{"id":6704,"date":"2025-10-06T06:00:00","date_gmt":"2025-10-06T04:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/standort-niederrhein.de\/?p=6704"},"modified":"2025-10-02T12:13:30","modified_gmt":"2025-10-02T10:13:30","slug":"studentinnen-der-hochschule-niederrhein-wollen-altkleider-schwemme-stoppen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/standort-niederrhein.de\/en\/2025\/10\/06\/studentinnen-der-hochschule-niederrhein-wollen-altkleider-schwemme-stoppen\/","title":{"rendered":"Studentinnen der Hochschule Niederrhein wollen Altkleider-Schwemme stoppen"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>M\u00f6nchengladbach.<\/strong> Kleidung \u2013 soweit das Auge reicht. Zerschlissene, verdreckte Fetzen, die mal als Mode im Nord-Westen dieser Welt gekauft und dann weggeworfen wurden, oft nach nur kurzer Zeit des Tragens. Viele Textilien, die beispielsweise in Europa entsorgt werden, enden auf diesen riesigen Deponien in Ghana und Kenia \u2013 und sorgen dort vor allem f\u00fcr \u00f6kologische Probleme. Zwei Studentinnen der Hochschule Niederrhein, Charlotte Weber und Ramona M\u00f6llers, haben es sich mit der Gr\u00fcndung ihres eigenen Unternehmens \u201eWM Studio\u201c (\u201eWe Make Waste Matter\u201c) zum Ziel gemacht, daran etwas zu \u00e4ndern.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr ihre Bachelorarbeit an der HSNR sind die beiden Studentinnen, die inzwischen den Master \u201eTextile Produkte&nbsp; &#8211; Design\u201c studieren, nach Nairobi gereist. \u201eVor Ort konnten wir uns selbst ein Bild von dem riesigen Altkleider-Problem machen\u201c, sagen Charlotte Weber und Ramona M\u00f6llers. \u201eAltkleider liegen auf M\u00fcllhalden, die sich \u00fcber Kilometer erstrecken und schon vor Jahrzehnten als voll deklariert wurden. Trotzdem kommen jeden Tag Tonnen um Tonnen Altkleider in Kenia an. Diese landen in Fl\u00fcssen, zerst\u00f6ren die Natur.\u201c Zumal es sich oft um Fast Fashion handele. \u201eDiese besteht h\u00e4ufig aus synthetischen Fasern, die keinen nat\u00fcrlichen Ursprung haben. Sie sind nicht biologisch abbaubar und verrotten daher nicht. Zudem entsteht durch das Tragen und Waschen dieser Textilien Mikroplastik, das in die Umwelt gelangt.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Durch Praktika und Jobs w\u00e4hrend des Studiums sind die beiden Studentinnen immer wieder dem Abfallproblem beziehungsweise der Wegwerfmentalit\u00e4t in der Modebranche begegnet. \u201eIn einem Atelier beispielsweise fallen beim Zuschnitt Abf\u00e4lle oder Prototypen an, die entsorgt werden\u201c, sagt Ramona M\u00f6llers (27). Ganz zu schweigen von der industriellen Produktion und den vielen Retouren der Versandh\u00e4ndler. \u201eUnd ein Teil dieser \u00dcberproduktion und Retouren kommt dann in L\u00e4ndern wie Kenia an.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr ihre Besch\u00e4ftigung mit den Themen Altkleiderexporte und zirkul\u00e4re Textilwirtschaft wurden die beiden Studentinnen dieses Jahr mit dem Wilhelm-Lorch-Preis ausgezeichnet. <a><\/a>Au\u00dferdem gelang ihnen der Einzug in die Endrunde und Ausstellung des Bundespreises Ecodesign \u2013 der h\u00f6chsten staatlichen Auszeichnung f\u00fcr \u00f6kologisches Design in Deutschland. Zudem waren sie auf gro\u00dfen Branchen-Events wie der \u201eUnikate\u201c-Messe vertreten. Im Gep\u00e4ck hatten die beiden Gr\u00fcnderinnen dort auch die erste Kollektion ihres Labels \u201eWM Studio\u201c, das sie frisch gegr\u00fcndet haben. Ziel des Labels ist es, Alttextilien vor den M\u00fcllhalden zu retten \u2013 so entstanden in Zusammenarbeit mit Africa Collect Textiles auf kenianischer Seite Taschen aus alten Cordhosen. \u201eNeben der Kollektion liegt ein weiterer Schwerpunkt unseres Unternehmens auf der Vermittlung von textilem Wissen: Wir setzen uns f\u00fcr Workshops und Bildungsformate ein \u2013 sowohl in Deutschland und Europa als auch in Kenia\u201c, sagt Charlotte Weber (26). So gaben die beiden Studierenden beispielsweise schon einen Schulworkshop in Nairobi, wo Kinder aus Alttextilien Schulm\u00e4ppchen webten; in der T\u00fcrkei f\u00fchrten sie einen H\u00e4kel-Upcycling-Workshop durch. \u201eWir m\u00f6chten das Wissen \u00fcber Textilien st\u00e4rken und das Handwerk zur\u00fcckbringen. Wir m\u00fcssen davon wegkommen, Textilien als Wegwerfprodukte zu betrachten und st\u00e4ndig neue zu kaufen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Bei ihrem Gr\u00fcndungsvorhaben wurden die beiden nicht nur von ihrer Professorin Marina-Elena Wachs begleitet, sondern auch von HNX, der Gr\u00fcndungsberatung der Hochschule Niederrhein. Dort konnten sie nicht nur Workshops rund um Themen wie Marketing, Vertrieb und Steuern besuchen, sondern erhielten ein pers\u00f6nliches Coaching sowie die M\u00f6glichkeit, sich mit anderen Gr\u00fcnder:innen zu vernetzen. \u201eDie Angebote von HNX sind f\u00fcr alle Angeh\u00f6rigen der Hochschule kostenlos und werden ab diesem Semester auch noch st\u00e4rker in die Lehre implementiert\u201c, sagt Carola Lobemeier von HNX. Vivian Sommer, ebenfalls aus dem HNX-Team, erg\u00e4nzt: \u201eWir haben viele Studierende, die etwas ver\u00e4ndern wollen. Indem wir den Gr\u00fcndungs-Gedanken in unserer Lehre verankern, m\u00f6chten wir Innovationen hier vor Ort, in unserer Region vorantreiben.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Charlotte Weber und Ramona M\u00f6llers konnten in den vergangenen Monaten au\u00dferdem vom \u201eEXIST Women\u201c-F\u00f6rderprogramm des Bundes profitieren. \u00dcber das Programm werden gezielt Gr\u00fcnderinnen und ihre Ideen gef\u00f6rdert \u2013 sechs Stipendiatinnen gibt es an der Hochschule Niederrhein im Jahr 2025. Die n\u00e4chste Runde 2026 mit bis zu 10 Stipendiatinnen startet in K\u00fcrze. Informationen gibt es unter <a href=\"https:\/\/link.mediaoutreach.meltwater.com\/ls\/click?upn=u001.3P8ePXYPv6zzgBAtOK2CT32oDM5MwFxTXPwBZ97-2BDgI-3DkZo5_g74UsaVuWqwWE6gZvK2IYmPPDkBDyDn0U0b-2BJ0fFJ-2FIhixoGyZfEdTRKBq1CL8m2Ovz4mxFy-2Bd235K3nLKKXiuLMtSz1uyL5KmK5IBvqPg2Erl-2BeOQceYgvRwLGUtg2OCUhbZ5qfucZM-2BeKDfBfPhRZszlSPMagxAzT7-2BJ8h19x5kRtONeAOoSu-2FV1p4VMS41cWL6B7Gva1TuL0MgGU0Wo6BUCNz7n-2B2NzQEIxj6zGBVdcESdEJOc7sk-2FBlQD1c-2BVnV8kODJjnGju0LY6N129Dmd6teR4hpSKp3Z8SCblKxAzjg8CqWwcl0FOx94IWX-2FoyAQm5-2B9XxmXeTGo-2FHNcaO6YVuNl8GuIicjm8CXksk4lg3n69HsNCZZtQaDinZBM0D9dZ5KEr7sO0BOVx4X4jQ-3D-3D\">www.hsnr.de\/hnx<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.hs-niederrhien.de\">Hochschule Niederrhein<\/a><\/p>\n\n\n<figure class=\"wp-block-post-featured-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"1334\" src=\"https:\/\/standort-niederrhein.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/2025-10-02-WM-Studio2.jpg\" class=\"attachment-post-thumbnail size-post-thumbnail wp-post-image\" alt=\"\" style=\"object-fit:cover;\" srcset=\"https:\/\/standort-niederrhein.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/2025-10-02-WM-Studio2.jpg 1000w, https:\/\/standort-niederrhein.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/2025-10-02-WM-Studio2-980x1307.jpg 980w, https:\/\/standort-niederrhein.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/2025-10-02-WM-Studio2-480x640.jpg 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) 1000px, 100vw\" \/><\/figure>\n\n\n<p>In Kenia besuchten die beiden Studentinnen der Hochschule Niederrhein die Altkleider-Deponien. | Foto: privat<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>M\u00f6nchengladbach. 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