20. Juli 2026

Daten schaffen Mehrwert für Einzelhandel und Stadtgesellschaft

Dormagen. Wie können digitale Lösungen dazu beitragen, den lokalen Einzelhandel langfristig zu stärken und Innenstädte attraktiv zu halten? Dieser Frage widmen sich die Stadtmarketing- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft Dormagen mbH (SWD) und das RING CENTER Dormagen in einem gemeinsamen Praxisprojekt.

Im RING CENTER Dormagen wurden an den beiden Eingängen – dem Haupteingang zur Kölner Straße sowie dem Zugang vom Parkhaus Nettergasse – insgesamt vier Sensoren installiert. Je zwei Sensoren erfassen dort künftig die Besucherfrequenz in Echtzeit. So entsteht eine belastbare Datengrundlage, mit der das Kaufhaus besser nachvollziehen kann, wann und wie viele Menschen das RING CENTER besuchen.

Das RING CENTER Dormagen beteiligt sich dabei mit einer eigenen Investition an dem Projekt und übernimmt die Kosten für die benötigte Hard- und Software, die im Rahmen der Smart-City-Initiative unterstützt werden.

Besonders relevant sind die Daten für die Bewertung von Aktionen, Veranstaltungen und verkaufsoffenen Sonntagen. Sie ermöglichen es, Besucherentwicklungen sichtbar zu machen und zukünftige Maßnahmen gezielter zu planen. Aktuell werden die erhobenen Informationen in ein Dashboard überführt, das Besucherfrequenzen anschaulich und verständlich visualisiert.
„Wir erheben schon seit einiger Zeit in der Innenstadt Besucherfrequenzen und können mit deren Hilfe auswerten, welche Veranstaltungen unter welchen Rahmenbedingungen erfolgreich sind. Daneben helfen die Daten beim Monitoring von städtebaulichen Maßnahmen, z.B. bei unseren temporären Interventionen oder auch bei den längerfristig angelegten ISEK-Maßnahmen“, sagt André Heryschek, Leiter Strukturwandel und Smart City. „Mit diesem Projekt erhalten wir zusätzlich einen Einblick in die Konversionsrate zwischen Innenstadtbesuchenden und Besuchenden des Ring Centers. Das hilft dem Einzelhandel dabei, Entscheidungen auf einer fundierten Datenbasis zu treffen. Davon profitieren nicht nur die Unternehmen, sondern auch die Bürgerinnen und Bürger, weil ein lebendiger Handel die Aufenthaltsqualität und Attraktivität unserer Stadt stärkt.“

Die SWD begleitet das Projekt im Rahmen ihrer Einzelhandelsförderung. Ziel ist es, lokale Handelsunternehmen bei der digitalen Transformation zu unterstützen und gleichzeitig die Innenstadt sowie die Stadtteilzentren als Orte des Einkaufens, Begegnens und Verweilens weiterzuentwickeln.

„Für die Einzelhandelsförderung ist dieses Projekt ein wichtiger Baustein“, erklärt Marius Koy, Data Analyst im Projekt CityPlanner. „Die Daten helfen dabei, Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und Maßnahmen besser auf die tatsächlichen Bedürfnisse von Kundinnen und Kunden auszurichten. Händlerinnen und Händler erhalten dadurch eine zusätzliche Entscheidungsgrundlage – etwa bei der Planung von Aktionen, Personal oder Öffnungszeiten. Gleichzeitig können attraktive Angebote und Veranstaltungen noch gezielter entwickelt werden.“

Auch das RING CENTER Dormagen sieht in der Datenerhebung einen klaren praktischen Nutzen. „Wir möchten besser verstehen, wie unser Haus frequentiert wird und welchen Einfluss besondere Aktionen oder Veranstaltungen auf die Besucherzahlen haben“, sagt Daniel Palmowski, EDV-Leitung und Assistent der Geschäftsführung des RING CENTER Dormagen. „Die Sensorik liefert uns dafür erstmals kontinuierliche und objektive Informationen. Das hilft uns, unser Angebot weiterzuentwickeln und gemeinsam mit unseren Partnern Maßnahmen zu gestalten, die für Kundinnen und Kunden einen echten Mehrwert bieten.“
Das Projekt unterstützt zugleich die Idee von „Heimat shoppen“. Lokaler Einkauf stärkt die Kommune, sichert Arbeitsplätze und trägt dazu bei, dass Geschäfte, Gastronomie und Treffpunkte vor Ort lebendig bleiben. Wer in der eigenen Stadt einkauft, unterstützt nicht nur Unternehmen und Beschäftigte, sondern auch Veranstaltungen, Vereine und Initiativen. Kurze Wege können zudem Umweltbelastungen reduzieren.

Ein lebendiger Einzelhandel ist damit weit mehr als ein wirtschaftlicher Standortfaktor: Er schafft Begegnungsräume, stärkt das soziale Miteinander und erhöht die Lebensqualität in Dormagen. Die neuen Daten sollen dazu beitragen, diese Potenziale künftig noch besser zu nutzen und den lokalen Handel gemeinsam mit den Akteurinnen und Akteuren vor Ort zukunftsfähig aufzustellen.

Über das Projekt
Das Smart-City-Projekt im RING CENTER Dormagen verbindet digitale Datenerhebung mit konkreter Einzelhandelsförderung. Die Besucherfrequenz an den Eingängen des Kaufhauses wird über Sensoren erfasst und anschließend in einem Dashboard visualisiert. Die gewonnenen Erkenntnisse dienen als Grundlage für die Bewertung und Weiterentwicklung von Aktionen, Veranstaltungen und weiteren Maßnahmen zur Stärkung des lokalen Einzelhandels. Im nächsten Schritt sollen die Daten mit den Besucherfrequenzdaten auf der Kölner Straße, der Castellstraße sowie dem Paul-Wierich-Platz korreliert werden.

Quelle: Stadt Dormagen

Von links: Daniel Palmowski (EDV-Leitung und Assistent der Geschäftsführung des RING CENTER Dormagen), Marius Koy (Data Analyst im Projekt CityPlanner der SWD) und André Heryschek (Leiter Strukturwandel und Smart City der SWD) | Foto: Stadt Dormagen