{"id":7774,"date":"2026-05-11T06:00:00","date_gmt":"2026-05-11T04:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/standort-niederrhein.de\/?p=7774"},"modified":"2026-05-08T08:32:34","modified_gmt":"2026-05-08T06:32:34","slug":"resilienz-ist-das-gebot-der-stunde","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/standort-niederrhein.de\/en\/2026\/05\/11\/resilienz-ist-das-gebot-der-stunde\/","title":{"rendered":"\u201eResilienz ist das Gebot der Stunde\u201c"},"content":{"rendered":"\n<p>Mittlerer Niederrhein. Was vor einigen Jahren noch undenkbar war, ist inzwischen ein Szenario, auf das sich Deutschland vorbereiten sollte: der Verteidigungsfall. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine und neue sicherheitspolitische Realit\u00e4ten haben konkrete Auswirkungen auf den Staat, die Gesellschaft, die Menschen \u2013 und auch auf die Wirtschaft. Wie die Situation in Nordrhein-Westfalen ist, erl\u00e4uterte Brigadegeneral Hans-Dieter M\u00fcller den Mitgliedern der Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein. Der Kommandeur des Landeskommandos Nordrhein-Westfalen in D\u00fcsseldorf war zu Gast in der j\u00fcngsten Sitzung des IHK-Gremiums. \u201eSicherheit und Verteidigung sind keine abstrakten Themen mehr, sondern sie betreffen alle \u2013 auch uns Unternehmerinnen und Unternehmer\u201c, sagte IHK-Pr\u00e4sident Elmar te Neues zur Begr\u00fc\u00dfung.<\/p>\n\n\n\n<p>Schonungslos analysierte M\u00fcller zu Beginn seines Vortrags die Situation der deutschen Streitkr\u00e4fte: \u201eWir haben die Armee seit 1989 mit der Einl\u00f6sung der Friedensdividende stark runtergefahren\u201c, so M\u00fcller. \u201eIn der Bundeswehr werden enorme Anstrengungen unternommen, damit wir uns wieder so aufstellen, dass wir auch nur ansatzweise abschrecken.\u201c Dass dies angesichts der russischen Aggression dringend notwendig sei, daran lie\u00df der Brigadegeneral keinen Zweifel: \u201eWir haben es international mit purer Machtpolitik zu tun. Das hei\u00dft: Wir m\u00fcssen stark sein, gesellschaftlich, milit\u00e4risch und auch wirtschaftlich. Resilienz ist das Gebot der Stunde.\u201c Auf diesem Weg seien bereits gro\u00dfe Fortschritte gemacht worden. M\u00fcller verwies auf die gigantischen Investitionen des Bundes in die R\u00fcstung: \u201eDas ist eine gro\u00dfe Chance f\u00fcr die deutsche Wirtschaft. Nahezu alle Bereiche der Industrie werden gebraucht.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Mit Blick auf die aktuelle Bedrohungslage und m\u00f6gliche Notsituationen warnte der Brigadegeneral die versammelten Unternehmerinnen und Unternehmer: \u201eBetrieben, die H\u00e4rtung und Resilienz nicht als wichtiges Unternehmensziel begreifen, k\u00f6nnte die Insolvenz drohen. Das sollte Chefsache sein.\u201c Insbesondere im Bereich IT-Sicherheit sollten sich Firmen wappnen und Daten und Systeme vor Angriffen sch\u00fctzen, empfahl M\u00fcller. F\u00fcr den Katastrophenfall m\u00fcssten Unternehmen daf\u00fcr sorgen, dass ihre Stromversorgung etwa durch Aggregate sichergestellt sei. Mindestens genauso wichtig sei die Wasserversorgung. Auch im Bereich Personal gebe es Handlungsbedarf: \u201eWissen Sie, wer ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Reservistin oder Reservist oder bei der freiwilligen Feuerwehr aktiv ist? Diese Besch\u00e4ftigten werden im Ernstfall nicht im Betrieb sein k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Dass die Unternehmen am Mittleren Niederrhein die Auswirkungen der ver\u00e4nderten sicherheitspolitischen Lage deutlich sp\u00fcren und zugleich erheblichen Handlungsbedarf bei Vorsorge, Information und Vernetzung sehen, zeigt eine aktuelle Befragung der IHK, an der sich gut 200 Mitgliedsunternehmen beteiligt haben. Die Ergebnisse sind repr\u00e4sentativ f\u00fcr die Struktur der regionalen Wirtschaft.<\/p>\n\n\n\n<p>71 Prozent der befragten Unternehmen berichten von mittleren bis starken Auswirkungen auf ihren Betrieb. Besonders h\u00e4ufig nennen sie gestiegene Kosten f\u00fcr Energie, Transport und Absicherung (84 Prozent). Dar\u00fcber hinaus sehen sich viele Unternehmen mit Lieferkettenst\u00f6rungen (44 Prozent), Investitionsunsicherheit (42 Prozent) und einem wachsenden Bedarf an Cyber-Sicherheit (30 Prozent) konfrontiert. Auch die Zusammenarbeit mit internationalen Partnern gestaltet sich f\u00fcr 21 Prozent schwieriger.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Teil der Unternehmen misst sich selbst eine besondere Rolle in Krisensituationen bei: 29 Prozent sehen sich als potenziell systemrelevant, vor allem in den Bereichen Energie- und Wasserversorgung sowie Logistik und Verkehr. Gleichzeitig gibt rund jedes zehnte Unternehmen an, die eigene Bedeutung in solchen Szenarien nicht einsch\u00e4tzen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Beim Thema Vorsorge zeigt sich Nachholbedarf. 59 Prozent der Unternehmen haben bislang keine oder nur geringe Ma\u00dfnahmen zur Krisenvorbereitung getroffen. Weitere 33 Prozent planen entsprechende Schritte, w\u00e4hrend erst 7 Prozent bereits konkrete Vorkehrungen umgesetzt haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Entsprechend gro\u00df ist der Unterst\u00fctzungsbedarf: Besonders h\u00e4ufig nennen die Unternehmen die Themen Energie- und Versorgungssicherheit (43 Prozent), Krisenvorsorge (40 Prozent) sowie Cybersicherheit und Wirtschaftsschutz (35 Prozent). Auch die St\u00e4rkung der Lieferketten (27 Prozent) und rechtliche Fragen im Krisenfall (24 Prozent) spielen eine wichtige Rolle. Zudem bestehen Defizite bei Wissen und Vernetzung. 54 Prozent der Unternehmen verf\u00fcgen \u00fcber keine Kontakte im Bereich Krisenvorsorge oder Sicherheit. Drei Viertel der Befragten kennen die Rahmenrichtlinien zur Gesamtverteidigung nicht oder nur dem Namen nach. Auch das Wirtschaftssicherstellungsgesetz ist nur wenigen Unternehmen vertraut.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDie Umfrage zeigt: Die Unternehmen haben die ver\u00e4nderte Lage erkannt, sind aber vielfach noch nicht ausreichend vorbereitet\u201c, sagte IHK-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer J\u00fcrgen Steinmetz. \u201eAls IHK werden wir unsere Mitgliedsunternehmen gezielt informieren, beraten und st\u00e4rker vernetzen, um die wirtschaftliche Resilienz in der Region zu st\u00e4rken.\u201c Auf der Grundlage der Unternehmensbefragung hat die IHK ein Positionspapier \u201eSicherheit und Verteidigung\u201c erarbeitet, das nun gemeinsam mit Mitgliedsunternehmen weiterentwickelt und der Vollversammlung zur Verabschiedung vorgelegt wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/mittlerer-niederrhein.ihk.de\/news\/detail\/resilienz-ist-das-gebot-der-stunde\">IHK Mittlerer Niederrhein<\/a><\/p>\n\n\n<figure class=\"wp-block-post-featured-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1280\" height=\"854\" src=\"https:\/\/standort-niederrhein.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/csm_2026_pm113_IHK_Vollversammlung_General_Mueller__1__f4f3916a80.jpg\" class=\"attachment-post-thumbnail size-post-thumbnail wp-post-image\" alt=\"\" style=\"object-fit:cover;\" srcset=\"https:\/\/standort-niederrhein.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/csm_2026_pm113_IHK_Vollversammlung_General_Mueller__1__f4f3916a80.jpg 1280w, https:\/\/standort-niederrhein.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/csm_2026_pm113_IHK_Vollversammlung_General_Mueller__1__f4f3916a80-980x654.jpg 980w, https:\/\/standort-niederrhein.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/csm_2026_pm113_IHK_Vollversammlung_General_Mueller__1__f4f3916a80-480x320.jpg 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) 1280px, 100vw\" \/><\/figure>\n\n\n<p>Brigadegeneral Hans-Dieter M\u00fcller, Kommandeur des Landeskommandos Nordrhein-Westfalen, war zu Gast in der Vollversammlung der IHK Mittlerer Niederrhein. | Foto: IHK Mittlerer Niederrhein<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mittlerer Niederrhein. 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