{"id":4707,"date":"2024-08-16T06:00:00","date_gmt":"2024-08-16T04:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/invest-in-niederrhein.de\/?p=4707"},"modified":"2024-08-22T12:21:01","modified_gmt":"2024-08-22T10:21:01","slug":"zehn-jahre-samtweberei-und-pionierhaus-in-krefelds-innenstadt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/standort-niederrhein.de\/en\/2024\/08\/16\/zehn-jahre-samtweberei-und-pionierhaus-in-krefelds-innenstadt\/","title":{"rendered":"Zehn Jahre Samtweberei und Pionierhaus in Krefelds Innenstadt"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Krefeld. <\/strong>Es soll es manchmal geben \u2013 das perfekte Match. Im Jahr 2012 suchte die Stadt Krefeld nach einer M\u00f6glichkeit, das gro\u00dfe Denkmal \u201eAlte Samtweberei\u201c in der s\u00fcdlichen Innenstadt wieder in eine dauerhafte Nutzung zu \u00fcberf\u00fchren. Gleichzeitig entschied sich die Bonner \u201eMontag Stiftung Urbane R\u00e4ume\u201c (MUR) mit dem Pilotprojekt \u201eInitialkapital f\u00fcr eine chancengerechte Stadtteilentwicklung\u201c neue Wege zu gehen. Beide Akteure kamen zusammen, und 2014 entschied die Krefelder Politik einstimmig die Vergabe des Grundst\u00fccks an der Lewerentzstra\u00dfe in Erbpacht \u2013 die Gr\u00fcndung der Urbanen Nachbarschaft Samtweberei gGmbH (UNS) wurde besiegelt. Das ist nun zehn Jahre her. Im September feiert das Projekt mit einem gro\u00dfen Fest rund um die alte Samtweberei den zehnten Jahrestag.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDas Initialkapital-Prinzip wurde damals hier in Krefeld zum ersten Mal von uns getestet \u2013 inzwischen konnten wir am Beispiel der Alten Samtweberei f\u00fcnf weitere Projekte an anderen Orten umsetzen\u201c, erz\u00e4hlt Johanna Debik aus dem Vorstand der MUR. \u201eMit allen Interessierten besuchen wir in einem ersten Schritt immer Krefeld. Und dieser Besuch wirkt wie Zauberstaub: Wer einmal hier war, m\u00f6chte das gleiche auch.\u201c Die Idee des Initialkapital-Prinzips ist es, durch Investitionen in eine Immobilie dauerhaft eine soziale Rendite zu erzielen, die direkt in das umliegende Quartier zur\u00fcckflie\u00dft und hier zu mehr Chancengleichheit beitr\u00e4gt. In der Praxis bedeutet das, dass die Stadt Krefeld als Eigent\u00fcmerin des Grundst\u00fccks der Samtweberei dauerhaft auf die Erbpacht verzichtet \u2013 das sind mehrere Zehntausend Euro im Jahr.<\/p>\n\n\n\n<p>In erster Linie durch die Vermietung von Wohnraum und Gewerbefl\u00e4chen kann die Urbane Nachbarschaft Samtweberei gGmbH aus der erzielten Rendite, \u00dcbersch\u00fcsse an die NachbarschaftStiftung weiterleiten. Diese setzen mit den Geldern soziale Projekte um. \u201eDie Stadt Krefeld kann von diesem Modell nur profitieren. Denn anders als es zum Beispiel oft bei F\u00f6rderprogrammen ist, schaffen wir so eine Kontinuit\u00e4t im Quartier\u201c, sagt Beatrice Kamper, Leiterin des st\u00e4dtischen Fachbereichs Stadt- und Verkehrsplanung. \u201eDas wirkt wie ein nat\u00fcrlicher Motivationsgeber. Nicht nur f\u00fcr die Menschen, die hier Eigentum haben, sondern auch f\u00fcr die Leute, die im Quartier leben.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die Alte Samtweberei stellt in diesem Rahmen ein umfangreiches Zuhause dar \u2013 insgesamt liegen im Denkmal 37 Wohnungen zwischen 30 und 120 Quadratmetern, von denen ein Drittel gef\u00f6rdert sind. \u201eWir schauen bewusst nach Mietern, die ins Projekt passen und auch Lust haben, ehrenamtliche T\u00e4tigkeiten hier zu \u00fcbernehmen\u201c, erkl\u00e4rt Heike Sch\u00e4tze als Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin der Urbanen Nachbarschaft Samtweberei. \u201eDie Fluktuation ist sehr gering. Wer einmal hierher zieht, der bleibt in der Regel.\u201c Ebenfalls zum Komplex geh\u00f6rt das Pionierhaus mit rund 25 B\u00fcros und Ateliers. Bewusst haben sich die Initiatoren dazu entschieden, beim Projektstart hier nur geringe Sanierungen vorzunehmen. Dadurch k\u00f6nnen die R\u00e4ume f\u00fcr relativ niedrige Mieten abgegeben werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Das zieht viele unterschiedliche Gewerke an: Neben Hobbyk\u00fcnstlern, die Raum f\u00fcr Ateliers suchten, geh\u00f6ren Kreativschaffende aus dem Medien- und Kulturbereich, Start-Ups und kleine Beratungs- sowie Dienstleistungsunternehmen zu den Mietern. \u201eWir haben zum Beispiel Trauerbegleiter oder jemanden, der Personal Training anbietet, hier bei uns\u201c, so Sch\u00e4tze weiter. Das benachbarte Torhaus bietet einen h\u00f6heren Standard und nimmt damit auch mehr Mieten ein. Auf 630 Quadratmetern sind insgesamt f\u00fcnf Mietparteien untergebracht. Jeder gewerbliche Mieter hat dabei eine besondere Passage im Vertrag stehen: Denn mit den \u201eViertelstunden\u201c, die je nach Quadratmeteranzahl anfallen, muss das Ehrenamt bedient werden. Egal, ob die Hilfe in der Suppenk\u00fcche oder die Mitarbeit am \u201eWelcome-Point\u201c, der jeden Freitag stattfindet, die M\u00f6glichkeiten sind vielf\u00e4ltig. \u201eIm Rahmen des Jubil\u00e4ums wird es zum Beispiel einen eigenen Samtweberei-Honig geben \u2013 das Etikett wurde im Rahmen von Viertelstunden erstellt\u201c, verr\u00e4t Sch\u00e4tze.<\/p>\n\n\n\n<p>Allen Mietern in der Samtweberei \u2013 egal ob gewerblich oder privat \u2013 steht das Nachbarschaftszimmer zur Verf\u00fcgung. Der rund 180 Quadratmeter gro\u00dfe Begegnungsraum im Erdgeschoss des Torhauses ist mit Tischen und St\u00fchlen sowie einer K\u00fcche ausgestattet. Er strahlt W\u00e4rme und Geborgenheit aus. \u201eHier finden viele unserer sozialen Angebote statt\u201c, erkl\u00e4rt Dietmar Meinel von der NachbarschaftStiftung. Meinel selbst ist vor einem Jahr aus Essen nach Krefeld gezogen und lebt heute am Alexanderplatz. Er entschied, sich als ehrenamtliches Vorstandsmitglied in die Stiftung w\u00e4hlen zu lassen. \u201eDas hier ist ein toller Ort, und er hat es mir leichter gemacht, hier in Krefeld anzukommen\u201c, beschreibt er. \u201eSolche Initiativen strahlen ins gesamte Viertel \u2013 sie tun gut.\u201c Neben Angeboten, die die NachbarschaftStiftung eigenst\u00e4ndig organisiert, wirken viele Partner auf dem Gel\u00e4nde, zu dem auch die offene Shedhalle geh\u00f6rt. Der Mobifant ist zum Beispiel f\u00fcr mehrere Wochen im Jahr mit der offenen Jugendarbeit hier und betreut Gem\u00fcsebeete im Garten. Auch die Krefelder Kindertafel, die B\u00fcrgerinitiative Rund um St. Josef, Emmaus, der B\u00fcrgerverein Bahnbezirk oder die Stadt Krefeld nutzen den besonderen Ort f\u00fcr ihre Angebote. \u201eDavon lebt die Samtweberei\u201c, beschreibt Meinel weiter.<\/p>\n\n\n\n<p>Dass die Alte Samtweberei nicht nur sozial ins Viertel wirkt, sondern auch st\u00e4dtebauliche Prozesse anst\u00f6\u00dft, zeigt eine Bilanz der Stadt Krefeld. Die Alte Samtweberei galt im Jahr 2009 als Initialprojekt im St\u00e4dtebaulichen Entwicklungsgebiet, das die Stadt im Rahmen der Beantragung von F\u00f6rdergeldern von \u201eStadtumbau West\u201c erarbeitet hatte. Bereits vor der Kooperation mit der MUR konnten zum Beispiel die Lewerentzstra\u00dfe durch Baumpflanzungen aufgewertet und ein Bolzplatz am Deutschen Ring als Treffpunkt im Viertel geschaffen werden. <\/p>\n\n\n\n<p>Auch die Corneliusstra\u00dfe wurde aufwendig umgebaut und der Schulhof der Josefschule auf Basis eines B\u00fcrgerdialogs neugestaltet. Inzwischen erhielt auch die Blumenstra\u00dfe ein Make-Over: Heute gibt es hier mehr B\u00e4ume, buntgestaltete Baumbeete, die von Anwohnern gepflegt und gestaltet werden, und weniger Parkpl\u00e4tze. Der Blumenplatz wurde durch einen Spielplatz aufgewertet und Glas- und Papiercontainer unter die Erde verlegt. Erst k\u00fcrzlich wurde die Neugestaltung der Sackgasse auf der Lewerentzstra\u00dfe abgeschlossen. Gemeinsam mit der Hochschule entsteht hier ein Ort der Begegnung, der gleichzeitig M\u00f6glichkeiten bietet, auf dem Gel\u00e4nde Veranstaltungen durchzuf\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p>Viele Eigent\u00fcmer im Quartier zogen nach: \u00dcber das F\u00f6rderprogramm beantragten sie Zusch\u00fcsse, um ihre Fassaden neu zu gestalten und durch Begr\u00fcnung aufzuwerten. \u201eWenn wir als Stadt in ein Viertel investieren, dann zeigen wir, dass wir das Quartier wertsch\u00e4tzen. Wenn wir dabei die B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger mit einbeziehen, schaffen wir ein neues Verantwortungsgef\u00fchl\u201c, schlie\u00dft Kamper ab. \u201eDas ist hier in der s\u00fcdlichen Innenstadt deutlich zu sp\u00fcren: Wer dabei hilft, es sch\u00f6n zu machen, m\u00f6chte auch, dass es sch\u00f6n bleibt. Die Alte Samtweberei war auf diesem Weg ein wichtiges Initialprojekt.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.krefeld.de\">Stadt Krefeld<\/a><\/p>\n\n\n<figure class=\"wp-block-post-featured-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"675\" src=\"https:\/\/standort-niederrhein.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/samtweberei-gruppenfoto-1200.jpg\" class=\"attachment-post-thumbnail size-post-thumbnail wp-post-image\" alt=\"\" style=\"object-fit:cover;\" srcset=\"https:\/\/standort-niederrhein.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/samtweberei-gruppenfoto-1200.jpg 1200w, https:\/\/standort-niederrhein.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/samtweberei-gruppenfoto-1200-980x551.jpg 980w, https:\/\/standort-niederrhein.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/samtweberei-gruppenfoto-1200-480x270.jpg 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) 1200px, 100vw\" \/><\/figure>\n\n\n<p>Heike Sch\u00e4tze, Dietmar Meinel, Beatrice Kamper und Johanna Debik (v.l.) | Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Krefeld. 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