelle: <a href=\"https:\/\/mittlerer-niederrhein.ihk.de\/news\/detail\/mehr-vertrauen-und-weniger-misstrauen\">IHK Mittlerer Niederrhein<\/a><\/p>\n\n\n<figure class=\"wp-block-post-featured-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1280\" height=\"854\" src=\"https:\/\/standort-niederrhein.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/csm_pm168_Beschleunigertag_Campus_Talk_Neubaur_78a0c264b6.jpg\" class=\"attachment-post-thumbnail size-post-thumbnail wp-post-image\" alt=\"\" style=\"object-fit:cover;\" srcset=\"https:\/\/standort-niederrhein.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/csm_pm168_Beschleunigertag_Campus_Talk_Neubaur_78a0c264b6.jpg 1280w, https:\/\/standort-niederrhein.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/csm_pm168_Beschleunigertag_Campus_Talk_Neubaur_78a0c264b6-980x654.jpg 980w, https:\/\/standort-niederrhein.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/csm_pm168_Beschleunigertag_Campus_Talk_Neubaur_78a0c264b6-480x320.jpg 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) 1280px, 100vw\" \/><\/figure>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sie diskutierten beim Beschleunigertag, v.r.: IHK-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer J\u00fcrgen Steimetz, Katja Domschky (Pr\u00e4sidentin der Architektenkammer NRW), Martin Klingst (Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Initiative handlungsf\u00e4higer Staat), Landes-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur, Moderator Bernd Steinbrecher, Bodo Middeldorf (Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Zukunsftagentur Rheinisches Revier), Prof. Dr. Hans J\u00f6rg Hennecke (Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer von HANDWERK.NRW) und Katja W\u00fcnschel (Mitglied des Vorstands der Vonovia SE). | Foto: IHK Mittlerer Niederrhein<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mittlerer Niederrhein. 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