{"id":7024,"date":"2025-11-26T06:00:00","date_gmt":"2025-11-26T05:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/standort-niederrhein.de\/?p=7024"},"modified":"2025-11-21T13:03:22","modified_gmt":"2025-11-21T12:03:22","slug":"die-stadt-steht-unter-druck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/standort-niederrhein.de\/en\/2025\/11\/26\/die-stadt-steht-unter-druck\/","title":{"rendered":"\u201eDie Stadt steht unter Druck\u201c"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Krefeld. <\/strong>\u201eSie haben es schwer.\u201c Mit diesen Worten begr\u00fc\u00dfte Elmar te Neues, Pr\u00e4sident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlere Niederrhein, den K\u00e4mmerer der Stadt Krefeld, Ulrich Cyprian, zum IHK Regionalforum. Sogleich verdeutlichte der Pr\u00e4sident seine Sorgen um den Wirtschaftsstandort. Unternehmen, die dar\u00fcber nachdenken, umzuziehen oder eine weitere Betriebsst\u00e4tte zu realisieren, schauen sich auch an, wie potenzielle Standorte finanziell dastehen. \u201eDabei geht es um die Themen Steuern und Abgaben, aber auch darum, was die St\u00e4dte zu bieten haben und sich auch k\u00fcnftig leisten k\u00f6nnen\u201c, erkl\u00e4rte te Neues. Als Stadt mit einem dreistelligen Millionendefizit habe Krefeld im Standortwettbewerb keine gute Position. \u201eDas ist f\u00fcr den Wirtschaftsstandort und die hier ans\u00e4ssigen Unternehmen besorgniserregend.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Cyprian machte aus der dramatischen Situation keinen Hehl. \u201eDie Stadt steht unter Druck und vor erheblichen finanziellen Herausforderungen\u201c, sagte er und erl\u00e4uterte die \u201enackten\u201c Zahlen. Bei einem Haushaltsvolumen von 1,1 bis 1,2 Milliarden Euro liegt das f\u00fcr die kommenden Jahre prognostizierte j\u00e4hrliche Defizit bei mehr als 100 Millionen Euro \u2013 f\u00fcr 2025 liegt es bei 150 Millionen Euro. Die Kassenkredite, die urspr\u00fcnglich f\u00fcr kurzfristige Liquidit\u00e4tsengp\u00e4sse gedacht waren, belaufen sich auf 492 Millionen Euro und sind damit laut K\u00e4mmerer zu einem strukturellen Problem geworden. Als Hauptgr\u00fcnde nannte Cyprian die steigenden Sozial- und Transferausgaben, die 48 Prozent des Haushalts 2025 ausmachen und die Personal- und Versorgungskosten, die 28 Prozent ausmachen. \u201eDas sind Kosten, die nicht mal eben abgebaut werden k\u00f6nnen, weil sie mit gesetzlichen Aufgaben verbunden sind\u201c, erkl\u00e4rte der K\u00e4mmerer. Hinzu k\u00e4men externe Faktoren wie zum Beispiel die Inflation, Tariferh\u00f6hungen und steigende Zinsen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDer Spielraum f\u00fcr freiwillige Leistungen wird immer kleiner\u201c, betonte er und wies darauf hin, dass Krefeld mit dem Problem nicht alleine dastehe. \u201eDie Haushaltskrise darf nicht allein auf lokales Versagen zur\u00fcckgef\u00fchrt werden, sondern ist in gro\u00dfem Ma\u00dfe Folge struktureller Fehlentwicklungen in der Finanzarchitektur zwischen Bund, L\u00e4ndern und Kommunen.\u201c So werde das Konnexit\u00e4tsprinzip verletzt, indem Bund und L\u00e4nder den Kommunen Aufgaben \u00fcbertragen, die Kosten daf\u00fcr aber nicht \u00fcbernehmen, Zudem w\u00fcrden die kommunalen Zuweisungen nicht in dem Ma\u00dfe steigen wie die Aufgaben und Kosten. Schlie\u00dflich l\u00e4hmten die Kassenkredite die Handlungsf\u00e4higkeit, so dass dringend eine Altschuldenl\u00f6sung gefunden werden m\u00fcsse. \u201eWir brauchen einen ehrlichen Neustart in der kommunalen Finanzordnung\u201c, forderte er.<\/p>\n\n\n\n<p>Der defizit\u00e4re Haushalt hat Konsequenzen f\u00fcr die Wirtschaft: Investitionsstau, verl\u00e4ngerte Verfahren, Standortnachteil. \u201eEin defizit\u00e4rer Haushalt bedeutet auch: l\u00e4ngere Wege f\u00fcr die Wirtschaft\u201c, betonte Cyprian. Nun m\u00fcsse eine sachliche Bestandsaufnahme gemacht werden. Jeder Bereich m\u00fcsse hinterfragt werden. Dabei ginge es unter anderem um folgende, auch unangenehme Fragen: Gibt es effizientere Organisationsformen? W\u00e4ren Kooperationen mit Nachbarkommunen sinnvoll? Sollten bestimmte Leistungen anders erbracht werden? Welche st\u00e4dtischen Gesellschaften sind strategisch notwendig? Wo lie\u00dfen sich Synergien heben? \u201eEine solche Pr\u00fcfung bedeutet nicht automatisch Abbau\u201c, betonte Cyprian. \u201eEs geht um kluge Priorit\u00e4ten und effiziente Strukturen \u2013 im Interesse der B\u00fcrger und der Wirtschaft.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Zudem wies der K\u00e4mmerer auf die Eckpunkte hin, auf die sich die CDU- und SPD-Fraktion unter dem Titel \u201eKrefeld entwickeln, die Wirtschaft st\u00e4rken\u201c geeinigt h\u00e4tten. Dazu geh\u00f6ren die Gr\u00fcndung einer Investitionsagentur (One Stop Agency), die Zertifizierung \u201eMittelstandsfreundliche Kommunalverwaltung\u201c und die Aussetzung der Terrassengeb\u00fchr f\u00fcr Au\u00dfengastronomie. Auch die Entwicklung von Gewerbegebieten d\u00fcrfte zumindest mittelfristig die Ertragsbasis st\u00e4rken.<\/p>\n\n\n\n<p>Schlie\u00dflich sieht der K\u00e4mmerer Chancen durch neue F\u00f6rderinstrumente wie den Investitionsbooster der Bundesregierung, Mittel aus dem Digitalpakt oder Infrastrukturfonds. &nbsp;\u201eF\u00fcr Krefeld bedeutet das: Handlungsspielr\u00e4ume trotz enger Haushaltslage, beschleunigte Investitionen und die M\u00f6glichkeit, Zukunftsvorhaben zu realisieren, die ohne diese Unterst\u00fctzung verschoben oder gestrichen werden m\u00fcssten.\u201c Unterm Strich sei die Lage \u201eernst, aber nicht hoffnungslos\u201c. \u201eMit kluger Priorisierung, konsequenter Nutzung von F\u00f6rdermitteln und enger Zusammenarbeit zwischen Stadt und Wirtschaft lassen sich auch in schwierigen Zeiten Erfolge erzielen. Die Bereitschaft zur Ver\u00e4nderung ist da \u2013 auf allen Seiten\u201c, betonte Cyprian und schloss seinen Vortrag mit der Feststellung: \u201eWas Krefeld jetzt braucht: Planungssicherheit und die weitere Unterst\u00fctzung durch Bund und Land, insbesondere die Sicherstellung der realen Umsetzung der Konnexit\u00e4t, die in der Landesverfassung festgeschrieben ist.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>In der anschlie\u00dfenden Diskussion zeigte sich die Sorge der Unternehmen deutlich. So stellte ein Unternehmer fest: \u201eW\u00e4re die Stadt ein Unternehmen, dann w\u00e4re sie ein Restrukturierungs- und Sanierungsfall.\u201c Man m\u00fcsse bei den Sozial- und Transferausgaben sowie Personal- und Versorgungskosten, die insgesamt 76 Prozent des Haushalts ausmachen, ansetzen. \u201eSonst geht nichts vorw\u00e4rts.\u201c \u00c4hnlich \u00e4u\u00dferte sich ein Unternehmer, der sich \u00fcber den immensen Personalzuwachs in den vergangenen Jahren wunderte. Cyprian erwiderte, dass diese Bereiche Stellschrauben sein k\u00f6nnen, aber viele Ausgaben und die neuen Stellen mit gesetzlichen Aufgaben verbunden seien. Eine andere Sorge trieb eine Unternehmerin um. Sie bef\u00fcrchtet, dass Bundesmittel nicht f\u00fcr k\u00fcnftige Investitionen genutzt, sondern Haushaltsl\u00f6cher damit gestopft w\u00fcrden. \u201eDas bringt nichts. Wir brauchen Investitionen in unseren Wirtschaftsstandort.\u201c Schlie\u00dflich erkundigte sich ein Unternehmer, ob es in der Stadtverwaltung ein Team gebe, das die \u201eRestrukturierung\u201c angehe. Der K\u00e4mmerer bejahte, dass es ein Projekt(-team) geben werde \u2013 ob in Form einer Task-Force oder in einer anderen Form, sei noch nicht festgelegt. Es m\u00fcssten in den kommenden Monaten ein Haushaltssicherungskonzept und Strategien entwickelt werden. \u201eEs ist Zeit, diesbez\u00fcglich andere und\/oder neue Wege zu gehen.\u201c, erkl\u00e4rte Cyprian.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Schluss appellierte te Neues an Verwaltung und Politik: \u201eSie m\u00fcssen sich anstrengen. Es geht um unseren Wirtschaftsstandort, um Unternehmen und deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.\u201c\u200b\u200b\u200b<\/p>\n\n\n\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/mittlerer-niederrhein.ihk.de\/news\/detail\/die-stadt-steht-unter-druck\">IHK Mittlerer Niederrhein<\/a><\/p>\n\n\n<figure class=\"wp-block-post-featured-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1280\" height=\"817\" src=\"https:\/\/standort-niederrhein.de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/csm_2025_pm245_Regionalforum_Krefeld_Haushalt_Foto2_0a9f807963.jpg\" class=\"attachment-post-thumbnail size-post-thumbnail wp-post-image\" alt=\"\" style=\"object-fit:cover;\" srcset=\"https:\/\/standort-niederrhein.de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/csm_2025_pm245_Regionalforum_Krefeld_Haushalt_Foto2_0a9f807963.jpg 1280w, https:\/\/standort-niederrhein.de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/csm_2025_pm245_Regionalforum_Krefeld_Haushalt_Foto2_0a9f807963-980x626.jpg 980w, https:\/\/standort-niederrhein.de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/csm_2025_pm245_Regionalforum_Krefeld_Haushalt_Foto2_0a9f807963-480x306.jpg 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) 1280px, 100vw\" \/><\/figure>\n\n\n<p>Ulrich Cyprian, K\u00e4mmerer der Stadt Krefeld, machte aus der dramatischen kommunalen Haushaltssituation keinen Hehl. | Foto: IHK Mittlerer Niederrhein<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Krefeld. \u201eSie haben es schwer.\u201c Mit diesen Worten begr\u00fc\u00dfte Elmar te Neues, Pr\u00e4sident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlere Niederrhein, den K\u00e4mmerer der Stadt Krefeld, Ulrich Cyprian, zum IHK Regionalforum. 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