{"id":7475,"date":"2026-03-04T07:00:00","date_gmt":"2026-03-04T06:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/standort-niederrhein.de\/?p=7475"},"modified":"2026-03-05T09:53:50","modified_gmt":"2026-03-05T08:53:50","slug":"leitbranchen-unter-druck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/standort-niederrhein.de\/en\/2026\/03\/04\/leitbranchen-unter-druck\/","title":{"rendered":"Leitbranchen unter Druck"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Mittlerer Niederrhein.<\/strong> Das Konjunkturbarometer Rheinland zum Jahresbeginn 2026 zeichnet ein deutliches Bild: Die Mehrheit der rund 2.200 befragten Unternehmerinnen und Unternehmer in den Bezirken der IHK-Initiative Rheinland, zu der auch die Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein (Krefeld, M\u00f6nchengladbach, Rhein-Kreis Neuss und Kreis Viersen) geh\u00f6rt, ist unzufrieden mit ihrer wirtschaftlichen Lage. Nicht nur die aktuelle Situation, sondern auch die Aussichten f\u00fcr die kommenden Monate sind \u00fcberwiegend negativ. 29,1 Prozent der Befragten sind unzufrieden, 22,2 Prozent stufen ihre aktuelle Lage positiv ein. Angesichts dieser Entwicklung macht J\u00fcrgen Steinmetz, Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer der IHK Mittlerer Niederrhein, deutlich: \u201eDer dringend erforderliche konjunkturelle Aufschwung l\u00e4sst weiter auf sich warten.\u201c Zudem betont Steinmetz, dass die Umfrage noch vor der Eskalation im Nahen Osten durchgef\u00fchrt wurde. \u201eWir m\u00fcssen mit steigenden Benzinpreisen rechnen, die sich erneut auf die Verbraucherpreise auswirken werden\u201c, erkl\u00e4rt er. \u201eEs ist zu bef\u00fcrchten, dass das f\u00fcr dieses Jahr prognostizierte Mini-Wachstum dadurch wieder zunichtegemacht wird.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Der Gesch\u00e4ftslageindikator bleibt nahezu unver\u00e4ndert bei -6,9 Punkten und liegt damit weit unter dem langj\u00e4hrigen Durchschnitt von +14,6 Punkten. Und auch f\u00fcr die kommenden Monate rechnen die Unternehmerinnen und Unternehmer mit einer leichten Verschlechterung der Lage: 23,7 Prozent erwarten einen R\u00fcckgang der Gesch\u00e4fte, 19,7 Prozent rechnen mit einer Besserung. Der Erwartungssaldo stieg damit gegen\u00fcber der Herbstbefragung (-8,9 Punkte) auf -4,0 Punkte, liegt jedoch weiterhin unter dem Zehn-Jahresschnitt von -1,8 Punkten. \u201eDie l\u00e4ngste Negativ-Phase bei den Erwartungen der vergangenen 20 Jahre setzt sich damit fort. Die Wirtschaft bleibt weiter in einer strukturellen Krise\u201c, ordnet Steinmetz die Ergebnisse ein.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Konjunkturklimaindex bewegt sich mit 94,5 Punkten nur leicht aufw\u00e4rts und bleibt zum achten Mal in Folge unter der 100-Punkte-Marke. Erst oberhalb dieser Schwelle ist mit Wachstum zu rechnen. Der Index bleibt auch klar unter dem langj\u00e4hrigen Durchschnitt von 105,8 Punkten. Allerdings: Es ist immerhin der h\u00f6chste Wert seit drei Jahren.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit Blick auf die Leitbranchen am Mittleren Niederrhein zeigt das Konjunkturbarometer ebenfalls mehr schlechte als gute Nachrichten. In der Chemie- und Kunststoffindustrie, in der Metallindustrie und im Maschinenbau \u00fcberwiegen weiterhin die Unternehmen in schlechter deutlich gegen\u00fcber den Unternehmen in guter Lage. \u201eEin Hoffnungsschimmer ist, dass die Metallindustrie wieder mehrheitlich mit besseren Gesch\u00e4ften rechnet\u201c, so Steinmetz. Positiv wertet der IHK-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer auch, dass in der Ern\u00e4hrungsindustrie sowohl die Lage als auch die Erwartungen im positiven Bereich liegen:&nbsp; \u201eDas ist zum ersten Mal seit vier Jahren so. Die Branche ist von allen untersuchten Industriebranchen diejenige mit dem g\u00fcnstigsten Konjunkturklima.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Weniger positiv steht es um die Logistikbranche. Keine Dienstleistungsbranche meldet eine schlechtere Lage. Neben der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung sind die maroden Rheinbr\u00fccken ein massiver Wettbewerbsnachteil f\u00fcr die Betriebe in der gesamten Region. \u201eF\u00fcr uns bedeutet die Sperrung der Uerdinger Rheinbr\u00fccke f\u00fcr den Schwerlastverkehr eine erhebliche Einschr\u00e4nkung\u201c, erkl\u00e4rt Andr\u00e9 Dohr, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der B\u00f6nders GmbH aus Krefeld.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDie wirtschaftliche Talfahrt h\u00e4lt inzwischen vier Jahre an. Viele Unternehmen sind an ihren Belastungsgrenzen. Die Bundesregierung hat es bisher vers\u00e4umt, substanzielle wirtschaftspolitische Impulse zu setzen\u201c, res\u00fcmiert Michael F. Bayer, Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer der IHK Aachen, die den Bericht verfasst hat. \u201eWeniger B\u00fcrokratie, schnellere Abl\u00e4ufe und Genehmigungen in den Verwaltungen sowie verl\u00e4ssliche Entscheidungen in der Energie-, Arbeitsmarkt- und Steuerpolitik sind wesentliche Voraussetzungen daf\u00fcr, dass der Standort Deutschland international wieder wettbewerbsf\u00e4hig wird. Ein einfaches Weiter-so k\u00f6nnen wir uns nicht mehr leisten.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Auch das Auslandsgesch\u00e4ft wird in den kommenden Monaten keine Wachstumssch\u00fcbe f\u00fcr die rheinische Wirtschaft bringen. Zwar rechnen 18,8 Prozent der Befragten mit einem Anstieg der Exportnachfrage, gleichzeitig prognostizieren aber 26,4 Prozent einen Nachfrager\u00fcckgang aus dem Ausland. Der Index von -7,6 Punkten liegt deutlich unter dem langj\u00e4hrigen Schnitt von -1,1 Punkten.<\/p>\n\n\n\n<p>Die schwache Konjunktur zeigt sich auch an der Auftragslage. Der Indikator liegt mit -15,1 Punkten weit im negativen Bereich. 21,2 Prozent der Unternehmerinnen und Unternehmer berichten von einer guten Auftragslage, rund ein Drittel der Befragten (36,3 Prozent) melden r\u00fcckl\u00e4ufige Auftragseing\u00e4nge. Damit ist der Indikator zum neunten Mal in Folge im negativen Bereich. Der langj\u00e4hrige Durchschnitt liegt inzwischen mit -3,5 Punkten ebenfalls unterhalb der Nulllinie.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Kapazit\u00e4tsauslastung der produzierenden Unternehmen bleibt weiterhin gering und liegt aktuell bei nur 72,1 Prozent. Das ist der niedrigste Wert im Rheinland seit der Krise infolge der Lehman-Brothers-Pleite im Jahr 2009 und weit unter dem Zehn-Jahres-Schnitt von 77,3 Prozent. Die Besch\u00e4ftigungspl\u00e4ne bleiben \u00fcberwiegend negativ. Es drohen Entlassungen und Vakanzen, die nicht mehr nachbesetzt werden. Nur 13,4 Prozent rechnen mit einem Anstieg der Besch\u00e4ftigtenzahlen, 21,7 Prozent gehen von einem R\u00fcckgang aus. Die andauernde Krise bremst auch die Investitionsbereitschaft der Betriebe. 29,6 Prozent der Unternehmen wollen k\u00fcnftig bei den Investitionen sparen, 21,7 Prozent wollen mehr investieren. \u201eSo kann kein Wachstum entstehen\u201c, kommentiert Steinmetz.<\/p>\n\n\n\n<p>Nur noch rund jedes dritte Unternehmen (36 Prozent) sieht im Fach- und Arbeitskr\u00e4ftemangel ein wesentliches Risiko f\u00fcr die weitere wirtschaftliche Entwicklung. Das ist der niedrigste Wert seit f\u00fcnf Jahren. Nahezu unver\u00e4ndert gro\u00df sind die Sorgen aufgrund der schwachen Binnennachfrage (59 Prozent) sowie der wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen (62 Prozent).<\/p>\n\n\n\n<p>Durch den Anstieg des Mindestlohns und der Sozialabgaben zum Jahresbeginn haben die Arbeitskosten an Bedeutung (54 Prozent)[ f\u00fcr die Unternehmen gewonnen. Hohe Energie- und Rohstoffkosten erschweren den heimischen Betrieben zus\u00e4tzlich das Gesch\u00e4ft (48 Prozent). Das gilt insbesondere f\u00fcr die energieintensiven Industrien, deren Lagesaldo mit -24,0 Punkten deutlich geringer ausf\u00e4llt als der Schnitt aller Branchen (-6,9 Punkte).<\/p>\n\n\n\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/mittlerer-niederrhein.ihk.de\/news\/detail\/leitbranchen-unter-druckk\">IHK Mittlerer Niederrhein<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mittlerer Niederrhein. Das Konjunkturbarometer Rheinland zum Jahresbeginn 2026 zeichnet ein deutliches Bild: Die Mehrheit der rund 2.200 befragten Unternehmerinnen und Unternehmer in den Bezirken der IHK-Initiative Rheinland, zu der auch die Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein (Krefeld, M\u00f6nchengladbach, Rhein-Kreis Neuss und Kreis Viersen) geh\u00f6rt, ist unzufrieden mit ihrer wirtschaftlichen Lage. 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