{"id":7329,"date":"2026-02-04T06:00:00","date_gmt":"2026-02-04T05:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/standort-niederrhein.de\/?p=7329"},"modified":"2026-02-04T13:49:07","modified_gmt":"2026-02-04T12:49:07","slug":"die-kommenden-jahre-sind-entscheidend","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/standort-niederrhein.de\/en\/2026\/02\/04\/die-kommenden-jahre-sind-entscheidend\/","title":{"rendered":"\u201eDie kommenden Jahre sind entscheidend\u201c"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Mittlerer Niederrhein.<\/strong> Ob Boomer-Soli, ein Pflichtdienstjahr f\u00fcr Rentner oder ein Grunderbe von 30.000 Euro f\u00fcr alle \u2013 f\u00fcr mutige wirtschaftspolitische Vorschl\u00e4ge ist er bekannt und den anschlie\u00dfenden kontroversen Debatten stellt er sich gerne: Marcel Fratzscher. Der Pr\u00e4sident des Deutschen Instituts f\u00fcr Wirtschaftsforschung (DIW) und Professor f\u00fcr Makro\u00f6konomie an der Humboldt-Universit\u00e4t zu Berlin hielt die Keynote bei den 33. M\u00f6nchengladbacher Wirtschaftsgespr\u00e4chen. Rund 420 G\u00e4ste waren der Einladung von Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein, Wirtschaftsf\u00f6rderungsgesellschaft M\u00f6nchengladbach (WFMG), Stadtsparkasse M\u00f6nchengladbach und Rheinischer Post in den Hugo Junkers Hangar gefolgt.<\/p>\n\n\n\n<p>Zum Start stimmten IHK-Pr\u00e4sident Elmar te Neues und Oberb\u00fcrgermeister Felix Heinrichs im Talk mit RP-Regionalredakteurin Denisa Richters die G\u00e4ste auf das Thema ein. Der IHK-Pr\u00e4sident beschrieb die pessimistische Stimmung in den Unternehmen. \u201eWir hoffen auf positive Weichenstellungen von der Bundespolitik, damit wieder Zuversicht einkehrt\u201c, sagte te Neues. Er habe das Gef\u00fchl, dass nicht alle in Berlin den Ernst der Lage erkannt haben. Sein Appell an die Unternehmerinnen und Unternehmer: \u201eSprechen Sie mit Ihren Abgeordneten, machen Sie deutlich, was Sie von ihnen erwarten.\u201c Auch der Oberb\u00fcrgermeister forderte von Bund und Land mehr Verbindlichkeit etwa bei F\u00f6rdermitteln oder der Verwendung des Sonderverm\u00f6gens, damit Kommunen und Wirtschaft planen k\u00f6nnen. Einen Schub f\u00fcr die Digitalisierung und bessere Verwaltungsprozesse im Land erhofft sich Heinrichs vom neuen Bundesministerium f\u00fcr Digitalisierung und Staatsmodernisierung. Auf m\u00f6gliche Steuererh\u00f6hungen angesprochen, versicherte Heinrichs: \u201eWir werden alles daf\u00fcr tun, dass es keine Gewerbe- und Grundsteuererh\u00f6hungen gibt \u2013 das ist keine einfache Aufgabe.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Mindestens so herausfordernd ist die derzeitige wirtschaftliche Situation in Deutschland. Das machte Fratzscher zu Beginn seiner Keynote klar: \u201eDie kommenden Jahre werden entscheidend f\u00fcr die Zukunft unserer Volkswirtschaft sein. Es geht jetzt darum, wie wir diese schwierige Phase erfolgreich meistern.\u201c Der DIW-Chef beschrieb drei gro\u00dfe Transformationsprozesse, auf die sich Deutschland einstellen m\u00fcsse: die Neugestaltung der Globalisierung, der technologisch-\u00f6kologische Wandel und die soziale Transformation.<\/p>\n\n\n\n<p>Die globalen Verschiebungen und die Ver\u00e4nderung des Welthandels h\u00e4tten f\u00fcr Deutschland sp\u00fcrbare Konsequenzen. \u201e45 Prozent unserer Wirtschaftsleistung h\u00e4ngen vom Au\u00dfenhandel ab\u201c, so Fratzscher. \u201eKaum ein Land auf der Welt ist so abh\u00e4ngig von freien M\u00e4rkten.\u201c Besonders besorgt zeigte sich der \u00d6konom angesichts der \u201eAsymmetrie der Abh\u00e4ngigkeiten\u201c: \u201eDeutschland ist beispielsweise einerseits auf seltene Erden aus China und andererseits auf kritische Technologien aus den USA angewiesen. Das macht uns erpressbar.\u201c Sich diverser aufzustellen, alternative Lieferanten zu finden und Abh\u00e4ngigkeiten abzubauen, sei ein langwieriger Prozess. Das Freihandelsabkommen der Europ\u00e4ischen Union mit Indien sei ein Schritt in die richtige Richtung.<\/p>\n\n\n\n<p>Technologische Entwicklungen wie K\u00fcnstliche Intelligenz w\u00fcrden in Deutschland viel zu sehr als Risiko betrachtet, kritisierte Fratzscher: \u201eAnstatt die Chancen zu erkennen und Start-ups zu f\u00f6rdern, werden neue Regularien geschaffen.\u201c Der \u00d6konom verwies auf die f\u00fchrende Rolle Deutschlands und Europas im Bereich gr\u00fcne Technologien. \u201eDa m\u00fcssen wir schneller werden und mehr investieren\u201c, mahnte Fratzscher und forderte bessere Rahmenbedingungen f\u00fcr Investitionen und Wachstum: den Ausbau der Infrastruktur \u2013 auch der digitalen \u2013, B\u00fcrokratieabbau und wirksame Ma\u00dfnahmen gegen den Fachkr\u00e4ftemangel. Investitionen in Bildung, eine Steigerung der Frauenerwerbst\u00e4tigkeit und eine bessere Integration von Migranten in den Arbeitsmarkt seien die Hebel f\u00fcr mehr Fachkr\u00e4fte.<\/p>\n\n\n\n<p>Die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung ist f\u00fcr Fratzscher die soziale Transformation. \u201e84 Prozent der Deutschen gehen davon aus, dass es k\u00fcnftigen Generationen schlechter geht als der jetzigen\u201c, berichtete er. \u201eDie Stimmung ist schlecht. Dabei brauchen B\u00fcrger und Unternehmen Vertrauen, damit investiert und konsumiert wird.\u201c Die Menschen m\u00fcssten Ver\u00e4nderungen verstehen und mittragen. Eine Grundlage f\u00fcr mehr Zuversicht und Vertrauen in die Demokratie sei eine faire Entlastung der jungen Generation und mehr Chancengleichheit etwa im Bildungsbereich. Trotz aller Herausforderungen war sein Fazit zuversichtlich: \u201eWir k\u00f6nnen aus dieser schwierigen Phase gest\u00e4rkt hervorgehen, wenn wir uns auf unsere St\u00e4rken konzentrieren: exzellente staatliche Institutionen und ein funktionierender Rechtsstaat, eine resiliente und langfristig orientierte Wirtschaft und ausgepr\u00e4gte gesellschaftliche Solidarit\u00e4t.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/mittlerer-niederrhein.ihk.de\/news\/detail\/die-kommenden-jahre-sind-entscheidend\">IHK Mittlerer Niederrhein<\/a><\/p>\n\n\n<figure class=\"wp-block-post-featured-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"2558\" height=\"1706\" src=\"https:\/\/standort-niederrhein.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Wirtschaftsgespraeche2026-43.jpg\" class=\"attachment-post-thumbnail size-post-thumbnail wp-post-image\" alt=\"\" style=\"object-fit:cover;\" srcset=\"https:\/\/standort-niederrhein.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Wirtschaftsgespraeche2026-43.jpg 2558w, https:\/\/standort-niederrhein.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Wirtschaftsgespraeche2026-43-1280x854.jpg 1280w, https:\/\/standort-niederrhein.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Wirtschaftsgespraeche2026-43-980x654.jpg 980w, https:\/\/standort-niederrhein.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Wirtschaftsgespraeche2026-43-480x320.jpg 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) and (max-width: 1280px) 1280px, (min-width: 1281px) 2558px, 100vw\" \/><\/figure>\n\n\n<p>Vor dem Start der 33. M\u00f6nchengladbacher Wirtschaftsgespr\u00e4che (v.l.): IHK-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer J\u00fcrgen Steinmetz, IHK-Pr\u00e4sident Elmar te Neues, DIW-Pr\u00e4sident Professor Marcel Fratzscher, RP-Regionalredakteurin Denisa Richters, WFMG-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Dr. Ulrich Sch\u00fcckhaus, Stadtsparkassen-Vorstandsvorsitzender Antonius Bergmann und Oberb\u00fcrgermeister Felix Heinrichs. | Foto: IHK Mittlerer Niederrhein<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mittlerer Niederrhein. Ob Boomer-Soli, ein Pflichtdienstjahr f\u00fcr Rentner oder ein Grunderbe von 30.000 Euro f\u00fcr alle \u2013 f\u00fcr mutige wirtschaftspolitische Vorschl\u00e4ge ist er bekannt und den anschlie\u00dfenden kontroversen Debatten stellt er sich gerne: Marcel Fratzscher. 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