{"id":6099,"date":"2025-06-04T06:00:00","date_gmt":"2025-06-04T04:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/invest-in-niederrhein.de\/?p=6099"},"modified":"2025-06-03T11:58:48","modified_gmt":"2025-06-03T09:58:48","slug":"haushalt-und-javelin-park-waren-themen-beim-regionalforum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/standort-niederrhein.de\/en\/2025\/06\/04\/haushalt-und-javelin-park-waren-themen-beim-regionalforum\/","title":{"rendered":"Haushalt und Javelin-Park waren Themen beim Regionalforum"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Mittlerer Niederrhein\/ Kreis Viersen.<\/strong> \u201eSie werden Tr\u00e4nen in die Augen bekommen.\u201c Mit diesen Worten hat Thomas Heil seine Zuh\u00f6rer auf seinen Vortrag vorbereitet. Der K\u00e4mmerer des Kreises Viersen war einer der Referenten des Regionalforums Kreis Viersen, zu dem die Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein unter dem Titel \u201eDie Wirtschaftliche Entwicklung des Kreises Viersen\u201c eingeladen hatte. \u201eIm Vorfeld der Kommunalwahlen im Herbst lohnt sich der Blick auf die wirtschaftlichen Spielr\u00e4ume und Herausforderungen, vor denen wir im Kreis Viersen stehen\u201c, sagte Rainer H\u00f6ppner, IHK-Vizepr\u00e4sident und Sprecher des Regionalforums. \u201eDeshalb schauen wir auf die finanzielle Lage des Kreises und auf das Projekt Javelin-Park, das wirtschaftliche Impulse im Kreis setzen kann, die wiederum den Finanzen zugutek\u00e4men.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Wer die Ansage des K\u00e4mmerers auf die leichte Schulter genommen hatte, wurde in den folgenden 60 Minuten eines Besseren belehrt. \u201eDie Lage ist bitterernst\u201c, erkl\u00e4rte Heil. \u201eBundesweit wird uns ein Null-Wachstum prophezeit, so dass wir aufpassen m\u00fcssen, dass Deutschland nicht den Anschluss verliert.\u201c Diese schlechte konjunkturelle Entwicklung habe nat\u00fcrlich \u201emassive Auswirkungen\u201c auf die kommunalen Finanzen. \u201eSelbst die kommunale Selbstverwaltung ger\u00e4t in Gefahr\u201c, betonte Heil und verdeutlichte die bedrohliche Entwicklung anhand von Zahlen: Insgesamt verzeichneten die Kommunen in Deutschland im vergangenen Jahr einen Fehlbetrag von 24 Milliarden Euro (2023: 6 Milliarden Euro). \u201eDas ist der h\u00f6chste Wert seit der Wiedervereinigung\u201c, sagte der K\u00e4mmerer. NRW ist Spitzenreiter: Dort ist die kommunale Verschuldung von einem auf das andere Jahr um 13 Prozent gestiegen. Von den 396 St\u00e4dten und 31 Kreisen in NRW haben nur 15 einen ausgeglichenen Haushalt. \u201eSomit verzehren die Kommunen ihr Eigenkapital, um die Fehlbetr\u00e4ge auszugleichen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Der Kreishaushalt weist f\u00fcr das laufende Jahr einen Fehlbetrag von 40 Millionen Euro aus, nach 30 Millionen im vergangenen Jahr. \u201eW\u00fcrden wir den Fehlbetrag an die kreisangeh\u00f6rigen Kommunen weitergeben, m\u00fcssten wir die Kreisumlage um 7,5 Prozentpunkte erh\u00f6hen. Aber auch die neun Kreiskommunen stehen schlecht da: Keine hat einen ausgeglichenen Haushalt, eine von ihnen ist im Haushaltssicherungskonzept. \u201eDas Problem ist, dass die Steuereinnahmen nur moderat wachsen, die Aufwendungen aber in die H\u00f6he schnellen\u201c, erkl\u00e4rte Heil. Deren gr\u00f6\u00dfter Teil machen mit 400 Millionen Euro die Kosten im Sozialbereich aus. Anhand von drei Hilfe-Arten und der Landschaftsumlage verdeutlichte der K\u00e4mmerer die Kostensteigerungen um 70 Prozent in den vergangenen zehn Jahren. \u201eUnd auch f\u00fcr das Jahr 2026 haben wir kein gutes Gef\u00fchl. Es ist nicht erkennbar, dass wir dann pl\u00f6tzlich \u00dcbersch\u00fcsse haben werden.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die Frage, wie man aus dieser Misere rauskommen k\u00f6nnte, beantwortet Heil unter anderem mit folgenden Forderungen: Das bestehende Sozialleistungssystem muss grundlegend \u00fcberarbeitet werden, Kommunen ben\u00f6tigen von Bund und Land eine ausk\u00f6mmliche Finanzierung, der kommunale Anteil an der Umsatzsteuer muss erh\u00f6ht werden und das Konnexit\u00e4tsprinzip, nach dem derjenige die Kosten \u00fcbernimmt, der die jeweilige Aufgabe beschlossen hat, muss realisiert werden. Gleichzeitig gab der K\u00e4mmerer aber auch zu bedenken: \u201eW\u00fcrden Bund und Land den Forderungen nachkommen, m\u00fcssten sie auf Geld verzichten.\u201c Und auch deren Haushalte seien bekannterma\u00dfen alles andere als gesund. \u201eIch kann Ihnen also keine L\u00f6sung pr\u00e4sentieren. Zumindest habe ich die Hoffnung, dass sich in Niederkr\u00fcchten-Elmpt etwas tut. Das w\u00fcrde dem gesamten Kreis richtig gut tun\u201c, erkl\u00e4rte er mit Blick auf das zweite Thema des Abends.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber auch Andr\u00e9 Banschus\u2018 Bericht \u00fcber die Entwicklung des Javelin-Parks f\u00fchrte nicht nur zu Freudentr\u00e4nen. \u201eEigentlich h\u00e4tten die Erschlie\u00dfungsarbeiten jetzt beginnen sollen\u201c, erkl\u00e4rte der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Projektentwicklers Verdion. Aber das Oberverwaltungsgericht M\u00fcnster habe nach einem Eilantrag den Bebauungsplan vorl\u00e4ufig au\u00dfer Vollzug gesetzt. \u201eDerzeit k\u00f6nnen wir nicht sagen, wie lange das Gericht braucht, um die Unterlagen zu pr\u00fcfen. Aber wir hoffen, dass wir schnell eine positive R\u00fcckmeldung bekommen.\u201c Man wolle den Zeitplan unbedingt einhalten. \u201eAnsonsten k\u00f6nnten Interessenten wom\u00f6glich abwandern.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>In den kommenden zehn bis 15 Jahren m\u00f6chte Verdion auf 650.000 Quadratmetern des 58 Hektar gro\u00dfen Gel\u00e4ndes ma\u00dfgeschneiderte Geb\u00e4ude f\u00fcr bonit\u00e4tsstarke Unternehmen unter anderem aus den Bereichen Produktion, Pharma, Forschung und E-Commerce entwickeln. \u201eMit einem Unternehmen aus der Lebensmittelindustrie sind wir bereits im Gespr\u00e4ch\u201c, sagte Banschus. Geplant sind au\u00dferdem ein Autohof und ein eigener Autobahnanschluss. \u201eNachhaltigkeit ist bei der Entwicklung des Parks ein zentrales Thema.\u201c Das gesamte Investitionsvolumen liegt bei 1,04 Milliarden Euro. Finanzierungspartner ist eine kanadische Rentenversicherung. W\u00e4hrend die Versicherung Eigent\u00fcmerin der Geb\u00e4ude sein wird, wird Verdion den Gewerbepark betreuen. Gebaut wird allerdings erst, wenn der jeweilige Nutzer feststeht. \u201eWir rechnen mit 5.000 direkten Arbeitspl\u00e4tzen\u201c, erkl\u00e4rt Banschus. Als Alleinstellungsmarkmal bezeichnet der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer die Gr\u00f6\u00dfe der zusammenh\u00e4ngenden Fl\u00e4che und die m\u00f6gliche Bauh\u00f6he. Dar\u00fcber hinaus sei die Lage an der niederl\u00e4ndischen Grenze und die N\u00e4he zum Flughafen, zu den H\u00e4fen Duisburg, Rotterdam und Antwerpen sowie den St\u00e4dten K\u00f6ln und D\u00fcsseldorf ein sehr wichtiger Standortfaktor.<\/p>\n\n\n\n<p>H\u00f6ppner bedankte sich bei den beiden Referenten f\u00fcr die \u2013 wenn auch mitunter nachdenklich stimmenden \u2013 Informationen und Einblicke. \u201eWir dr\u00fccken die Daumen, dass die H\u00fcrden f\u00fcr den Javelin-Park schnell \u00fcberwunden werden k\u00f6nnen, so dass das f\u00fcr die Region so wichtige Projekt weiter vorangeht.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/mittlerer-niederrhein.ihk.de\/de\/oeffentlichkeitsarbeit\/pressemitteilungen\/2025\/haushalt-und-javelin-park-themen-beim-regionalforum.html\">IHK Mittlerer Niederrhein<\/a><\/p>\n\n\n<figure class=\"wp-block-post-featured-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"2000\" height=\"1333\" src=\"https:\/\/standort-niederrhein.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/regionalforum_kreis_viersen_foto1.jpg\" class=\"attachment-post-thumbnail size-post-thumbnail wp-post-image\" alt=\"\" style=\"object-fit:cover;\" srcset=\"https:\/\/standort-niederrhein.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/regionalforum_kreis_viersen_foto1.jpg 2000w, https:\/\/standort-niederrhein.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/regionalforum_kreis_viersen_foto1-1280x853.jpg 1280w, https:\/\/standort-niederrhein.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/regionalforum_kreis_viersen_foto1-980x653.jpg 980w, https:\/\/standort-niederrhein.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/regionalforum_kreis_viersen_foto1-480x320.jpg 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) and (max-width: 1280px) 1280px, (min-width: 1281px) 2000px, 100vw\" \/><\/figure>\n\n\n<p>Gregor Werkle (Bereichsleiter Wirtschaftspolitik bei der IHK Mittlerer Niederrhein, l.) und Rainer H\u00f6ppner (IHK-Vizepr\u00e4sident und Sprecher des Forums, r.) begr\u00fc\u00dften die beiden Referenten Thomas Heil (K\u00e4mmerer des Kreises Viersen 2.v.l.) und Andr\u00e9 Banschus (Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Projektentwicklers Verdion) zum Regionalforum Kreis Viersen. | Foto: IHK Mittlerer Niederrhein<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mittlerer Niederrhein\/ Kreis Viersen. \u201eSie werden Tr\u00e4nen in die Augen bekommen.\u201c Mit diesen Worten hat Thomas Heil seine Zuh\u00f6rer auf seinen Vortrag vorbereitet. 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