Krefeld. Die Digitale Agenda 2030 als Grundlage für die strategische Ausrichtung und Weiterentwicklung der Stadtverwaltung Krefeld stellte Cigdem Bern in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Verwaltung, Wirtschaft und Digitalisierung vor. Das
dort verankerte Leitbild zeigt die Stadtverwaltung „vernetzt, proaktiv, aufsuchend, antragsarm, beteiligend, wirtschaftsfreundlich und resilient“. „Diese Eigenschaften beschreiben nicht nur eine digitalisierte Verwaltung, sondern ein neues Verständnis von Verwaltungsarbeit“, erklärt die städtische Beigeordnete. „Künftig sollen unsere Leistungen noch viel stärker aus der Perspektive der Menschen gedacht werden, die sie in Anspruch nehmen.“ Damit gehe ein Perspektivwechsel einher, weg von einer primär zuständigkeitsorientierten Logik, hin zu einer stärker nutzerorientierten, vernetzten und wirkungsorientierten Form des Handelns. Die übergeordnete SmartCity-Strategie „Krefeld.Einfach.Digital“ bildet dabei den digitalen Rahmen für die Entwicklung der Stadt insgesamt.
Erklärtes Ziel ist es nun, den Zugang zur Verwaltung so einfach, transparent und barrierearm wie möglich zu gestalten und gleichzeitig die Leistungsfähigkeit der Stadt nachhaltig zu stärken. Ein zentraler Ansatz ist die konsequente Orientierung
an Lebenslagen statt an einzelnen Zuständigkeiten. Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen sollen ihre Anliegen künftig möglichst ohne Zuständigkeitswissen und medienbruchfrei erledigen können. „Bisher sind Verwaltungsleistungen häufig
aus interner Zuständigkeitslogik organisiert. Für Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen führt dies oft zu komplexen, wenig transparenten und mehrfachen Kontaktwegen“, sagt Cigdem Bern. Künftig sollen Leistungen – etwa rund um Geburt, Umzug, Unternehmensgründung oder Bauen – stärker gebündelt, Zuständigkeiten besser vernetzt und Prozesse aus Sicht der Nutzerinnen und Nutzer gedacht werden: Die „Citizen Journey“ und „Company Journey“ – also das konkrete Erleben von Verwaltungsleistungen in Bürgerschaft und Unternehmerschaft – bilden dabei die Grundlage für die Weiterentwicklung der Services.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der konsequenten Umsetzung des „Once-OnlyPrinzips“. Daten, die der Verwaltung bereits vorliegen, sollen künftig verwaltungsweit nutzbar gemacht werden, sodass Mehrfacheingaben entfallen. Hierfür sollen bestehende Fachverfahren stärker miteinander vernetzt und eine integrierte Daten- und Systemlandschaft schrittweise ausgebaut werden. Parallel dazu werden medienbruchfreie Prozesse weiterentwickelt – von der Antragstellung über die Bearbeitung bis hin zur Bescheidzustellung und Bezahlung. Darüber hinaus wird die Stadt Krefeld den Einsatz von Zukunftstechnologien gezielt ausweiten. Anwendungen der Künstlichen Intelligenz sollen insbesondere bei der Unterstützung von Standardprozessen, der intelligenten Steuerung von Anfragen sowie der Bereitstellung von Informationen eingesetzt werden. „Wir wollen unter anderem den Ausbau von Robotic Process Automation weiter vorantreiben, um wiederkehrende Aufgaben zu automatisieren und Mitarbeitende zu entlasten“, sagt Cigdem Bern.
Rückblickend hat die Stadtverwaltung Krefeld bis Ende 2025 wesentliche organisatorische, technische und prozessuale Grundlagen geschaffen, um sich digitaler, ortsunabhängiger und serviceorientierter aufzustellen. Digitale Zugangsund Serviceangebote wurden deutlich erweitert, zentrale Verwaltungsprozesse digitalisiert und mit dem Roll-out eines Dokumentenmanagementsystems die Basis für eine durchgängige elektronische Aktenführung gelegt. Auch der Bürgerservice
wurde strukturell weiterentwickelt und neue Technologien wie Automatisierung und Künstliche Intelligenz erprobt. Mit der Digitalen Agenda 2030 erhält die Stadt Krefeld nun einen strategischen Rahmen für die Weiterentwicklung ihrer Verwaltung
im digitalen Wandel.
Quelle: Stadt Krefeld