{"id":7697,"date":"2026-04-24T06:00:00","date_gmt":"2026-04-24T04:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/standort-niederrhein.de\/?p=7697"},"modified":"2026-04-21T10:46:03","modified_gmt":"2026-04-21T08:46:03","slug":"ihk-hat-standortanalyse-korschenbroich-vorgestellt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/standort-niederrhein.de\/en\/2026\/04\/24\/ihk-hat-standortanalyse-korschenbroich-vorgestellt\/","title":{"rendered":"IHK hat Standortanalyse Korschenbroich vorgestellt"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Mittlerer Niederrhein.<\/strong> Die Korschenbroicher Unternehmen geben ihrem Wirtschaftsstandort die Note 2,62. Sie sehen St\u00e4rken bei der Verkehrsanbindung, digitalen Infrastruktur und dem Wohnumfeld. Kritischer werden die Steuern und die Parkraumsituation in den Ortszentren bewertet. Das sind die wesentlichen Ergebnisse der Standortanalyse f\u00fcr den Wirtschaftsstandort Korschenbroich, die die Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein vorgelegt hat. Grundlage der Analyse sind amtliche Statistiken und eine Unternehmensumfrage zum Jahresbeginn, an der sich rund 160 Korschenbroicher Betriebe mit etwa 2.000 Besch\u00e4ftigten beteiligt haben. \u201eIn manchen Bereichen haben wir eine sp\u00fcrbare Verbesserung gegen\u00fcber der vorangegangenen Befragung\u201c, erkl\u00e4rte IHK-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer J\u00fcrgen Steinmetz. Insgesamt seien die Ergebnisse zwar sehr positiv, aber auch in Korschenbroich gebe es Themen, die angegangen werden m\u00fcssen<\/p>\n\n\n\n<p>Zum 30. Juni 2025 waren in Korschenbroich rund 8.500 sozialversicherungspflichtig Besch\u00e4ftigte t\u00e4tig \u2013 46,0 Prozent mehr als 1999. \u201eDamit war das Wachstum deutlich st\u00e4rker als in NRW und im Rhein-Kreis Neuss\u201c, sagte Gregor Werkle, Leiter Wirtschaftspolitik bei der IHK Mittlerer Niederrhein. Besonders dynamisch entwickelte sich der Dienstleistungsbereich: Allein zwischen 2015 und 2025 wuchs die Besch\u00e4ftigung in Handel und Dienstleistungen um 46,5 Prozent \u2013 gut doppelt so stark wie im Rhein-Kreis Neuss. Korschenbroich ist damit klar dienstleistungsgepr\u00e4gt, mit einem starken Handels- und Gastgewerbeschwerpunkt.<\/p>\n\n\n\n<p>Beim Vergleich zentraler volkswirtschaftlicher Kennziffern zeigt sich ein gemischtes Bild: Die Arbeitslosenquote lag 2025 bei lediglich 3,9 Prozent \u2013 der niedrigste Wert unter allen Vergleichskommunen der Region. Die Kaufkraft ist mit einem Index von 114,4 \u00fcberdurchschnittlich. Gleichzeitig betr\u00e4gt die Einzelhandelszentralit\u00e4t nur 70,1 \u2013 ein deutliches Signal, dass erhebliche Kaufkraft in die Umlandkommunen abflie\u00dft. \u201eDieser Wert zeigt, dass Korschenbroich sein Potenzial im lokalen Einzelhandel nicht aussch\u00f6pft\u201c, so Werkle. Die Kassenkredite liegen mit 1.325 Euro je Einwohner \u00fcber dem Kreis- und Landesdurchschnitt. Das kann die finanzielle Handlungsf\u00e4higkeit der Stadt langfristig einschr\u00e4nken. Das zeigen auch die j\u00fcngsten Diskussionen um die Haushaltslage. Der Grundsteuerhebesatz von 690 Punkten ist verglichen mit den Hebes\u00e4tzen im direkten Umfeld Korschenbroichs hoch, ebenso wie der Gewerbesteuerhebesatz (450 Punkte).<\/p>\n\n\n\n<p>Die Ergebnisse der Unternehmensbefragung zeigen ein insgesamt positives, aber differenziertes Bild: Das Gesamturteil (2,62) f\u00fcr den Wirtschaftsstandort ist besser als der mehrj\u00e4hrige Mittelwert am Mittleren Niederrhein (2,69). Im Vergleich zur vorangegangenen Befragung im Jahr 2021 (Note 2,41) hat sich die Einsch\u00e4tzung allerdings etwas verschlechtert \u2013 eine Entwicklung, die sich derzeit in der gesamten Region zeigt.<\/p>\n\n\n\n<p>Besonders positiv bewerten die Unternehmen die Anbindung an das Stra\u00dfen- und Autobahnnetz (Note 2,01) sowie die Sicherheit in den Ortszentren (Note 2,46). \u201eDass sich die Bewertung der digitalen Infrastruktur gegen\u00fcber 2021 sp\u00fcrbar verbessert hat, zeigt, dass Investitionen in diesem Bereich bei den Betrieben ankommen\u201c, lobte Steinmetz. Auch das Wohnumfeld f\u00fcr Mitarbeitende (Note 2,61) wird gut bewertet. \u201eKorschenbroich hat hier echte Standortvorteile \u2013 gerade im Wettbewerb um Fachkr\u00e4fte\u201c, so der Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer. \u201eAber es gibt auch Bewertungen, die wir ernst nehmen m\u00fcssen, zum Beispiel die steuerliche Belastung und die Verkehrssituation in den Ortskernen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die Note f\u00fcr den Gewerbesteuerhebesatz sank auf 3,91, die Grundsteuer wird mit 3,92 ebenfalls kritisch beurteilt. Am deutlichsten fiel die Verschlechterung beim Parkplatzangebot aus: Hier brach die Note deutlich auf eine 3,48 ein. \u201eDer Wegfall von Parkm\u00f6glichkeiten, insbesondere in der Korschenbroicher Innenstadt, trifft den Einzelhandel und die Gastronomie direkt\u201c, sagte Steinmetz. \u201eEs ist gut, dass die Stadt zwischenzeitlich reagiert hat und am Jane-Addams-Weg zus\u00e4tzlichen Parkraum geschaffen hat.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die IHK leitet aus den Ergebnissen klare Handlungsempfehlungen ab: Weitere Steuererh\u00f6hungen, wie zuletzt angek\u00fcndigt, sollten vermieden werden, um die Wettbewerbsf\u00e4higkeit Korschenbroichs nicht zu gef\u00e4hrden. Stattdessen muss die Steuerbasis durch neue Ansiedlungen vergr\u00f6\u00dfert werden. \u201eWir begr\u00fc\u00dfen ausdr\u00fccklich, dass die Verwaltung die Entwicklung des Gewerbegebiets \u201aGlehner Heide 2&#8242; zeitnah vorantreiben m\u00f6chte\u201c, sagte Steinmetz. Dar\u00fcber hinaus empfiehlt die IHK, einen Gewerbe- und Industriestandort im Bereich Hasseldamm in den Regionalplan aufzunehmen. Dieser Standort hat eine gute Verkehrsanbindung und ist pr\u00e4destiniert f\u00fcr emittierende Unternehmen. Au\u00dferdem sieht die IHK gro\u00dfe Chancen in einer interkommunalen Zusammenarbeit der St\u00e4dte M\u00f6nchengladbach, Willich und Korschenbroich rund um den Flughafen M\u00f6nchengladbach.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die Ortszentren fordert die IHK eine \u00dcberpr\u00fcfung des Parkraumkonzepts gemeinsam mit H\u00e4ndlern und Gewerbetreibenden sowie eine Innenstadtpolitik, die Aufenthaltsqualit\u00e4t und Erreichbarkeit gleicherma\u00dfen in den Blick nimmt. Zus\u00e4tzlich empfiehlt die IHK der Stadt, dem Zertifizierungsverfahren zum RAL-G\u00fctezeichen \u201eMittelstandsorientierte Kommunalverwaltung\u201c beizutreten: \u201eKorschenbroich hat eine Verwaltung, die im regionalen Vergleich gut abschneidet. Diese St\u00e4rke sollte sichtbar gemacht und weiter ausgebaut werden\u201c, empfahl Steinmetz.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Anschluss an die Vorstellung diskutierten Steinmetz, B\u00fcrgermeister Marc Venten, Ute Lingen (Buch und Spiel Kiste), Hans-J\u00fcrgen Brocker (Brocker Logistik GmbH &amp; Co. KG) sowie die Besucherinnen und Besucher \u00fcber den Wirtschaftsstandort. Dabei standen die Themen Parkplatznot, fehlende Gewerbefl\u00e4chen und Steuern im Mittelpunkt.<\/p>\n\n\n\n<p>Ute Lingen kann nachvollziehen, dass das Thema Parkplatznot f\u00fcr viele Korschenbroicher H\u00e4ndlerinnen und H\u00e4ndler eine echte Herausforderung ist. Allerdings hat sie das Problem nicht \u2013 im Gegenteil. Vor ihrem Gesch\u00e4ft in Glehn finden ihre Kundinnen und Kunden problemlos einen Parkplatz. \u201eIch merke, dass die Zahl ausw\u00e4rtiger Kunden, zum Beispiel aus M\u00f6nchengladbach, Neuss und D\u00fcsseldorf, zunimmt\u201c, erkl\u00e4rte sie. \u201eDas liegt daran, dass es Parkpl\u00e4tze gibt: Anfahren, reinkommen und sich wohlf\u00fchlen \u2013 das kommt bei der Kundschaft an.\u201c Davon k\u00f6nnen die Einzelh\u00e4ndler in der Korschenbroicher Innenstadt nur tr\u00e4umen. So bem\u00e4ngelte ein Unternehmer, dass 18 Stellpl\u00e4tze zugunsten von E-Ladestationen, die kaum in Anspruch genommen werden, weggefallen sind. \u201eIn St\u00e4dten, die der Gr\u00f6\u00dfenordnung Korschenbroichs entsprechen, wollen die Kunden vor den Gesch\u00e4ften einen Parkplatz finden. Deshalb setzen wir uns f\u00fcr ausreichend kostenfreie Parkpl\u00e4tze ein\u201c, betonte Steinmetz. B\u00fcrgermeister Venten erkl\u00e4rte, dieses Thema bei einem bereits terminierten Runden Tisch mit dem Einzelhandel zu besprechen, und verwies gleichzeitig auf 76 neue Parkpl\u00e4tze am Edeka-Center.<\/p>\n\n\n\n<p>Dass Kommunen nicht nur ein gutes Parkplatzangebot ben\u00f6tigen, sondern auch \u00fcber gen\u00fcgend Gewerbefl\u00e4chen verf\u00fcgen sollten, zeigt das Beispiel der Brocker Logistik GmbH &amp; Co. KG. Da es am Willicher Standort keine Erweiterungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr den Logistikbetrieb gab, hat sich das Unternehmen vor 13 Jahren mit diesem Bereich in Korschenbroich angesiedelt. Inzwischen k\u00f6nnen sich kaum noch Unternehmen ansiedeln, weil entsprechende Gewerbefl\u00e4chen fehlen. \u201eDa sind wir von der Regionalplanung abh\u00e4ngig. Und die ist sehr restriktiv\u201c, erkl\u00e4rte Venten. \u201eDie b\u00fcrokratischen H\u00fcrden, die mit der Entwicklung von Gewerbefl\u00e4chen verbunden sind, m\u00fcssen beseitigt werden.\u201c Steinmetz empfahl, einen partei\u00fcbergreifenden Beschluss im Stadtrat zu erwirken. \u201eEs m\u00fcssen alle politischen Kr\u00e4fte mobilisiert werden\u201c, sagte er. Schlie\u00dflich seien neue Gewerbefl\u00e4chen die Voraussetzung f\u00fcr h\u00f6here Steuereinnahmen und eine Ma\u00dfnahme gegen Steuererh\u00f6hungen, wie sie derzeit diskutiert werden. \u201eJegliche Steuererh\u00f6hungen sind Gift\u201c, betonte Hans-J\u00fcrgen Brocker. \u201eDie B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger ben\u00f6tigen das Geld f\u00fcr den Konsum, die Unternehmen f\u00fcr Investitionen. Deshalb kann ich nur appellieren, die Steuern nicht zu erh\u00f6hen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/mittlerer-niederrhein.ihk.de\/news\/detail\/ihk-hat-standortanalyse-korschenbroich-vorgestellt\">IHK Mittlerer Niederrhein<\/a><\/p>\n\n\n<figure class=\"wp-block-post-featured-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1280\" height=\"854\" src=\"https:\/\/standort-niederrhein.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/csm_pm096_Standortanalyse_Korschenbroich_f4a13bef69.jpg\" class=\"attachment-post-thumbnail size-post-thumbnail wp-post-image\" alt=\"\" style=\"object-fit:cover;\" srcset=\"https:\/\/standort-niederrhein.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/csm_pm096_Standortanalyse_Korschenbroich_f4a13bef69.jpg 1280w, https:\/\/standort-niederrhein.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/csm_pm096_Standortanalyse_Korschenbroich_f4a13bef69-980x654.jpg 980w, https:\/\/standort-niederrhein.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/csm_pm096_Standortanalyse_Korschenbroich_f4a13bef69-480x320.jpg 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) 1280px, 100vw\" \/><\/figure>\n\n\n<p>Sie diskutierten \u00fcber den Wirtschaftsstandort Korschenbroich (v.l.): IHK-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer J\u00fcrgen Steinmetz, Ute Lingen (Buch und Spiel Kiste), B\u00fcrgermeister Marc Venten, Moderatorin Beate Kowollik und Hans-J\u00fcrgen Brocker (Brocker Logistik GmbH &amp; Co. 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