Mönchengladbach. Mit einem sehr guten Jahresergebnis von 7,6 Mio. Euro blickt die Führungsriege der städtischen Entwicklungsgesellschaft (EWMG) in der diesjährigen Jahrespressekonferenz auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2025 zurück. Das interne Betriebsergebnis konnte im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt werden, während sich die Investitionen auf einem hohen Niveau eingependelt haben.
Auch wenn sich die Rahmenbedingungen insgesamt etwas beruhigt haben, bleibt das Marktumfeld in der Immobilienbranche herausfordernd. Geopolitische Krisen, hohe Baukosten und ein weiterhin anspruchsvolles Finanzierungsumfeld prägen nach wie vor die Immobilienwirtschaft. „Von einer vollständigen Stabilisierung kann noch keine Rede sein. Aber wir sehen, dass sich einzelne Marktsegmente unterschiedlich entwickeln“, erklärt der Vorsitzende der EWMG-Geschäftsführung, Dr. Ulrich Schückhaus.
Während sich insbesondere das Geschäft mit Grundstücken für private Bauherren in Mönchengladbach weiterhin robust zeigt, bleiben größere Projektentwicklungen deutlich anspruchsvoller. Verzögerungen bei Investorenprojekten sind weiterhin die Folge von Kostensteigerungen, Unsicherheiten und komplexen Rahmenbedingungen.
Das Jahr 2025 in Zahlen
Das vorläufige interne Betriebsergebnis für 2025 liegt bei rund 1 Mio. Euro und damit etwa doppelt so hoch wie im Vorjahr (0,5 Mio. Euro). „Diese Entwicklung unterstreicht die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der EWMG und bestätigt den eingeschlagenen Kurs der vergangenen Jahre“, so Schückhaus. „Das Betriebsergebnis ist die wichtigste Kennzahl, denn es zeigt, wie erfolgreich das eigentliche Kerngeschäft läuft – also ohne Sondereffekte wie Beteiligungserträge.“ Das Jahresergebnis ist ebenfalls deutlich auf 7,6 Mio. Euro (Vorjahr: 2,7 Mio. Euro) gestiegen. Hier schlägt vor allem die NEW-Dividende in Höhe von 6,7 Mio. Euro (Vorjahr: 2,4 Mio. Euro) zu Buche.
Die Investitionen haben sich nach den außergewöhnlich hohen Werten des Vorjahres (15,5 Mio. Euro) auf immer noch hohem Niveau bei 10 Mio. Euro eingependelt. Dies unterstreicht den Anspruch der EWMG, gezielt in die Stadtreparatur zu investieren, wenn es für die Entwicklung zentraler Lagen erforderlich ist.
„Wir wollen den eingeschlagenen Kurs konsequent fortsetzen: wirtschaftlich solide arbeiten und gleichzeitig Impulse für die Stadtentwicklung setzen. Gerade in einem weiterhin herausfordernden Marktumfeld kommt es darauf an, flexibel zu agieren und Projekte verlässlich umzusetzen – vom Wohnungsbau bis hin zu strategischen Schlüsselprojekten“, sagt Stefan Anspach, Geschäftsführer der EWMG.
Wohnungsbau bleibt zentrale Aufgabe
Die Schaffung von Wohnraum bleibt eine der größten Herausforderungen. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen treibt die EWMG ihre Projekte konsequent voran und bringt kontinuierlich neue Flächen in die Entwicklung. Im Baugebiet Flipsenpesch konnten insgesamt 56 Baugrundstücke für Einfamilien- und Doppelhäuser nahezu vollständig vermarktet werden. Ergänzt wird das Quartier durch Flächen für mehrere Mehrfamilienhäuser sowie Reihenhäuser, auf denen insgesamt rund 50 Prozent geförderter Wohnraum entstehen.
Auch auf dem REME-Gelände wurden 2026 im Los 1 insgesamt 14 Grundstücke für freistehende Einfamilienhäuser und Doppelhaushälften erfolgreich vergeben. Ergänzend entsteht hier ein Baufeld für zwei Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 29 Wohneinheiten, ebenfalls mit einem Anteil von mindestens 50 Prozent gefördertem Wohnraum.
Mit den Maria Hilf Terrassen bringt die EWMG eines der größten innerstädtischen Wohnbauprojekte der Stadt weiter voran. In mehreren Bauabschnitten entstehen hier langfristig neue Wohnangebote in unterschiedlichen Segmenten – vom Geschosswohnungsbau bis hin zu Stadthäusern. Auch perspektivisch sorgt die EWMG für Nachschub: Mit den geplanten Neubaugebieten am Gartenkamp in Hardt, an der Voigtshofer Allee in Wickrath sowie an der Frankenstraße in Bonnenbroich werden weitere Flächen vorbereitet, die voraussichtlich ab 2027 in die Vermarktung gehen und zusätzliche Angebote für private Bauherren sowie Investoren schaffen.
Strategische Stadtentwicklung und Innenstadt im Fokus
Auch 2025 hat die EWMG ihr strategisches Flächenmanagement fortgeführt und gezielt Grundstücke und Immobilien erworben, um langfristige städtebauliche Entwicklungen zu sichern. Ein besonderer Fokus liegt weiterhin auf der Stärkung der Innenstädte von Gladbach und Rheydt.
Mit Projekten wie der Verbindung von Hindenburgstraße und Museum Abteiberg, der Quartiersentwicklung rund um das Cityhaus, der neuen Stadtteilbibliothek Rheydt sowie weiteren Baumaßnahmen werden gezielt Impulse für eine nachhaltige und zukunftsfähige Stadtentwicklung gesetzt. Auch mit Infrastrukturprojekten wie dem von Bund und Land NRW geförderten Nationalen Hockey-Trainingszentrum wird Mönchengladbach als Investitionsstandort weiter gestärkt und international sichtbar gemacht.
„Eine vorausschauende und integrierte Stadtentwicklung ist heute wichtiger denn je. Mit gezielten Ankäufen, der Entwicklung von Quartieren, Investitionen in Infrastruktur und der Akquise von Fördermitteln schaffen EWMG und Verwaltung gemeinsam die planerischen und baulichen Voraussetzungen dafür, dass sich Mönchengladbach nachhaltig, lebenswert und wirtschaftlich stabil weiterentwickeln kann“, sagt Claudia Schwan-Schmitz, Technische Beigeordnete und EWMG-Geschäftsführerin.
Wechsel an der EWMG-Spitze
Die diesjährige Jahrespressekonferenz markiert eine Zäsur: Für Dr. Ulrich Schückhaus ist es die letzte in seiner Funktion als Vorsitzender der EWMG-Geschäftsführung. Nach mehr als 17 Jahren an der Spitze der EWMG wird er im Juli in den Ruhestand gehen. In seine Amtszeit fällt eine Vielzahl prägender Entwicklungen für Mönchengladbach: die erfolgreiche Konversion großer Flächen wie am Bökelberg, das preisgekrönte Einkaufszentrum MINTO, zahlreiche neu geschaffene Wohnbaugrundstücke und Wohneinheiten sowie zentrale Impulsprojekte für Stadtentwicklung und Infrastruktur – vom Neubau am Hauptbahnhof Rheydt bis zum neuen Nationalen Hockey-Trainingszentrum.
Gleichzeitig ist es die erste Jahrespressekonferenz für seinen designierten Nachfolger Stefan Anspach, der den Vorsitz der Geschäftsführung künftig übernehmen wird. „Dr. Ulrich Schückhaus hat die Entwicklungsgesellschaft durch schwierige Zeiten geführt, über viele Jahre hinweg entscheidend geprägt und wichtige Impulse für Mönchengladbach gesetzt. Dafür gebührt ihm unser großer Dank“, sagt Aufsichtsratsvorsitzender Janann Safi. „Gleichzeitig steht die EWMG für Kontinuität: Mit Stefan Anspach erfolgt ein geordneter Übergang an der Spitze, der die erfolgreiche Arbeit nahtlos fortführen wird.“
Für das laufende Jahr erwartet die EWMG eine Fortsetzung der insgesamt positiven Entwicklung – wenn auch unter weiterhin herausfordernden Rahmenbedingungen. Ziel bleibt es, wirtschaftlichen Erfolg mit einer aktiven Stadtentwicklung zu verbinden und zentrale Zukunftsprojekte konsequent voranzutreiben.
Quelle: EWMG

Die EWMG-Führungsriege (v.l.) mit dem EWMG-Aufsichtsratsvorsitzenden Janann Safi, dem scheidenden Vorsitzenden der Geschäftsführung Dr. Ulrich Schückhaus, der Technischen Beigeordneten und EWMG-Geschäftsführerin Claudia Schwan-Schmitz und dem designierten Nachfolger im Vorsitz der Geschäftsführung Stefan Anspach. | Foto: EWMG/ Albuquerque