{"id":7700,"date":"2026-04-26T06:00:00","date_gmt":"2026-04-26T04:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/standort-niederrhein.de\/?p=7700"},"modified":"2026-04-21T10:49:15","modified_gmt":"2026-04-21T08:49:15","slug":"note-266-fuer-brueggen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/standort-niederrhein.de\/en\/2026\/04\/26\/note-266-fuer-brueggen\/","title":{"rendered":"Note 2,66 f\u00fcr Br\u00fcggen"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Mittlerer Niederrhein.<\/strong> Die Br\u00fcggener Unternehmen geben ihrem Wirtschaftsstandort die Note 2,66. Damit schneidet die Burggemeinde etwas besser ab als der Durchschnitt der vergangenen IHK-Standortanalysen am Mittleren Niederrhein seit 2021. Das ist das Ergebnis der Standortanalyse Br\u00fcggen, die die Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein vorgestellt hat. \u201eStandortst\u00e4rken sind die attraktive Ortsmitte und die kommunalen Leistungen\u201c, erkl\u00e4rt IHK-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer J\u00fcrgen Steinmetz. Die Standortanalyse basiert auf der Auswertung amtlicher Statistiken und einer Unternehmensbefragung der IHK, an der sich knapp 160 Br\u00fcggener Betriebe mit mehr als 2.400 Mitarbeitenden beteiligt haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Zum Stichtag 30. Juni 2025 waren in Br\u00fcggen insgesamt 5.200 sozialversicherungspflichtig Besch\u00e4ftigte t\u00e4tig. Seit 1999 ist die Besch\u00e4ftigung damit um 64,8 Prozent gestiegen. So hat sich der Standort deutlich dynamischer entwickelt als Nordrhein-Westfalen und der Kreis Viersen. \u201eBr\u00fcggen ist als Arbeitsort \u00fcber viele Jahre hinweg gewachsen. Das ist ein starkes Signal f\u00fcr die wirtschaftliche Substanz des Standorts, auch wenn der Zuwachs von einem vergleichsweise niedrigen Ausgangsniveau aus erfolgte\u201c, sagt Gregor Werkle, Bereichsleiter Wirtschaftspolitik bei der IHK Mittlerer Niederrhein. Besonders pr\u00e4gend ist die industrielle Struktur des Standorts: 42,9 Prozent der Besch\u00e4ftigten arbeiten im Produzierenden Gewerbe. Zum Vergleich: In NRW ist es jeder vierte.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch die volkswirtschaftlichen Kennzahlen sind solide. Mit einer einzelhandelsrelevanten Kaufkraft von 101,8 liegt Br\u00fcggen \u00fcber dem bundesdeutschen Durchschnitt. Die Zentralit\u00e4tskennziffer von 98,1 zeigt, dass zwar ein Teil der Kaufkraft ins Umland abflie\u00dft, Br\u00fcggen im Vergleich mit \u00e4hnlich gro\u00dfen Kommunen aber gut aufgestellt ist. Dazu tr\u00e4gt auch die Funktion als Tourismusstandort bei. \u201eBr\u00fcggen verf\u00fcgt \u00fcber eine gute Ausgangslage f\u00fcr Handel, Gastronomie und konsumnahe Dienstleistungen. Gerade aus der Verbindung von Tourismus, Aufenthaltsqualit\u00e4t und Einzelhandel l\u00e4sst sich weiteres Potenzial f\u00fcr den Standort entwickeln\u201c, so Werkle.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch die kommunalen Finanzkennzahlen sind positiv. Die Realsteueraufbringungskraft der Gewerbesteuer lag 2024 \u00fcber dem Kreis Viersen sowie deutlich \u00fcber dem Durchschnitt vergleichbarer Kommunen am Mittleren Niederrhein. Zwischen 2019 und 2024 stieg die Steuereinnahmekraft um 35,8 Prozent, die Realsteueraufbringungskraft der Gewerbesteuer sogar um 67,3 Prozent. \u201eDas zeigt, dass Br\u00fcggen innerhalb der kleineren Kommunen der Region \u00fcber vergleichsweise steuerstarke Betriebe verf\u00fcgt. Diese wirtschaftliche Basis ist ein klarer Standortvorteil\u201c, betont Werkle.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00c4hnlich positiv wie die amtlichen Kennzahlen sind auch die Ergebnisse der Unternehmensbefragung. Die antwortenden Unternehmen bewerteten den Standort insgesamt sowie rund 40 einzelne Standortfaktoren mit Schulnoten von 1 bis 6. \u201eDas Urteil f\u00e4llt mit der Gesamtnote 2,66 ordentlich aus. Br\u00fcggen liegt damit leicht \u00fcber dem Durchschnitt der IHK-Standorte am Mittleren Niederrhein. Gegen\u00fcber der vorherigen Br\u00fcggener Befragung aus dem Jahr 2021 ist die Bewertung zwar etwas schw\u00e4cher ausgefallen, das hat aber auch mit den insgesamt schwierigeren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Deutschland zu tun\u201c, sagt Steinmetz.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu den klaren St\u00e4rken Br\u00fcggens z\u00e4hlen aus Sicht der Unternehmen die Verkehrsanbindung an das Stra\u00dfen- und Autobahnnetz, der Zustand der \u00fcber\u00f6rtlichen Stra\u00dfeninfrastruktur, das Image des Standorts und die N\u00e4he zu wichtigen Kunden. Besonders positiv bewerten die Betriebe zudem das Themenfeld \u201eInner\u00f6rtliche Standortfaktoren\u201c. Gute Noten erhalten in diesem Bereich unter anderem die Sicherheit in den Ortszentren, das Naherholungs- und Freizeitangebot, das Ortsbild, die inner\u00f6rtlichen Verkehrsverh\u00e4ltnisse sowie die Einkaufsm\u00f6glichkeiten und der Branchenmix. Auff\u00e4llig gut wird auch die H\u00f6he der Parkgeb\u00fchren bewertet. \u201eDas ist ein klarer Hinweis darauf, dass das kostenlose Parken im Ortskern von den Unternehmen als echter Standortvorteil wahrgenommen wird\u201c, erkl\u00e4rt der IHK-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer.<\/p>\n\n\n\n<p>Positiv bewerten die Unternehmen au\u00dferdem viele Leistungen der Kommunalverwaltung. Die Kommunikation mit der Verwaltung, die beh\u00f6rdlichen Reaktionszeiten sowie die Erreichbarkeit und \u00d6ffnungszeiten der Beh\u00f6rden schneiden in Br\u00fcggen besser ab als im regionalen Durchschnitt. Auch der Digitalisierungsgrad der Verwaltung und die Dauer von Plan- und Genehmigungsverfahren werden g\u00fcnstiger bewertet als im Schnitt am Mittleren Niederrhein. \u201eIn Zeiten eines fortschreitenden B\u00fcrokratieaufbaus k\u00f6nnen wirtschaftsfreundliche Kommunen den entscheidenden Unterschied machen\u201c, so Steinmetz. Bei den arbeitsmarktrelevanten Faktoren punktet Br\u00fcggen insbesondere mit einem guten Wohnumfeld f\u00fcr die Mitarbeitenden, einer guten Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie positiven Bewertungen f\u00fcr Schulen, Weiterbildung, Hochschuln\u00e4he und die Zusammenarbeit zwischen Betrieben und Schulen.<\/p>\n\n\n\n<p>Kritischer sehen die Unternehmen vor allem einzelne kommunale Kosten. So liegt die Bewertung des Gewerbesteuerhebesatzes bei 3,42. Positiv wertet Steinmetz jedoch, dass der Hebesatz in Br\u00fcggen der zweitg\u00fcnstigste in der gesamten Region ist \u2013 dies spiegelt sich auch in der Umfrage wider. Am Mittleren Niederrhein wird der Standortfaktor im Durchschnitt mit 3,72 bewertet. \u201eAllerdings tr\u00e4gt zur Unzufriedenheit bei, dass wir im bundesweiten Vergleich am gesamten Mittleren Niederrhein \u00fcberdurchschnittlich hohe Gewerbesteuerhebes\u00e4tze haben\u201c, betont Steinmetz. Deutlich kritischer als 2021 (3,37) f\u00e4llt die Bewertung des Grundsteuerhebesatzes mit 3,50 aus. \u201eEs zeigt sich, dass die differenzierten Hebes\u00e4tze bei der Grundsteuer B von vielen Unternehmen skeptisch gesehen werden\u201c, so Steinmetz. Auch die Informations- und Kommunikationsinfrastruktur erh\u00e4lt nur eine durchschnittliche Bewertung, wobei insbesondere das Mobilfunknetz, weniger der Breitbandausbau, kritisiert wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eInsgesamt bescheinigen die Unternehmen Br\u00fcggen eine gute Standortqualit\u00e4t. Sie verbinden damit aber auch Erwartungen: wettbewerbsf\u00e4hige Steuern und Geb\u00fchren, eine leistungsf\u00e4hige Infrastruktur sowie eine Wirtschaftsf\u00f6rderung, die nah an den Betrieben ist\u201c, bilanziert Steinmetz.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus den Ergebnissen leitet die IHK mehrere Handlungsempfehlungen ab. So sollte Br\u00fcggen bei den Grund- und Gewerbesteuerhebes\u00e4tzen wettbewerbsf\u00e4hig bleiben und zus\u00e4tzliche Belastungen der Unternehmen m\u00f6glichst vermeiden. Ebenso wichtig ist eine verl\u00e4ssliche Gewerbefl\u00e4chenpolitik, um neue Wertsch\u00f6pfung und zus\u00e4tzliche Gewerbesteuerertr\u00e4ge zu erm\u00f6glichen. Dar\u00fcber hinaus sollte die Anbindung an den \u00d6PNV verbessert, die Grenzn\u00e4he st\u00e4rker wirtschaftlich genutzt und der Tourismus als Standortfaktor weiterentwickelt werden. Auch die gute Erreichbarkeit des Ortskerns und der Verzicht auf Parkgeb\u00fchren sollten aus Sicht der IHK erhalten bleiben. \u201eBr\u00fcggen hat viele St\u00e4rken. Entscheidend wird sein, diese St\u00e4rken jetzt konsequent in eine zukunftsorientierte Standortpolitik zu \u00fcbersetzen\u201c, fasste Steinmetz zusammen.<\/p>\n\n\n\n<p>In der anschlie\u00dfenden Debatte legte der IHK-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Kommune erneut ans Herz, das RAL-G\u00fctezeichen \u201eMittelstandsorientierte Kommunalverwaltung\u201c anzustreben: \u201eIch bin entt\u00e4uscht, dass Ihr Wirtschaftsausschuss sich dagegen ausgesprochen hat.\u201c Durch die Zertifizierung werden Standards f\u00fcr eine wirtschaftsfreundliche Verwaltung festgelegt, etwa die Dauer von Planungs- und Genehmigungsverfahren sowie definierte Reaktionszeiten auf Anfragen von Unternehmen. \u201eDas RAL-G\u00fctezeichen ist ein hervorragendes Instrument, um sich als verl\u00e4sslicher Partner zu positionieren\u201c, so Steinmetz. \u201eIch bin ganz Ihrer Meinung. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten bereits sehr gute Arbeit. Dennoch ist es wichtig, sich einer permanenten Qualit\u00e4tskontrolle zu unterziehen, da sonst bestehende Abl\u00e4ufe nicht mehr ausreichend hinterfragt werden\u201c, entgegnete B\u00fcrgermeister Marcel Johnen. \u201eDas Thema werden wir im Blick behalten und zu gegebener Zeit vielleicht erneut aufgreifen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Gerald Laumans, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Randers Tegl Laumans GmbH, ist eine sichere und bezahlbare Energieversorgung derzeit die dr\u00e4ngendste Frage: \u201eWasserstoff ist f\u00fcr uns als energieintensives Unternehmen ein wichtiges Zukunftsthema. Ich w\u00fcnschte mir von Seiten der Politik mehr Energie und F\u00fchrungsst\u00e4rke, um das Thema voranzutreiben. Eventuell lohnt es sich, auch \u00fcber die Grenze zu schauen.\u201c Der B\u00fcrgermeister best\u00e4tigte, dass es bereits Gespr\u00e4che \u00fcber einen m\u00f6glichen Anschluss der Br\u00fcggener Industrie an das niederl\u00e4ndische Wasserstoffnetz gegeben habe.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Energiefrage treibt auch Rene Maludy um. Der Direktor des Best Western Plus Hotels in Br\u00fcggen w\u00fcnscht sich mehr Ladem\u00f6glichkeiten f\u00fcr Elektro-Fahrzeuge und eine bessere \u00d6PNV-Anbindung an gr\u00f6\u00dfere St\u00e4dte in der Region. \u201eDas w\u00e4re gut f\u00fcr unsere G\u00e4ste\u201c, so Maludy, der sich grunds\u00e4tzlich zufrieden mit dem Standort und der Auslastung seines Hauses zeigte: \u201e60 Prozent unserer G\u00e4ste sind Gesch\u00e4ftsreisende, 20 Prozent Bus-Gruppenreisende und 20 Prozent klassische Touristen.\u201c G\u00e4ste, \u00fcber die sich Leona Hastenrath, Inhaberin von LeoH. Sch\u00f6nheit und Stil, freut. Sorge bereiten ihr die Pl\u00e4ne der Verwaltung, im Rahmen eines Parkplatzmanagements auch Parkgeb\u00fchren einzuf\u00fchren: \u201eAngesichts hoher Spritpreise k\u00f6nnten zus\u00e4tzliche Kosten f\u00fcrs Parken m\u00f6gliche Besucher abschrecken.\u201c Johnen versicherte, dass es bei dem Parkraumkonzept vor allem darum gehe, Dauerparken zu vermeiden und somit den Kunden mehr freie Stellpl\u00e4tze zu bieten. \u201eBeziehen Sie die H\u00e4ndler und Gastronomen dabei bitte ein\u201c, appellierte Hastenrath. \u201eDamit wir \u2013 wie bisher auch \u2013 gemeinsam an L\u00f6sungen arbeiten. Das hat Br\u00fcggen immer ausgemacht.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die komplette Standortanalyse ist online zu finden: <a href=\"https:\/\/mittlerer-niederrhein.ihk.de\/wirtschaftsstandort\/kommunale-standortanalysen\/brueggen-2026\">mittlerer-niederrhein.ihk.de\/P664<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/mittlerer-niederrhein.ihk.de\/news\/detail\/note-266-fuer-brueggen\">IHK Mittlerer Niederrhein<\/a><\/p>\n\n\n<figure class=\"wp-block-post-featured-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1280\" height=\"900\" src=\"https:\/\/standort-niederrhein.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/csm_pm097_Standortanalyse_Brueggen_6cb536f3b0.jpg\" class=\"attachment-post-thumbnail size-post-thumbnail wp-post-image\" alt=\"\" style=\"object-fit:cover;\" srcset=\"https:\/\/standort-niederrhein.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/csm_pm097_Standortanalyse_Brueggen_6cb536f3b0.jpg 1280w, https:\/\/standort-niederrhein.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/csm_pm097_Standortanalyse_Brueggen_6cb536f3b0-980x689.jpg 980w, https:\/\/standort-niederrhein.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/csm_pm097_Standortanalyse_Brueggen_6cb536f3b0-480x338.jpg 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) 1280px, 100vw\" \/><\/figure>\n\n\n<p>Vor der Pr\u00e4sentation der Standortanalyse Br\u00fcggen (v.l.): Gerald Laumans (Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Randers Tegl Laumans GmbH), Leona Hastenrath (Inhaberin von LeoH. Sch\u00f6nheit und Stil), B\u00fcrgermeister Marcel Johnen, IHK-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer J\u00fcrgen Steinmetz, Moderator Dieter K\u00f6nnes und Rene Maludy (Direktor des Best Western Plus Hotels in Br\u00fcggen). | Foto: IHK Mittlerer Niederrhein<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mittlerer Niederrhein. Die Br\u00fcggener Unternehmen geben ihrem Wirtschaftsstandort die Note 2,66. Damit schneidet die Burggemeinde etwas besser ab als der Durchschnitt der vergangenen IHK-Standortanalysen am Mittleren Niederrhein seit 2021. 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