{"id":5138,"date":"2024-11-02T06:00:00","date_gmt":"2024-11-02T05:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/invest-in-niederrhein.de\/?p=5138"},"modified":"2024-11-07T09:16:24","modified_gmt":"2024-11-07T08:16:24","slug":"industriebranchen-unter-druck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/standort-niederrhein.de\/en\/2024\/11\/02\/industriebranchen-unter-druck\/","title":{"rendered":"Industriebranchen unter Druck"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Mittlerer Niederrhein.<\/strong> Der Wirtschaftsstandort Mittlerer Niederrhein steht vor gro\u00dfen Herausforderungen, insbesondere die energieintensive Industrie. Dies zeigt eine Analyse IHK Mittlerer Niederrhein, in die Auswertungen amtlicher Daten und die Ergebnisse einer Unternehmensbefragung aus den besonders energieintensiven Branchen eingeflossen sind. Zu diesen Branchen geh\u00f6ren insbesondere die Chemie- und Metallindustrie und die Papier- und Pappeindustrie, die Hersteller von Glas und Glaswaren sowie Keramik und die Verarbeiter von Steinen und Erden. \u201eDie Bedeutung dieser Industriezweige f\u00fcr unsere Region ist enorm\u201c, sagt J\u00fcrgen Steinmetz, Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer der IHK Mittlerer Niederrhein. \u201eLeider stehen diese Branchen unter erheblichem Druck. Das bedroht letztlich auch unseren Wirtschaftsstandort insgesamt.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die energieintensive Industrie ist mit einem Anteil von 5,9 Prozent der Gesamtbesch\u00e4ftigten eine tragende S\u00e4ule der regionalen Wirtschaft. In Nordrhein-Westfalen liegt der Anteil bei nur bei 3,7 Prozent. Gut 27.000 Besch\u00e4ftigte in der Region arbeiten in dieser Branche. Besonders stark vertreten ist der Bereich Chemie, der 3,0 Prozent der Besch\u00e4ftigung am Mittleren Niederrhein ausmacht. Trotz der historischen Bedeutung dieser Industrien gibt es deutliche Anzeichen f\u00fcr einen Besch\u00e4ftigungsabbau. Seit 2019 geht die Besch\u00e4ftigung in diesen Branchen tendenziell zur\u00fcck. \u201eDas bereitet uns hinsichtlich der Zukunftsf\u00e4higkeit dieser Industriezweige Sorgen\u201c, sagt Steinmetz.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein weiterer Schwerpunkt der Analyse liegt auf der nominalen Umsatzentwicklung der energieintensiven Industrien. Dabei wird deutlich, dass die Region hinter der allgemeinen Entwicklung in Nordrhein-Westfalen zur\u00fcckbleibt. W\u00e4hrend die Ums\u00e4tze der energieintensiven Industrien bis zur Hochkonjunktur 2017\/18 noch stiegen, brachen sie bereits vor der Corona-Pandemie ein. Besonders dramatisch war der R\u00fcckgang im vergangenen Jahr in der Chemischen Industrie und der Metallbranche. Der Einbruch im Segment Metall war am Mittleren Niederrhein noch gr\u00f6\u00dfer als im Landesdurchschnitt.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDie Industrie am Mittleren Niederrhein ist in hohem Ma\u00dfe von den Schwankungen des globalen Marktes betroffen, und die schwindende Wettbewerbsf\u00e4higkeit verst\u00e4rkt diesen Druck zus\u00e4tzlich\u201c, erl\u00e4utert Steinmetz. \u201eWir m\u00fcssen die Rahmenbedingungen f\u00fcr unsere Unternehmen verbessern, damit sie ihre Wettbewerbsf\u00e4higkeit im internationalen Vergleich behaupten k\u00f6nnen.\u201c Die Befragung zeigt, dass viele Unternehmen die Wettbewerbsf\u00e4higkeit ihrer Branche nur noch als \u201ebefriedigend\u201c oder schlechter bewerten. Lediglich 20,5 Prozent der befragten Unternehmen beurteilen ihre Wettbewerbsf\u00e4higkeit als \u201egut\u201c oder \u201esehr gut\u201c. Insbesondere die hohen Energiepreise sind eine ernste Bedrohung: Fast zwei Drittel der Unternehmen sehen hier eine deutliche Beeintr\u00e4chtigung ihrer Wettbewerbsf\u00e4higkeit. Steinmetz warnt: \u201eDie hohen Energiekosten dr\u00fccken nicht nur die Margen, sondern gef\u00e4hrden mittelfristig auch Arbeitspl\u00e4tze in unserer Region.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Neben den Energiepreisen sind auch klimapolitische Ma\u00dfnahmen und der zunehmende Fachkr\u00e4ftemangel Faktoren, die den Betrieben zu schaffen machen. Rund 64 Prozent der Unternehmen berichten von Problemen, offene Stellen zu besetzen. Dies wirkt sich ebenfalls negativ auf die Wettbewerbsf\u00e4higkeit aus. \u201eEs ist jetzt entscheidend, dass wir die Energiekosten senken, b\u00fcrokratische H\u00fcrden abbauen und die steuerrechtlichen Rahmenbedingungen verbessern\u201c, fordert Steinmetz. Laut der Umfrage bewerten 76,7 Prozent der Unternehmen die steuerlichen Rahmenbedingungen in Deutschland als Wettbewerbsnachteil gegen\u00fcber internationalen Konkurrenten.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Umfrageergebnisse zeigen auch, dass etwa ein Drittel der Unternehmen eine Verlagerung ihrer Produktion ins Ausland zumindest nicht ausschlie\u00dft. 18,2 Prozent pr\u00fcfen sogar bereits, ob eine Verlagerung durchf\u00fchrbar w\u00e4re \u2013 noch besteht die M\u00f6glichkeit, diese Unternehmen durch geeignete Ma\u00dfnahmen im Inland zu halten. Um diese Entwicklung zu stoppen, ist schnelles Handeln erforderlich. Schlie\u00dflich haben 6,1 Prozent der Betriebe bereits Teile ihrer Produktion ins Ausland verlagert\u201c, so Steinmetz.<\/p>\n\n\n\n<p>Trotz aller Schwierigkeiten gibt es auch positive Signale: Viele Unternehmen planen, langfristig weiterhin in den Standort Mittlerer Niederrhein zu investieren. Rund 45 Prozent der befragten Betriebe wollen in den kommenden f\u00fcnf Jahren ihre Investitionen erh\u00f6hen. \u201eDiese Bereitschaft zeigt, dass unsere Region nach wie vor Potenzial hat\u201c, betont Steinmetz. \u201eAnders als manche \u00d6konomen prophezeien, gibt es Alternativen zur Deindustrialisierung \u2013 allerdings nur dann, wenn wir die Wettbewerbsf\u00e4higkeit hierzulande deutlich verbessern.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Abschlie\u00dfend ruft Steinmetz dazu auf, die wirtschaftspolitischen Ma\u00dfnahmen konsequent auf die Bed\u00fcrfnisse der energieintensiven Industrie auszurichten: \u201eDie Zukunft unserer Region h\u00e4ngt von der Wettbewerbsf\u00e4higkeit unserer Unternehmen ab. Wir m\u00fcssen daf\u00fcr sorgen, dass der Mittlere Niederrhein auch in den kommenden Jahren ein attraktiver Standort f\u00fcr Investitionen und Besch\u00e4ftigung bleibt.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Alle Ergebnisse der Analyse sind zu finden unter: <a href=\"http:\/\/www.mittlerer-niederrhein.ihk.de\/32218\">www.mittlerer-niederrhein.ihk.de\/32218<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/mittlerer-niederrhein.ihk.de\/de\/oeffentlichkeitsarbeit\/pressemitteilungen\/2024\/industriebranchen-unter-druck.html\">IHK Mittlerer Niederrhein<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mittlerer Niederrhein. Der Wirtschaftsstandort Mittlerer Niederrhein steht vor gro\u00dfen Herausforderungen, insbesondere die energieintensive Industrie. Dies zeigt eine Analyse IHK Mittlerer Niederrhein, in die Auswertungen amtlicher Daten und die Ergebnisse einer Unternehmensbefragung aus den besonders energieintensiven Branchen eingeflossen sind. 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