20. März 2026

Forum Mittelstand: Keine Scheu vor der Robotik!

Kreis Viersen. Die erste Veranstaltung der WFG-Reihe in diesem Jahr hat gezeigt, wie der Einstieg in die Automatisierung gelingen kann. Zur Einstimmung zeigt Prof. Dr.-Ing. Hendrik Poschmann eine kurze Video-Sequenz. Zu sehen sind mehrere humanoide, also menschlich anmutende Roboter. Sie stehen an Förderbändern und sortieren Waren. Bei diesem Clip handelt es sich weder um einen Ausschnitt aus einem Hollywood-Film, noch um KI-generiertes Bildmaterial. „Das ist nicht gestellt, sondern tatsächlich so gefilmt worden“, betont Poschmann. Die Roboter wurden von einer US-Firma entwickelt. Bis man solche Technologie massenweise in Fabriken sieht, dürfte aber wohl noch reichlich Zeit vergehen.

Viel interessanter gerade für kleine und mittlere Unternehmen (KMUs) sind bereits bewährte – und erschwingliche – Automatisierungslösungen. Genau diese standen im Mittelpunkt des ersten „Forums Mittelstand“ in diesem Jahr. Auf Einladung der WFG waren viele Unternehmensvertreter ins Foyer des Gründerzentrums Gewerbepark Stahlwerk Becker in Willich gekommen, wo sie von Bürgermeister Christian Pakusch und WFG-Geschäftsführer Dr. Thomas Jablonski begrüßt wurden.

Der Anlass, gerade mit dem Thema Robotik in die Reihe zu starten, liegt auf der Hand: KMUs haben oft Schwierigkeiten beim Einstieg in die Robotik, denn die erforderliche Technik, typische Anwendungen und Sicherheit werfen zahlreiche Fragen auf. Zugleich sind die Chancen beachtlich: Automatisierung steigert Produktivität und Qualität, entlastet Fachkräfte und hilft bei flexibler Skalierung, wie an diesem Info-Abend deutlich wurde. Poschmann stellte unter anderem die Bedeutung und die verschiedenen Bauarten von Industrierobotern vor. Am bekanntesten sind sicherlich die sogenannten „Knickarm“-Lösungen. Auch der Aspekt der Wirtschaftlichkeit nahm einen größeren Raum in seinem Vortrag ein. Das Potenzial von Robotik in Verbindung mit künstlicher Intelligenz wurde ebenfalls beleuchtet – von kollaborativen Systemen bis zu selbstlernender Qualitätssicherung.

Dazu gab es konkrete Praxistipps für einen schlanken Start mit Pilotprojekten. Poschmanns Credo: „Kleine Schritte und einfache Projekte sichern den Erfolg.“ Hier konnte der zweite Podiumsgast des Abends ansetzen: Steffen Mallon (30) führt die Hermann Kohnen Maschinenbau GmbH (HK). Der Zerspanungsbetrieb mit Sitz in Viersen hat es durch den Einsatz eines Roboters geschafft, den Stillstandszeiten von Maschinen drastisch zu reduzieren und die Effizienz und Produktivität deutlich zu erhöhen. Dafür war HK Ende des vergangenen Jahres mit dem WFG-Digital-Pokal ausgezeichnet worden. Durch die Automatisierung sei die Wettbewerbsfähigkeit enorm gesteigert worden, so der Unternehmer. Fazit: Keine Scheu vor der Robotik!

Kleiner Star des Abends – und begehrtes Selfie-Objekt – war ein Roboter-Hund. Auf Poschmanns Kommandos per Fernbedienung gab er Pfötchen und machte Männchen. Die Vierbeiner aus China kann aber auch für ernste Zwecke eingesetzt werden, etwa zur Vermessung und Kartierung von Fabrikanlagen und bei der Suche nach Leckagen. Das nächste Forum Mittelstand findet am 28. April, 18 Uhr, bei action medeor in Tönisvorst statt. Dann lautet die Überschrift: „Führung, Kultur und Integration – wie sieht ein großes Ganzes aus?“ Weitere Infos zu der WFG-Reihe gibt es hier.

Quelle: WFG Kreis Viersen

Gruppenbild mit Roboter-Hund: (v.l.) Moderator Prof. Dr. Thomas Merz, Willichs Bürgermeister Christian Pakusch, WFG-Geschäftsführer Dr. Thomas Jablonski, Prof. Dr. Hendrik Poschmann von der Hochschule Niederrhein und Unternehmer Steffen Mallon. | Foto: WFG Kreis Viersen