{"id":7190,"date":"2026-01-08T06:00:00","date_gmt":"2026-01-08T05:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/standort-niederrhein.de\/?p=7190"},"modified":"2026-01-08T08:52:50","modified_gmt":"2026-01-08T07:52:50","slug":"ernuechternde-bilanz-des-jahres-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/standort-niederrhein.de\/en\/2026\/01\/08\/ernuechternde-bilanz-des-jahres-2025\/","title":{"rendered":"Ern\u00fcchternde Bilanz des Jahres 2025"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Mittlerer Niederrhein.<\/strong> Die Hoffnungen auf eine wirtschaftliche Trendwende am Mittleren Niederrhein haben sich im Verlauf des Jahres 2025 zerschlagen. Statt einer Erholung manifestiert sich eine tiefgreifende Strukturkrise, die die Unternehmen in der Region sp\u00fcrbar belastet. \u201eDauerkrise statt Trendwende\u201c \u2013 unter dem Titel des vergangenen IHK-Konjunkturberichts l\u00e4sst sich die wirtschaftliche Entwicklung des Jahres 2025 zusammenfassen. \u201eWir sehen kein kurzfristiges Konjunkturproblem mehr, sondern haben es mit gro\u00dfen Problemen zu tun, die die Wettbewerbsf\u00e4higkeit unseres Standorts gef\u00e4hrden\u201c, analysiert J\u00fcrgen Steinmetz, Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein, das Wirtschaftsjahr 2025.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Zahlen der IHK-Konjunkturumfrage vom Herbst untermauern diese Einsch\u00e4tzung. Der Gesch\u00e4ftslageindikator, das zentrale Stimmungsbarometer der regionalen Wirtschaft, ist auf ein F\u00fcnf-Jahres-Tief von minus 12 Punkten gesunken. Auch in Krefeld war die Gesch\u00e4ftslage im Herbst negativ. Nur 16 Prozent der Unternehmen bewerteten die Lage gut, knapp 23 Prozent bewerteten sie schlecht. Die Unternehmerinnen und Unternehmer in der Region blicken auch zunehmend pessimistisch in die Zukunft: Die Gesch\u00e4ftserwartungen f\u00fcr die kommenden zw\u00f6lf Monate haben sich weiter eingetr\u00fcbt und liegen nun bei minus 8,3 Punkten, nach bereits negativen minus 2,7 Punkten vor einem Jahr. \u201eWas uns besonders sorgt, ist die Verfestigung dieser negativen Stimmung\u201c, so Steinmetz. \u201eDie entt\u00e4uschten Erwartungen vom Jahresbeginn sind zu einer Art Dauerkrisenstimmung geworden. Viele Unternehmerinnen und Unternehmer haben die Hoffnung auf eine baldige Besserung aufgegeben und schalten in einen Krisenmodus.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Diese negative Grundstimmung wird von konkreten Gesch\u00e4ftsrisiken gen\u00e4hrt. Als gr\u00f6\u00dfte Bedrohung f\u00fcr die eigene Entwicklung identifizieren die Unternehmen mit 57,6 Prozent die schwache Inlandsnachfrage, was sich in der ausgepr\u00e4gten Kauf- und Investitionszur\u00fcckhaltung in Deutschland zeigt. Es folgen die hohen Arbeitskosten (49,5 Prozent) und die weiterhin als hoch empfundenen Energiepreise (42,6 Prozent). \u201eDiese Kombination aus schwacher Nachfrage, Kostendruck und teurer Energie erstickt Wachstumsimpulse\u201c, erl\u00e4utert Steinmetz. \u201eHinzu kommt, dass uns viele Unternehmen immer wieder R\u00fcckmeldung \u00fcber die hohe B\u00fcrokratiebelastung geben.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die Folgen dieser Mischung zeigen sich immer deutlicher auch in der zunehmend mangelnden Stabilit\u00e4t der Unternehmen. Das aktuelle IHK-Risikobarometer, das gemeinsam mit der Creditreform erstellt wird, weist f\u00fcr die Region Mitte 2025 eine durchschnittliche Zahlungsausfallrate von 2,18 Prozent aus \u2013 ein Wert, der sp\u00fcrbar \u00fcber dem Bundesdurchschnitt von 1,84 Prozent liegt. Alarmierend ist auch die branchenspezifische Entwicklung: Erstmals f\u00fchrt das Gastgewerbe mit einer Ausfallquote von 4,61 Prozent die Negativstatistik an \u2013 eine direkte Folge der Corona-Jahre in Kombination mit explodierenden Lebensmittel- und Energiekosten. \u201eAber auch der deutliche Anstieg der Ausfallrate in der Industrie von 1,53 auf 2,1 Prozent ist ein Warnsignal\u201c, betont Steinmetz. \u201eBesonders in Krefeld, wo die Dichte an energieintensiven Betrieben sehr hoch ist, liegt die Ausfallrate deutlich \u00fcber dem regionalen Durchschnitt. Hier wird das strukturelle Problem besonders sichtbar und die Notwendigkeit eines wettbewerbsf\u00e4higen Industriestrompreises \u00fcberdeutlich.\u201c Auch an den Industrieums\u00e4tzen zeigt sich die schwierige Situation: So sind die Ums\u00e4tze in Krefeld im dritten Quartal um 5,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gesunken. In den ersten beiden Quartalen waren die Zahlen noch leicht im positiven Bereich. In der Summe bleibt im Zeitraum von Januar bis Oktober ein nominales Umsatzminus von 1,9 Prozent.<\/p>\n\n\n\n<p>Die anhaltende Schw\u00e4chephase schl\u00e4gt inzwischen auch auf den lange Zeit noch robusten Arbeitsmarkt durch. Die Besch\u00e4ftigungserwartungen der Unternehmen waren in der vergangenen Konjunkturumfrage deutlich im negativen Bereich, und die Stagnation auf hohem Niveau bei der Arbeitslosigkeit gibt Anlass zur Sorge. In Krefeld etwa verharrt die Quote im November bei 10,8 Prozent und damit nur marginal unter dem Vorjahreswert (10,9 Prozent). Parallel dazu ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig Besch\u00e4ftigten in Krefeld zuletzt gesunken. \u201eVon Mai 2024 bis Mai 2025 sind knapp 200 Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnisse in Krefeld verloren gegangen. Der Puffer, der unsere Region lange stabilisiert hat, schrumpft\u201c, warnt Steinmetz. Hinzu kommt der Fachkr\u00e4ftemangel, der f\u00fcr 44 Prozent der Betriebe trotz der schwierigen Gesch\u00e4ftslage ein zentrales Gesch\u00e4ftsrisiko ist und die Wachstumsm\u00f6glichkeiten zus\u00e4tzlich begrenzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Trotz der vergleichsweise d\u00fcsteren Bilanz des Jahres 2025, gelte es, den Blick nach vorne zu richten. \u201eHoffnung f\u00fcr 2026 kann aus unserer Sicht nur durch mutige politische Entscheidungen entstehen\u201c, sagt Steinmetz. Das Sonderverm\u00f6gen f\u00fcr Infrastruktur und Klimaneutralit\u00e4t k\u00f6nne im Jahr 2026 zwar ein Impulsgeber sein, jedoch nur unter bestimmten Bedingungen. \u201eDas Geld muss schnell und unb\u00fcrokratisch in zus\u00e4tzliche Vorhaben investiert werden. Dann wird es auch wieder private Folgeinvestitionen anreizen\u201c, so Steinmetz. Das gelte auch f\u00fcr die Mittel, die den Kommunen zur Verf\u00fcgung gestellt werden. Zudem hofft Steinmetz, dass im Jahr 2026 der versprochene entschlossene B\u00fcrokratier\u00fcckbau erfolgt. \u201eUnsere hiesigen Bundestagsabgeordneten gehen davon aus, dass die entsprechenden Gesetze im zweiten Quartal 2026 verabschiedet werden k\u00f6nnen. Daran werden wir sie messen\u201c, sagt der IHK-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer. B\u00fcrokratische Entlastungen in Milliardenh\u00f6he k\u00f6nnten aus Sicht der IHK f\u00fcr eine Belebung in der zweiten Jahresh\u00e4lfte sorgen.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Herausforderung f\u00fcr das kommende Jahr bewertet er die kritische Finanzlage in vielen Kommunen, so auch in Krefeld. Angesichts einer Reihe von Diskussionen um Steuererh\u00f6hungen in der Region warnt Steinmetz eindringlich davor, zur L\u00f6sung der Finanzprobleme zuerst zum Instrument Steuererh\u00f6hungen zu greifen: \u201eDie ohnehin stark belasteten Unternehmen \u00fcber steigende Gewerbesteuer-Hebes\u00e4tze weiter unter Druck zu setzen, w\u00e4re ein fatales Signal und w\u00fcrde die Nachteile des Wirtschaftsstandorts Deutschlands regional weiter versch\u00e4rfen. Hier stehen auch das Land und der Bund in der Verantwortung, f\u00fcr eine ausk\u00f6mmliche Finanzierung ihrer Kommunen zu sorgen und diesen Teufelskreis zu durchbrechen\u201c, so Steinmetz. Angesichts dieser Gemengelage bewertet die IHK die Absichtserkl\u00e4rung von CDU und SPD in Krefeld, den Gewerbesteuerhebesatz nicht zu erh\u00f6hen, positiv.<\/p>\n\n\n\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/mittlerer-niederrhein.ihk.de\/news\/detail\/ernuechternde-bilanz-des-jahres-2025\">IHK Mittlerer Niederrhein<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mittlerer Niederrhein. Die Hoffnungen auf eine wirtschaftliche Trendwende am Mittleren Niederrhein haben sich im Verlauf des Jahres 2025 zerschlagen. 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