Mönchengladbach. Mit dem letzten Renntag auf der Trabrennbahn endet eine 133-jährige Sporttradition in Mönchengladbach. Die Stadt nimmt den Abschied zum Anlass, allen Beteiligten für ihren Einsatz zu danken. Zugleich bereitet sie die gewerbliche Entwicklung des Geländes am Flughafen vor.
Seit den ersten Rennen am 13. August 1893 gehört die Trabrennbahn zur Sportgeschichte Mönchengladbachs. Deutschlands älteste Trabrennbahn entwickelte sich von einer einfachen Strecke auf den Nierswiesen zu einer überregional bekannten Anlage. Der Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg und die Eröffnung der Haupttribüne 1975 waren wichtige Stationen. Neben dem Spitzensport fanden hier auch Amateurwettbewerbe und der sportliche Nachwuchs ihren Platz.
Hinter dieser Entwicklung stehen Menschen, die über Jahrzehnte Zeit, Wissen und Arbeit eingebracht haben. Besonders nach der Insolvenz des damaligen Rennvereins im Jahr 2005 sicherte ihr Einsatz den weiteren Betrieb. Die Stadt dankt dem heutigen Verein mit seinem Vorsitzenden Elmar Eßer, den Beschäftigten und den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern. Auch die Aktiven, Sponsoren und regelmäßigen Gäste haben zum Fortbestand beigetragen.
Für viele von ihnen ist die Schließung ein persönlicher Einschnitt. Die Rennbahn war ein Ort des Sports, der Begegnung und gemeinsamer Erlebnisse. Ihre Bedeutung für Mönchengladbach reicht deshalb über Ergebnisse und Platzierungen hinaus. Dazu gehört auch die Verbindung zum örtlichen Karneval, die den letzten Renntag prägen wird.
Die Entwicklungsgesellschaft der Stadt Mönchengladbach (EWMG) hat als Eigentümerin des Geländes dem betreibenden Verein zum 31.12.2026 endgültig gekündigt. Damit kommt eine Entwicklung zum Ende, die sich bereits über viele Jahre abgezeichnet hat. Auf dem Areal soll ein Gewerbegebiet entstehen. Vorgesehen sind insbesondere Unternehmen aus Luftfahrttechnologie, innovativer Mobilität sowie Forschung und Entwicklung. Die unmittelbare Nachbarschaft zum Flughafen bietet dafür besondere Voraussetzungen.
Mit der Planung will die Stadt Raum für Investitionen und neue Arbeitsplätze schaffen. Sie verfolgt damit ein Ziel ihrer Gesamtstrategie: den Wirtschaftsstandort weiterzuentwickeln und den Strukturwandel aktiv zu gestalten. Das Stärkenfeld „Chance durch Wandel“ aus dem städtischen Markenbild beschreibt diese Aufgabe. Für das Gelände bedeutet sie, neue wirtschaftliche Möglichkeiten zu erschließen und dabei mit seiner Geschichte bewusst umzugehen.
Der im September vorgestellte Vorentwurf nimmt die charakteristische Form der Rennbahn auf. Die Freifläche im Inneren des Ovals soll als grüne Mitte erhalten bleiben. Neue Gebäude sollen sich weitgehend um diesen Bereich gruppieren. Damit bleibt die bisherige Gestalt des Geländes auch bei einer anderen Nutzung erkennbar.
Von den rund 12,7 Hektar des Plangebiets sind etwa 5,7 Hektar für Gewerbe vorgesehen. Rund 4,1 Hektar sollen öffentliche Grünflächen werden. Diese sollen Beschäftigten und Besuchenden offenstehen und zugleich Regenwasser zurückhalten. Begrünte Dächer und Fassaden sowie Sonnenenergie gehören ebenfalls zum Planungskonzept. Die weitere Ausgestaltung erfolgt im Bebauungsplanverfahren. Unterstützung erhält das Vorhaben durch das Landesprogramm „Go4Gewerbe“. Die Landesgesellschaft NRW.URBAN begleitet die Stadt bei der Planung und Erschließung des Standorts.
Quelle: Stadt Mönchengladbach

Der städtebauliche Entwurf zeigt, wie das neue Gewerbegebiet in Zukunft aussehen könnte. | Abbildung: Stadt Mönchengladbach