{"id":6964,"date":"2025-11-14T07:00:00","date_gmt":"2025-11-14T06:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/standort-niederrhein.de\/?p=6964"},"modified":"2025-11-13T12:24:49","modified_gmt":"2025-11-13T11:24:49","slug":"eine-zwei-minus-fuer-meerbusch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/standort-niederrhein.de\/en\/2025\/11\/14\/eine-zwei-minus-fuer-meerbusch\/","title":{"rendered":"Eine Zwei minus f\u00fcr Meerbusch"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Mittlerer Niederrhein\/ Meerbusch<\/strong>. Die Meerbuscher Unternehmen geben ihrem Wirtschaftsstandort die Note 2,42. St\u00e4rken sehen sie vor allem bei der Lage, der Erreichbarkeit und dem Wohnumfeld. Kritischer werden kommunale Leistungen und die Digitalisierung in der Verwaltung bewertet. Das sind wesentliche Ergebnisse der Standortanalyse f\u00fcr die Stadt Meerbusch, die die Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein bei der Garten Selders GmbH vorgestellt hat. \u201eDie Erreichbarkeit wird sehr gut beurteilt, die Bewertung der Informations- und Kommunikationsinfrastruktur hat sich sogar verbessert, und bei Innenstadtfaktoren punktet Meerbusch deutlich\u201c, erkl\u00e4rt IHK-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer J\u00fcrgen Steinmetz. Grundlage der Analyse sind amtliche Statistiken und eine Unternehmensumfrage, an der sich rund 130 Meerbuscher Betriebe mit etwa 3.100 Besch\u00e4ftigten beteiligt haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Zum 30. Juni 2024 waren in Meerbusch 14.093 sozialversicherungspflichtig Besch\u00e4ftigte t\u00e4tig \u2013 52,4 Prozent mehr als 1999. \u201eDamit war das Wachstum deutlich st\u00e4rker als in NRW und im Rhein-Kreis Neuss\u201c, erkl\u00e4rt Gregor Werkle, Leiter Wirtschaftspolitik bei der IHK Mittlerer Niederrhein. In den vergangenen zehn Jahren hat sich das Wachstum jedoch sp\u00fcrbar verringert; zwischen 2022 und 2024 ging die Besch\u00e4ftigung sogar um 3,4 Prozent zur\u00fcck. \u201eDas lag insbesondere am Wegzug eines Unternehmens mit vielen Besch\u00e4ftigten\u201c, erl\u00e4utert Werkle. Hinsichtlich der Branchenstruktur zeigt sich: Meerbusch ist klar dienstleistungsgepr\u00e4gt. Der Anteil des Verarbeitenden Gewerbes an der Gesamtbesch\u00e4ftigung ist \u2013 bezogen auf alle Kommunen im IHK-Bezirk \u2013 nur in Kaarst und Rommerskirchen niedriger.<\/p>\n\n\n\n<p>Beim Vergleich zentraler volkswirtschaftlicher Kennziffern zeigt sich ein gemischtes Bild: Die Arbeitslosenquote lag 2024 bei 5,3 Prozent und damit unter dem NRW- und Kreisdurchschnitt. Die einzelhandelsrelevante Kaufkraft liegt mit 128,3 deutlich \u00fcber dem Bundesmittelwert. Gleichzeitig verliert Meerbusch \u00fcber einen Kaufkraftabfluss deutlich mehr an das Umland als andere Kommunen der Region. Das liegt unter anderem an der N\u00e4he zu D\u00fcsseldorf.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Verschuldung der Stadt Meerbusch ist niedrig. Der Gewerbesteuerhebesatz ist im regionalen Vergleich wettbewerbsf\u00e4hig, liegt aber deutlich \u00fcber dem Niveau vergleichbarer Kommunen in anderen Bundesl\u00e4ndern. \u201eZudem liegt die Realsteueraufbringungskraft der Gewerbesteuer je Einwohner unter dem Kreis- und NRW-Durchschnitt. Deshalb sollte sich die Stadt verst\u00e4rkt bem\u00fchen, steuerstarke Betriebe f\u00fcr den Standort zu gewinnen\u201c, so Werkle<\/p>\n\n\n\n<p>Die Ergebnisse der Unternehmensbefragung best\u00e4tigen das insgesamt positive Bild: Das Gesamturteil mit der Note 2,42 f\u00fcr den Wirtschaftsstandort ist besser als der mehrj\u00e4hrige Mittelwert am Mittleren Niederrhein (2,69). Bei der Befragung haben die Unternehmen aus Meerbusch verschiedene Standortfaktoren auf einer Notenskala von eins bis sechs bewertet.<\/p>\n\n\n\n<p>Insbesondere die harten Standortfaktoren und die Innenstadtfaktoren werden positiv und besser bewertet als in der Region im Durchschnitt. Bei der Erreichbarkeit per Stra\u00dfe\/Autobahn erzielt Meerbusch mit 1,98 die beste Note der Umfrage, obwohl sich die Bewertung des Zustands verschlechtert hat. Die Informations- und Kommunikationsinfrastruktur (Breitband\/Mobilfunk) wird mit 2,99 besser bewertet als 2020. \u201eTrotz steigender Anspr\u00fcche sehen die Unternehmen hier also echte Fortschritte. Das ist auch ein Verdienst der Verwaltung\u201c, lobt Steinmetz. Positiv hervorzuheben sind auch die Bewertungen der Sicherheit in der Stadt (2,22) und die des Stadtbilds (2,57). Die Arbeitsmarktfaktoren werden im Durchschnitt der Region beurteilt. Das Wohnumfeld f\u00fcr Mitarbeitende (2,65) und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf (2,83) werden ebenfalls gut bewertet. \u201eMeerbusch hat hier starke Grundvoraussetzungen\u201c, so Steinmetz. \u201eAber es gibt auch Bewertungen, die nicht zufriedenstellend sind.\u201c Das betrifft insbesondere das Themenfeld Kommunale Kosten und Leistungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Deutlich kritisch sehen die Unternehmen den Digitalisierungsgrad der Verwaltung (3,99) sowie die Dauer von Plan- und Genehmigungsverfahren (3,94). F\u00fcr diese Themen erh\u00e4lt Meerbusch deutlich schlechtere Noten als der restliche IHK-Bezirk. Auch die Reaktionszeiten (3,64) und Erreichbarkeit\/\u00d6ffnungszeiten (3,55) liegen unter dem Regionalwert. \u201eMeerbusch braucht schnellere Prozesse f\u00fcr Unternehmensverfahren: digital, transparent, mit verbindlichen Bearbeitungszeiten\u201c, fordert Steinmetz.<\/p>\n\n\n\n<p>Die IHK empfiehlt der Stadt, den Zertifizierungsprozess zum RAL G\u00fctezeichen Mittelstandsorientierte Kommunalverwaltung anzugehen und zentrale Verfahren durchg\u00e4ngig digital und fristgebunden zu organisieren. Zus\u00e4tzlich braucht es eine vorausschauende Gewerbefl\u00e4chenpolitik, die die Steuerbasis vergr\u00f6\u00dfert: \u201eDer bis 2035 ausgewiesene Fl\u00e4chenbedarf sollte zeitnah planungsrechtlich gesichert und marktf\u00e4hig entwickelt werden. Strategisch wichtig ist dabei weiterhin das Gewerbegebiet an der A44\u201c, so Steinmetz.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Anschluss an die Vorstellung der Analyse diskutierten B\u00fcrgermeister Christian Bommers, Kirsten Kappius (Meer-Lebensstil), Werner Damblon (Softwert GmbH), Rolf Heckmann (Willy Heckmann GmbH &amp; Co) und Steinmetz die St\u00e4rken und Schw\u00e4chen Meerbuschs. Im Mittelpunkt standen vor allem die Themen Innenstadt und Wohnraum f\u00fcr Fachkr\u00e4fte.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eVor allem bei der Digitalisierung der Verwaltung m\u00fcssen wir uns weiter verbessern\u201c, sagte Bommers zu Beginn der Diskussion. \u201eAber an dem Thema sind wir dran, unsere umfassende digitale Agenda wird uns dabei helfen. Ich bin zuversichtlich, dass wir in diesem Bereich bei der n\u00e4chsten Standortanalyse deutlich besser dastehen werden.\u201c F\u00fcr Werner Damblon ist der Fachkr\u00e4ftemangel, unter anderem bedingt durch fehlenden Wohnraum, ein Problem. \u201eBezahlbarer Wohnraum w\u00e4re dringend erforderlich\u201c, betonte er. Das sieht der B\u00fcrgermeister genauso. \u201eMieten sind bei uns insbesondere f\u00fcr geringer Verdienende kaum noch finanzierbar. Deshalb arbeiten wir mit Wohnungsbaugesellschaften zusammen und f\u00fchren mit Investoren Gespr\u00e4che. Dar\u00fcber hinaus gr\u00fcnden wir gerade eine Wohnungsbaugenossenschaft, mit der wir zus\u00e4tzlich eigene Projekte starten k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Rolf Heckmann sieht in der interkommunalen Zusammenarbeit Chancen. \u201eDie Stadt Krefeld hat g\u00fcnstigeren Wohnraum. Aber der \u00d6PNV muss besser ausgebaut sein, damit die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter problemlos nach Meerbusch kommen. Deshalb w\u00fcrde ich mir vor allem in Sachen \u00d6PNV eine intensive interkommunale Zusammenarbeit w\u00fcnschen.\u201c Bommers erkl\u00e4rte, dass die Politik bei den Verkehrsbetrieben \u201ealles bestellen\u201c k\u00f6nne. \u201eAber es muss auch alles bezahlt werden k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Einzelh\u00e4ndlerin Kirsten Kappius blickt mit Sorge auf die Entwicklung der Innenstadt. \u201eDie muss attraktiver werden\u201c, betont sie. \u201eWir haben zu viele Kundinnen und Kunden, die in umliegende St\u00e4dte abwandern.\u201c Besonders in der umsatzstarken Vorweihnachtszeit versch\u00e4rfe sich die Lage zus\u00e4tzlich. Ein zentrales Anliegen ist f\u00fcr Kappius eine Neubesetzung des Stadtmarketings. \u201eWir brauchen jemanden, der die Dinge mit uns wieder nach vorne bringt und Konzepte entwickelt, die die Innenstadt langfristig beleben\u201c, sagt sie. Ein weiterer Knackpunkt sei die Parkplatzsituation. \u201eDie Winterwelt sorgt jedes Jahr f\u00fcr eine angespanntere Parksituation \u2013 und f\u00fcr uns Einzelh\u00e4ndler ist es ohnehin eine echte Herausforderung, dass vor einigen Jahren \u00fcberhaupt Parkgeb\u00fchren eingef\u00fchrt wurden\u201c, erkl\u00e4rt sie. \u201eViele Kundinnen und Kunden sagen uns, dass sie deshalb nicht mehr in die Innenstadt kommen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Auch die Winterwelt selbst sieht sie kritisch. \u201eIch w\u00fcnsche mir, dass sie k\u00fcnftig zus\u00e4tzliche Frequenz in die Stadt bringt. Das Parkplatzproblem f\u00fchrt derzeit leider zu Kaufkraftabfluss \u2013 mit mehr Attraktivit\u00e4t und h\u00f6heren Besucherzahlen k\u00f6nnte die Veranstaltung jedoch auch dem Einzelhandel zugutekommen.\u201c Der IHK-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer motivierte zur Zusammenarbeit. \u201eWenn Frequenzen in der Innenstadt \u00fcber mehrere Wochen aufgrund einer Veranstaltung verloren gehen, muss man sich zusammensetzen und fragen, ob etwas, was vor 20 Jahren richtig war, heute noch zeitgem\u00e4\u00df ist.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Zum Abschluss erkl\u00e4rte Steinmetz: \u201eWir haben heute Abend gemeinsam ein paar Themen gesetzt und ich habe ein gutes Gef\u00fchl, dass diese Themen weiterverfolgt werden.\u201c Bommers versprach, die angesprochenen Themen mitzunehmen und animierte die Unternehmen: \u201eDas Rathaus ist ein \u00f6ffentliches Haus. Wenn Sie ein Anliegen haben, k\u00f6nnen wir es dort besprechen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/mittlerer-niederrhein.ihk.de\/news\/detail\/eine-zwei-minus-fuer-meerbusch\">IHK Mittlerer Niederrhein<\/a><\/p>\n\n\n<figure class=\"wp-block-post-featured-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1280\" height=\"798\" src=\"https:\/\/standort-niederrhein.de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/csm_2025_pm232_Standortanalyse_Meerbusch_38eff0b5c3.jpg\" class=\"attachment-post-thumbnail size-post-thumbnail wp-post-image\" alt=\"\" style=\"object-fit:cover;\" srcset=\"https:\/\/standort-niederrhein.de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/csm_2025_pm232_Standortanalyse_Meerbusch_38eff0b5c3.jpg 1280w, https:\/\/standort-niederrhein.de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/csm_2025_pm232_Standortanalyse_Meerbusch_38eff0b5c3-980x611.jpg 980w, https:\/\/standort-niederrhein.de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/csm_2025_pm232_Standortanalyse_Meerbusch_38eff0b5c3-480x299.jpg 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) 1280px, 100vw\" \/><\/figure>\n\n\n<p>Diskutierten \u00fcber den Wirtschaftsstandort Meerbusch (v.l.): Rolf Heckmann (Willy Heckmann GmbH &amp; Co), Kirsten Kappius (Meer-Lebensstil), Werner Damblon (Softwert GmbH), Moderatorin Beate Kowollik, B\u00fcrgermeister Christian Bommers und IHK-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer J\u00fcrgen Steinmetz | Foto: IHK Mittlerer Niederrhein<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mittlerer Niederrhein\/ Meerbusch. 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