{"id":7381,"date":"2026-02-10T07:00:00","date_gmt":"2026-02-10T06:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/standort-niederrhein.de\/?p=7381"},"modified":"2026-02-17T09:53:13","modified_gmt":"2026-02-17T08:53:13","slug":"der-aufschwung-laesst-auf-sich-warten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/standort-niederrhein.de\/en\/2026\/02\/10\/der-aufschwung-laesst-auf-sich-warten\/","title":{"rendered":"Der Aufschwung l\u00e4sst auf sich warten"},"content":{"rendered":"\n<p>D\u00fcsseldorf\/ Mittlerer Niederrhein. Die Wirtschaft in der Region Mittlerer Niederrhein und D\u00fcsseldorf befindet sich weiterhin in einem Stimmungstief. Statt eines erhofften Aufschwungs setzt sich die Stagnation fort. Das geht aus dem aktuellen Konjunkturbericht der Industrie- und Handelskammern D\u00fcsseldorf und Mittlerer Niederrhein hervor, an dessen Umfrage sich 700 Unternehmen beteiligt haben. \u201eDer Belastungsmix aus geopolitischen Krisen, handelspolitischen Konflikten und der schwindenden Wettbewerbsf\u00e4higkeit des Standorts Deutschland sorgt weiterhin f\u00fcr schwache Auftragseing\u00e4nge, niedrige Investitionen und den Abbau von Besch\u00e4ftigung\u201c, erkl\u00e4rt J\u00fcrgen Steinmetz, Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer der IHK Mittlerer Niederrhein. Er stellte den Konjunkturbericht gemeinsam mit Gregor Berghausen, Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer der IHK D\u00fcsseldorf, vor. Die beiden IHKs fordern angesichts der weiterhin schwachen Lage ein noch st\u00e4rkeres Engagement der politischen Entscheidungstr\u00e4ger auf kommunaler, Landes-, Bundes- und EU-Ebene, um die Attraktivit\u00e4t des Wirtschaftsstandorts zu st\u00e4rken.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Konjunkturklimaindikator, das Stimmungsbarometer der regionalen Wirtschaft, steigt zwar leicht von zuletzt 89,8 auf 93,2 Punkte, bleibt damit aber weiterhin unter dem neutralen Niveau von 100 Punkten. Eine Trendwende ist das noch nicht, vielmehr deutet es darauf hin, dass die aktuelle Strukturkrise ihren Tiefpunkt erreicht hat. Der weiterhin geringe Wert des Konjunkturklimaindikators hat insbesondere mit der Gesch\u00e4ftslage zu tun. Der Gesch\u00e4ftslageindikator liegt mit minus 9,8 Punkten weiterhin auf niedrigem Niveau und ist nur leicht besser als im vergangenen Herbst (minus 12,0 Punkte). \u201eViele Unternehmen zehren nach wie vor von ihrer Substanz. Impulse f\u00fcr neues Wachstum sind dabei noch kaum erkennbar\u201c, so Steinmetz.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Lichtblick sind die Erwartungen f\u00fcr die kommenden zw\u00f6lf Monate: Sie liegen nun bei minus 3,6 Punkten (Herbst: minus 8,3 Punkte). \u201eDiese Verbesserung und das nur noch leichte Minus sind Ausdruck von Hoffnung, dass das Tief durchschritten sein k\u00f6nnte\u201c, erkl\u00e4rt Steinmetz.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Ursachen f\u00fcr die anhaltende Flaute sind vielschichtig und strukturell begr\u00fcndet: Z\u00f6lle im US-Gesch\u00e4ft und die Ank\u00fcndigung weiterer Versch\u00e4rfungen, die EU-H\u00e4ngepartie beim Mercosur-Abkommen sowie geopolitische Konflikte und etwa die versch\u00e4rfte Lage im Nahen Osten. Gleichzeitig stehen auch nach dem Regierungswechsel noch wirtschaftspolitische L\u00f6sungen aus, die f\u00fcr mehr Wachstum und Investitionen sorgen. \u201eEine sichere Energieversorgung zu wettbewerbsf\u00e4higen Preisen ist mittelfristig noch nicht gew\u00e4hrleistet, der B\u00fcrokratieabbau wird nicht konsequent angegangen, und die Lohnnebenkosten steigen weiter\u201c, f\u00fchrt Steinmetz aus. F\u00fcr immer mehr Betriebe sind die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen (61 Prozent) und die Arbeitskosten (51 Prozent) die gr\u00f6\u00dften Gesch\u00e4ftsrisiken.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Belastungsfaktoren hemmen die Unternehmen und haben Folgen: Die Investitionsbereitschaft bleibt niedrig. Politische Ma\u00dfnahmen der vergangenen Monate, etwa verbesserte Abschreibungsm\u00f6glichkeiten, konnten bislang keine sp\u00fcrbaren Impulse setzen. \u201eStatt in Innovationen oder Kapazit\u00e4tserweiterungen zu investieren, werden vorrangig lediglich defekte Maschinen und Anlagen ersetzt\u201c, so Steinmetz.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch am Arbeitsmarkt zeigt sich die Zur\u00fcckhaltung der Unternehmen: \u00dcber alle Branchen hinweg bleiben die Besch\u00e4ftigungspl\u00e4ne der Betriebe negativ. Steinmetz geht davon aus, dass einige durch Renteneintritte freiwerdende Stellen zun\u00e4chst unbesetzt bleiben und die Betriebe auf diese Weise ihre Mitarbeiterzahlen reduzieren. \u201eDer Fachkr\u00e4ftemangel wird nur noch von 31 Prozent der Betriebe als wesentliches Gesch\u00e4ftsrisiko gesehen \u2013 der niedrigste Wert der vergangenen neun Jahre, nur w\u00e4hrend des Corona-Lockdowns war er geringer\u201c, sagt Steinmetz.<\/p>\n\n\n\n<p>Branchenbezogen ergibt sich ein differenziertes Bild: In der Bauwirtschaft und bei Dienstleistern \u00fcberwiegen bei der aktuellen Lagebewertung die positiven Stimmen. \u201eDas Baugewerbe meldet zudem eine h\u00f6here Kapazit\u00e4tsauslastung als vor einem Jahr, was auf eine langsame Erholung hindeuten k\u00f6nnte\u201c, so Berghausen. Dennoch sind die Erwartungen in der Branche mehrheitlich pessimistisch. \u201eAngesichts des von der Bundesregierung eingerichteten Sonderverm\u00f6gens h\u00e4tte man gr\u00f6\u00dferen Optimismus erwarten k\u00f6nnen. Das zeigt, dass Schuldenmachen allein nicht ausreicht, um aus der Krise herauszukommen\u201c, erg\u00e4nzt Berghausen.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch die Gesch\u00e4ftslage der Industrie erf\u00fcllt die Erwartungen nicht. \u201eDas Minus von 17 Punkten zeigt, dass wir weiterhin eine sp\u00fcrbare Industrierezession erleben\u201c, sagt Berghausen. \u201ePositiv ist jedoch, dass mehr Unternehmen eine bessere Entwicklung f\u00fcr ihr Unternehmen erwarten als eine weitere Verschlechterung.\u201c Wenig Hoffnung haben dagegen die Einzelh\u00e4ndler: Der Lagesaldo liegt mit minus 15,4 Punkten unter dem Vorjahresniveau (minus 13,9). Die Erwartungen sind noch pessimistischer: Der Saldo liegt bei minus 22,6 Punkten.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDie Unternehmen haben sich mit der Krise arrangiert. F\u00fcr Wachstum braucht es verl\u00e4ssliche Rahmenbedingungen und sp\u00fcrbare Impulse \u2013 sowohl aus Berlin als auch von den Weltm\u00e4rkten\u201c, bilanziert Steinmetz. \u201eWir brauchen jetzt echte Strukturreformen\u201c, fordert er. Dabei seien alle gefragt. Die EU m\u00fcsse das Thema \u201eFreihandel\u201c oben auf die Agenda setzen. \u201eDie Entscheidung des EU-Parlaments, das Mercosur-Abkommen an den Europ\u00e4ischen Gerichtshof abzugeben, war ein fatales Signal\u201c, kritisiert Steinmetz. Die Bundespolitik sei insbesondere beim umfassenden B\u00fcrokratieabbau gefordert. \u201eZudem fehlen weiterhin Ma\u00dfnahmen zur sp\u00fcrbaren Verringerung der Energie- und Arbeitskosten\u201c, so Steinmetz.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eVon der Landespolitik erwarten wir, dass sie die Kommunen zu Investitionen bef\u00e4higt.\u201c. Schlie\u00dflich f\u00fchren viele St\u00e4dte und Gemeinden ihre Infrastruktur auf Verschlei\u00df. \u201eDie Kommunen selbst sollten allerdings nicht an der Steuerschraube drehen, sonst werden die ohnehin geringen Entlastungen aus Berlin wieder konterkariert\u201c, warnt Steinmetz.<\/p>\n\n\n\n<p>Der vollst\u00e4ndige Konjunkturbericht Jahresbeginn 2026 steht auf der <a href=\"http:\/\/mittlerer-niederrhein.ihk.de\/P599\">Seite der IHK Mittlerer Niederrhein<\/a> zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n\n\n\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/mittlerer-niederrhein.ihk.de\/news\/detail\/der-aufschwung-laesst-auf-sich-warten\">IHK Mittlerer Niederrhein<\/a><\/p>\n\n\n<figure class=\"wp-block-post-featured-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1280\" height=\"829\" src=\"https:\/\/standort-niederrhein.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/csm_2026_pm029_Konjunktur_Jahresbeginn_IHK_072632a016.jpg\" class=\"attachment-post-thumbnail size-post-thumbnail wp-post-image\" alt=\"\" style=\"object-fit:cover;\" srcset=\"https:\/\/standort-niederrhein.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/csm_2026_pm029_Konjunktur_Jahresbeginn_IHK_072632a016.jpg 1280w, https:\/\/standort-niederrhein.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/csm_2026_pm029_Konjunktur_Jahresbeginn_IHK_072632a016-980x635.jpg 980w, https:\/\/standort-niederrhein.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/csm_2026_pm029_Konjunktur_Jahresbeginn_IHK_072632a016-480x311.jpg 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) 1280px, 100vw\" \/><\/figure>\n\n\n<p>Sie stellten den IHK-Konjunkturbericht zum Jahresbeginn 2026 vor (v.l.): Gregor Berghausen (Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer der IHK D\u00fcsseldorf) und J\u00fcrgen Steinmetz (Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer der IHK Mittlerer Niederrhein). | Foto: IHK Mittlerer Niederrhein<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>D\u00fcsseldorf\/ Mittlerer Niederrhein. 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