14. Oktober 2026

„Sommerstraße Mariannenstraße“ wertet 2027 Kronprinzenviertel auf

Krefeld. Die Stadt Krefeld hat sich in einem bundesweiten `OpenCall´ gegen 15 Bewerber durchgesetzt und die Aufstellung eines großen Stadtmöbelpakets im Wert von über 50.000 Euro für rund fünf Monate gewonnen. Nach den Osterferien soll sich im
kommenden Jahr die Mariannenstraße zwischen Albrechtplatz und Dreikönigenstraße in einen spannenden Lern- und Laborraum verwandeln. „Wenn wir es schaffen, dass der öffentliche Raum wieder mehr als gemeinschaftliches Wohnzimmer verstanden wird, dann können wir Quartiere nachhaltig verändern“, sagt Beatrice Kamper, Leiterin des Fachbereichs Stadt- und Verkehrsplanung. „Als Planer ist es unsere Aufgabe, hier die richtigen Impulse zu setzen und Infrastruktur zu gewährleisten – auf diesem Weg sind Reallabore ein wichtiger Meilenstein.“

Die Firma „City Decks“ ist dabei ein guter Partner – mit Möbeln der Mannheimer Manufaktur konnten bereits Reallabore auf der Kölner Straße und der Lindenstraße umgesetzt werden. Gemeinsam mit dem Verein Changing Cities hatte „City Decks“ nun unter dem Titel „Block gemacht“ dazu aufgerufen, Ideen für die Umgestaltung grauer Straßen einzureichen, die Asphaltflächen temporär in einen grünen und lebenswerten Aufenthaltsort verwandeln. Der Krefelder Entwurf konnte die internationale Jury überzeugen – sie stimmte einstimmig für die „Sommerstraße Mariannenstraße“. „Positiv hervorzuheben ist insbesondere die enge Anbindung an
bestehende Planungen und laufende Entwicklungsprozesse im Quartier“, sagt Thomas Hug-Di Lena, Geschäftsführer von „urbanista.ch“. „Die Erfahrungen aus bereits umgesetzten Projekten sowie die breite Unterstützung vor Ort schaffen eine
solide Grundlage für eine erfolgreiche Umsetzung und dafür, die gewonnenen Erkenntnisse auch über das Projekt hinaus nutzbar zu machen.“

Bereits im Mai, vor der Einreichung der Projektbewerbung, war die Stadt im Rahmen einer Beteiligungswerkstatt zum städtebaulichen Entwicklungskonzept, das zurzeit unter anderem für das Kronprinzenviertel erarbeitet wird, auf die Anwohnerinnen
und Anwohner im Quartier zugegangen. Die mögliche Einrichtung eines Reallabors wurde als eigenes Projekt gemeinsam diskutiert, Standorte betrachtet und über Nutzungsideen und mögliche Veranstaltungsformate gesprochen. Im Rahmen der Bewerbung hatten viele Akteure dann Absichtserklärungen, sogenannte „Letter of Intents“, eingereicht, und damit den Rückhalt für die Sommerstraße bestätigt. Die gemeinsame Positionierung begeisterte auch Wulf Kramer, Co-Geschäftsführer und – Gründer von City Decks: „Das Projekt ‚Sommerstraße Mariannenstraße‘ zeigt auf vorbildliche Weise, wie Transformationsprozesse auf- und umgesetzt werden
sollten: Mit einem starken übergeordneten Konzept, gemeinschaftlichen Prozessen mit den Anwohnerinnen und Anwohnern und vor allem einer guten Portion Mut aus der Politik und der Verwaltung.“

Unterstützungsschreiben kamen unter anderem aus der Anwohnerschaft, von der Diakonie, der Spielaktion Mobifant, der Eisdiele Lentini, der Kindertagestätte Horizonte an der Philadelphiastraße, dem Quartiersmanagement und von der Schulsozialarbeit der Mariannenschule. „Am Ende geht es darum, zu erforschen, wie genau eine Straße gestaltet sein muss, damit sich Menschen wieder gerne hier aufhalten“, erklärt Kirsten Steffens, Leiterin der Abteilung für Stadtentwicklung. „Dafür sind natürlich die Anwohnerinnen und Anwohner aber auch engagierte Menschen aus dem Quartier ganz wichtig, damit dies gelingt.“

Insgesamt werden 17 Stadtmöbel auf der Mariannenstraße platziert: Dazu gehören Pflanzkübel, Infostelen, Radabstellanlagen, Sitzmöbel und zwei große Stadtterrassen. Initiativen oder Privatpersonen, die Lust haben, hier Angebote zu machen, sind eingeladen, sich per E-Mail bei stadtdenkerinnen@krefeld.de zu melden. Die Stadt ist auch auf der Suche nach Beetpaten, die Gießen und Pflege im Projektzeitraum übernehmen. „Jeder ist eingeladen, mitzudenken – und dabei auch gerne um die Ecke. Welche Angebote machen Nachbarschaften lebendig? Was brauchen wir, um uns in einer Straße zu Hause zu fühlen? Wobei möchte ich mich gerne einbringen, und was wird dazu benötigt?“, beschreibt Steffens weiter. In einem üblichen Prozess wird das Reallabor durch Befragungen vor, während und nach der Projektdurchführung begleitet werden. Ziel ist es, Erkenntnisse zu
gewinnen, die dabei helfen, den Straßenraum langfristig zu planen. Dass dieses Vorgehen Früchte trägt, zeigen die Pläne für die Lindenstraße. Hier soll eine Vorlage zu einem perspektivischen Umbau der Straße im Herbst in die Politik eingebracht werden.

Quelle: Stadt Krefeld