{"id":8091,"date":"2026-06-27T07:00:00","date_gmt":"2026-06-27T05:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/standort-niederrhein.de\/?p=8091"},"modified":"2026-06-29T13:10:05","modified_gmt":"2026-06-29T11:10:05","slug":"energiedialog-austausch-zwischen-politik-und-wirtschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/standort-niederrhein.de\/en\/2026\/06\/27\/energiedialog-austausch-zwischen-politik-und-wirtschaft\/","title":{"rendered":"Energiedialog: Austausch zwischen Politik und Wirtschaft"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Mittlerer Niederrhein.<\/strong> \u201eOhne eine sichere Energieversorgung zu wettbewerbsf\u00e4higen Preisen geht f\u00fcr unsere Unternehmen nichts\u201c, erkl\u00e4rte J\u00fcrgen Steinmetz, Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein in seiner Begr\u00fc\u00dfung zum IHK-Energiedialog 2026. Dazu hatte die IHK in den Pavillon auf dem Campus Zukunft auf dem Wendersplatz in Neuss eingeladen. \u201eDie energieintensive Industrie ist f\u00fcr unseren Wohlstand besonders wichtig, allein von den Unternehmen im Rheinland sind deutschlandweit mehr als 800.000 Arbeitspl\u00e4tze abh\u00e4ngig.\u201c Allerdings st\u00fcnden die Unternehmen vor immensen Herausforderungen \u2013 was nicht zuletzt die schlechten Nachrichten der vergangenen Wochen belegten: Das Unternehmen Venator in Krefeld hat angek\u00fcndigt, das Werk zu schlie\u00dfen, die Krefelder Siempelkamp Maschinen- und Anlagenbau GmbH beabsichtigt, Stellen abzubauen, und das Maschinenbauunternehmen Tr\u00fctzschler erkl\u00e4rte vor wenigen Tagen, dass es seine Produktion in M\u00f6nchengladbach einstelle. Und dennoch: \u201eDie Transformation bietet auch viele Chancen und Wertsch\u00f6pfungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr die Unternehmen. Hier ist es wichtig, den Rahmen so zu stecken, dass sich M\u00e4rkte entwickeln k\u00f6nnen und nicht eingeschr\u00e4nkt werden\u201c, erkl\u00e4rte Steinmetz. \u201eUmso wichtiger ist der enge Austausch zwischen Wirtschaft und Politik, um Perspektiven nachvollziehen und L\u00f6sungswege diskutieren zu k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Elisabeth Winkelmeier-Becker, Vorsitzende des Parlamentarischen Beirats f\u00fcr nachhaltige Entwicklung und Zukunftsfragen des Bundestags, gab in ihrer Keynote einen \u00dcberblick \u00fcber die Aktivit\u00e4ten der Bundespolitik rund um das Thema Energie. Dabei betonte sie: \u201eEs sind noch viele Hausaufgaben zu machen. Wir wissen, was auf dem Spiel steht.\u201c Schlie\u00dflich sei die Zahl der Industriearbeitspl\u00e4tze auf dem tiefsten Stand seit Jahren. Allerdings habe man schon einiges erreicht beziehungsweise auf den Weg gebracht. Als Beispiele nannte sie den Industriestrompreis, dem Br\u00fcssel j\u00fcngst zugestimmt habe. Dar\u00fcber hinaus soll das Netzpaket f\u00fcr mehr Transparenz sorgen und das Wasserstoffbeschleunigungsgesetz den schnellen Ausbau der Wasserstoffinfrastruktur f\u00f6rdern. Diskutiert w\u00fcrde dar\u00fcber hinaus derzeit das Gesetz zur Sicherung der Versorgungssicherheit Strom und zur Bereitstellung neuer Erzeugungskapazit\u00e4ten (StromVKG) sowie die Anpassung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese zahlreichen Ma\u00dfnahmen w\u00fcrden von der Politik sicherlich nach bestem Wissen und Gewissen erarbeitet, so Dr. Sebastian Bolay, Bereichsleiter Energie, Umwelt, Industrie bei der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK). Allerdings seien sie unter Ber\u00fccksichtigung des Gesamtsystems oft nicht zielf\u00fchrend. \u201eEs wird immer ein Pflaster auf ein schon vorhandenes geklebt. Mit diesem St\u00fcckwerk wird jedoch keine grundlegende Verbesserung erreicht.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Winkelmeier-Becker erkl\u00e4rte, dass die Politik mit den Vorhaben die Grundlage f\u00fcr Investitionen schaffen wolle: \u201eWir m\u00fcssen den Transformationspfad weitergehen; dazu brauchen wir auch gute Voraussetzungen f\u00fcr privatwirtschaftliche Investoren, damit diese weiterhin in Erneuerbare Energien investieren.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diesen Weg ist das Unternehmen Speira gegangen, wie Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Volker Backs berichtete. Neben ihm f\u00fchrten Winkelmeier-Becker, Silke Krebs (Staatssekret\u00e4rin im Ministerium f\u00fcr Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen), Christin Schack (Vice President und Managing Director in der Region Central Europe bei 3M und Vorsitzende der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung 3M Deutschland GmbH), Dr. Sebastian Bolay und die G\u00e4ste eine von Tom Hegermann moderierte, mitunter kontroverse und emotionale Diskussion.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eSpeira hat sich aus der energieintensiven Produktion von Prim\u00e4raluminium verabschiedet und diese durch Recycling mehr als ersetzt. Diese strategische Entscheidung ergab sich aus der energiepolitischen Perspektive f\u00fcr Deutschland und in der Verantwortung f\u00fcr die Zukunftsf\u00e4higkeit unseres Unternehmens. Die Transformation zu einem Hersteller von Aluminium-L\u00f6sungen auf Recyclingbasis \u2013 ein Weg, den wir bereits vor mehr als 20 Jahren begonnen haben \u2013 wurde dadurch noch einmal beschleunigt\u201c, erkl\u00e4rte Volker Backs. Vor dem Hintergrund der immensen Investitionen des Unternehmens verdeutlichte er: \u201eWettbewerbsf\u00e4higkeit ist die Basis f\u00fcr Transformation. Wir m\u00fcssen wettbewerbsf\u00e4hig sein, um in Klimaneutralit\u00e4t zu investieren.\u201c Umso unverst\u00e4ndlicher sind f\u00fcr den Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer manche politischen Regularien, die die Wirtschaft unterst\u00fctzen sollten \u2013 etwa die Ausgestaltung des EU-CO<sub>2<\/sub>-Grenzausgleichssystems CBAM: \u201eSo etwas gegen die komplette europ\u00e4ische Aluminiumindustrie einzuf\u00fchren, ist schon sehr interessant\u201c, sagte er. CBAM stehe f\u00fcr zahlreiche Regelungen, deren Idee zwar sinnvoll, deren Umsetzung aber f\u00fcr die Wirtschaft mit gro\u00dfen H\u00fcrden und hemmender B\u00fcrokratie verbunden sei.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Thema B\u00fcrokratie treibt auch das Unternehmen 3M um. Deutschland ist einer von zahlreichen Produktionsstandorten des Konzerns in Europa und der Welt. \u201eUnser amerikanischer Mutterkonzern schaut ganz genau auf uns, wenn es darum geht, wo investiert wird\u201c, berichtete Schack. \u201eDa spielen Arbeits- und Energiekosten sowie die Komplexit\u00e4t der Regulierung und B\u00fcrokratie eine gro\u00dfe Rolle. Deshalb ist Planungssicherheit f\u00fcr uns sehr wichtig.\u201c Laut Schack sollte die Politik Antworten auf die Frage finden: \u201eWas braucht es, um in Deutschland zu investieren?\u201c Die 3M-Managerin verwies auch auf die Chancen, die sich durch die Dekarbonisierung und die Transformation der Wirtschaft bieten. Der Konzern achtet nicht nur bei jedem neuen Produkt auf Umweltvertr\u00e4glichkeit, sondern hat sich auch verpflichtet, eigene Produktionsprozesse grundlegend zu dekarbonisieren. Aufgrund seiner breiten Technologiebasis bietet 3M anderen Unternehmen nachhaltige L\u00f6sungen, etwa durch energieeffiziente Materialien, Leichtbaukomponenten in der Automobilindustrie oder ressourcenschonende Folien f\u00fcr das Bauwesen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unterm Strich bewies die Diskussion, was Steinmetz bereits bei seiner Begr\u00fc\u00dfung festgestellt hatte: Politik und Unternehmen haben ein gemeinsames Ziel \u2013 Klimaschutz und Wettbewerbsf\u00e4higkeit in Einklang miteinander zu bringen. \u00dcber den Weg dorthin sind sie sich allerdings nicht immer einig.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Quelle: <a href=\"https:\/\/mittlerer-niederrhein.ihk.de\/news\/detail\/energiedialog-austausch-zwischen-politik-und-wirtschaft\">IHK MIttlerer Niederrhein<\/a><\/p>\n\n\n<figure class=\"wp-block-post-featured-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1280\" height=\"879\" src=\"https:\/\/standort-niederrhein.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/csm_2026_pm154_Energiedialog_5110bf9213.jpg\" class=\"attachment-post-thumbnail size-post-thumbnail wp-post-image\" alt=\"\" style=\"object-fit:cover;\" srcset=\"https:\/\/standort-niederrhein.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/csm_2026_pm154_Energiedialog_5110bf9213.jpg 1280w, https:\/\/standort-niederrhein.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/csm_2026_pm154_Energiedialog_5110bf9213-980x673.jpg 980w, https:\/\/standort-niederrhein.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/csm_2026_pm154_Energiedialog_5110bf9213-480x330.jpg 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) 1280px, 100vw\" \/><\/figure>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sie diskutierten beim Energiedialog auf dem Campus Zukunft (v.l.): Dr. Sebastian Boley (DIHK), Christin Schack (Vice President und Managing Director in der Region Central Europe bei 3M), Volker Backs (Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Speira GmbH), Elisabeth Winkelmeier-Becker (Vorsitzende des Parlamentarischen Beirats f\u00fcr nachhaltige Entwicklung und Zukunftsfragen des Bundestags), Silke Krebs (Staatssekret\u00e4rin im Ministerium f\u00fcr Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen) und IHK-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer J\u00fcrgen Steinmetz. | Foto: IHK Mittlerer Niederrhein<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mittlerer Niederrhein. \u201eOhne eine sichere Energieversorgung zu wettbewerbsf\u00e4higen Preisen geht f\u00fcr unsere Unternehmen nichts\u201c, erkl\u00e4rte J\u00fcrgen Steinmetz, Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein in seiner Begr\u00fc\u00dfung zum IHK-Energiedialog 2026. 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