{"id":7014,"date":"2025-11-24T06:00:00","date_gmt":"2025-11-24T05:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/standort-niederrhein.de\/?p=7014"},"modified":"2025-11-20T09:19:41","modified_gmt":"2025-11-20T08:19:41","slug":"wirtschaft-kommt-nicht-in-schwung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/standort-niederrhein.de\/en\/2025\/11\/24\/wirtschaft-kommt-nicht-in-schwung\/","title":{"rendered":"Wirtschaft kommt nicht in Schwung"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Rheinland.<\/strong> Die Wirtschaft im Rheinland kommt nicht in Schwung. Schlie\u00dfungen, Stellenabbau und fehlende Investitionen betreffen die ganze Region. Das zeigt das Konjunkturbarometer der Industrie- und Handelskammern im Rheinland. Die Analyse liefert aktuelle regionale Daten zu 17 Leitbranchen des Rheinlands. Besonders die wichtige Grundstoffindustrie leidet: Die Nachfrage nach Stahl- und Chemieprodukten aus Deutschland ist eingebrochen. \u201eAuch\u00a0 weitere vor allem f\u00fcr Krefeld, M\u00f6nchengladbach, den Rhein-Kreis Neuss und den Kreis Viersen wichtige Branchen haben derzeit mit gro\u00dfen Schwierigkeiten zu k\u00e4mpfen, beispielsweise die konsumorientierten und produktionsnahen Gro\u00dfhandelsbetriebe sowie die Logistikbranche\u201c, erkl\u00e4rt J\u00fcrgen Steinmetz, Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein. B\u00fcrokratie, Energiepreise und marode Stra\u00dfen bremsen die Wirtschaft. Die Wettbewerbsf\u00e4higkeit vieler Unternehmen sinkt. Steinmetz: \u201eDas neue Konjunkturbarometer ist eine deutliche Mahnung an die Bundesregierung.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Zu wenig, zu verzagt \u2013 so urteilen die Unternehmen \u00fcber die neue Bundesregierung. Viele Betriebe haben sich mehr erhofft. Von den bisherigen Reformen kommt bei der Wirtschaft zu wenig an. Der Mittelstand ist durch Berichtspflichten, endlose Verfahren und eine entr\u00fcckte Verwaltung gefesselt. Die Industrie kann die Standortnachteile nicht mehr durch Produktivit\u00e4t ausgleichen. \u201eJeder vierte Betrieb will Besch\u00e4ftigte entlassen. Jeder Dritte will weniger investieren. Das zieht andere mit in den Abw\u00e4rtsstrudel\u201c, warnt Dr. Stefan Dietzfelbinger, Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Niederrheinischen IHK Duisburg-Wesel-Kleve, bei der Vorstellung der Ergebnisse.<\/p>\n\n\n\n<p>Und auch f\u00fcr viele bedeutende Branchen am Mittleren Niederrhein fallen die Ergebnisse derzeit nicht positiv aus \u2013 betroffen sind insbesondere die energieintensiven Industrien. In der Metallindustrie bewerten lediglich 11 Prozent der Unternehmen ihre aktuelle Lage als gut, w\u00e4hrend 43 Prozent sie als schlecht einstufen. Auch in der Chemie- und Kunststoffindustrie bleibt die Stimmung verhalten: 37 Prozent der Betriebe sprechen von einer schlechten Lage, nur 16 Prozent von einer guten.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eHohe Energiekosten, ein massiver b\u00fcrokratischer Aufwand und der demografische Wandel mit seinen Auswirkungen auf Fachkr\u00e4fte sind aktuell deutliche Standortnachteile, ebenso die Subventionspolitik. Wir vernehmen die guten Absichten der Bundesregierung und ermutigen diese zur schnellen Umsetzung\u201c, betont Lars Friedrich, Leiter des CHEMPARKs Krefeld-Uerdingen.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Maschinenbau und in der Ern\u00e4hrungsindustrie \u00fcberwiegen ebenfalls die negativen Lageeinsch\u00e4tzungen gegen\u00fcber den positiven. Allerdings k\u00f6nnte hier der Tiefpunkt erreicht sein: F\u00fcr das kommende Jahr zeigen sich mehr Unternehmen optimistisch als pessimistisch.<\/p>\n\n\n\n<p>Gro\u00dfe Sorgen macht sich Steinmetz um die distributiven Dienstleister: \u201eSowohl bei konsumorientierten als auch bei produktionsnahen Gro\u00dfh\u00e4ndlern sowie in der Logistikbranche \u00fcberwiegen die negativen Lagebeurteilungen deutlich gegen\u00fcber den positiven. Diese Branchen erwarten zudem auch im kommenden Jahr keine positive Entwicklung.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die Konsequenz: Ein sp\u00fcrbarer Besch\u00e4ftigungsabbau kann nicht mehr ausgeschlossen werden. \u201eWir sind eine Gro\u00dfhandels- und Logistikregion und diese Werte erf\u00fcllen mich mit gro\u00dfer Sorge\u201c, betont Steinmetz. \u201eDie schlechte Lage dieser Branchen h\u00e4ngt mit der schwachen Industrieproduktion und der fehlenden Konsumneigung der Bev\u00f6lkerung zusammen.\u201c Vorschriften, Formulare und Genehmigungen sind f\u00fcr knapp 60 Prozent der Unternehmen die gr\u00f6\u00dfte Bremse. Aktuell ist es nur der Staat der mehr investiert. F\u00fcr den dringend notwendigen Aufschwung reicht das nicht. Wichtig ist, dass die privaten Investitionen anspringen. \u201eUnser Konjunkturklimaindex zeigt, wie zur\u00fcckhaltend die Wirtschaft ist. Er tritt mit 91 Punkten auf der Stelle. Seit mehr als drei Jahren gibt es kaum positive Impulse. Auch, weil die B\u00fcrokratie uns im Weg steht. Wir brauchen grundlegende Reformen. Ank\u00fcndigungen alleine reichen nicht. Wenn unsere Verwaltungen nicht umdenken, wird es nicht gehen. Sie sollten digitaler und kundenfreundlicher werden\u201c, so Dietzfelbinger.<\/p>\n\n\n\n<p>Gleichzeitig bleibt der Fachkr\u00e4ftemangel ein Risiko \u2013 fast jedes zweite Unternehmen sieht darin eine Gefahr. Zudem machen die gestiegenen Arbeitskosten den Betrieben zu schaffen. Und auch bei der Infrastruktur zeigt sich ein alarmierendes Bild: Marode Verkehrswege, schleppende Genehmigungen und fehlende Digitalisierung gef\u00e4hrden den Standort. All das f\u00fchrt laut den IHKs zu einer gef\u00e4hrlichen Mischung: Unternehmen verlieren Vertrauen \u2013 in die Zukunft, in die Politik, in die Planbarkeit. \u201eDas Rheinland ist stark. Unsere Unternehmen sind innovativ, anpassungsf\u00e4hig, bereit f\u00fcr Wandel. Aber sie brauchen endlich die Freiheit, wieder unternehmerisch handeln zu k\u00f6nnen. Wer Wachstum will, muss Verl\u00e4sslichkeit schaffen. Wer Transformation will, muss Investitionen erm\u00f6glichen. Und wer Wohlstand sichern will, muss die Wirtschaft endlich ernst nehmen\u201c, betont Dietzfelbinger.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Konjunkturbarometer Rheinland<\/strong><br>Die IHK-Initiative Rheinland ver\u00f6ffentlicht halbj\u00e4hrlich ein Konjunkturbarometer. Mehr als 2000 Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistungen haben im Herbst 2025 teilgenommen. Teil der Initiative sind die IHKs Aachen, Bonn\/Rhein-Sieg, D\u00fcsseldorf, Mittlerer Niederrhein, die Bergische sowie die Niederrheinische IHK. <a href=\"https:\/\/mittlerer-niederrhein.ihk.de\/fileadmin\/IHK_Mittlerer_Niederrhein\/Dokumente\/Wirtschaftsstandort\/Konjunkturbarometer_Rheinland_Herbst_2025.pdf\">Zum Download<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/mittlerer-niederrhein.ihk.de\/news\/detail\/wirtschaft-kommt-nicht-in-schwung\">IHK Mittlerer Niederrhein<\/a><br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rheinland. Die Wirtschaft im Rheinland kommt nicht in Schwung. Schlie\u00dfungen, Stellenabbau und fehlende Investitionen betreffen die ganze Region. Das zeigt das Konjunkturbarometer der Industrie- und Handelskammern im Rheinland. Die Analyse liefert aktuelle regionale Daten zu 17 Leitbranchen des Rheinlands. 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