Mönchengladbach. Die Entwicklung der heutigen Trabrennbahn zu einem neuen Gewerbestandort nimmt konkrete Formen an. Am Dienstag, 22. September, wurde dem Ausschuss für Planung, Bauen und Stadtentwicklung der Vorentwurf für den Bebauungsplan Nr. 823/O „Gewerbegebiet Flughafen Trabrennbahn“ vorgestellt. Der Entwurf zeigt erstmals detailliert, wie Gewerbeflächen, Grünräume und Verkehrswege auf dem Gelände angeordnet werden sollen.
Das städtebauliche Konzept knüpft dabei an die heutige Prägung des Areals durch großzügige Grün- und Freiflächen an. Die große Freifläche im Inneren des Ovals bleibt als grüne Mitte erhalten. Neue Gewerbegebäude gruppieren sich weitgehend um diesen zentralen Grünraum. Fünf Gebäude sollen sich sternförmig in die Grünfläche hinein orientieren. Im Eingangsbereich an der Flughafenstraße sieht der Vorentwurf zudem ein etwa achtgeschossiges Gebäude vor. Es soll als weithin sichtbarer Orientierungspunkt den Eingang zum neuen Gewerbestandort und zum Flughafen markieren.
Gewerbe und Grün auf engem Raum verbinden Der Bebauungsplan umfasst rund 12,7 Hektar. Davon sind nach dem derzeitigen Entwurf etwa 5,7 Hektar als Gewerbegebiet vorgesehen. Rund 4,1 Hektar sollen öffentliche Grünflächen werden. Weitere 2,9 Hektar entfallen auf Straßen, verkehrsberuhigte Bereiche und Parkflächen. Damit bleiben rund 32 Prozent des Plangebiets öffentliche Grünfläche.
Ziel ist ein hochwertiges, überwiegend flughafenbezogenes und nachhaltiges Gewerbegebiet mit hohen Anforderungen an Klimaanpassung, Flächennutzung und Energieversorgung. Vorgesehen sind insbesondere Flächen für Unternehmen aus Luftfahrttechnologie, innovativer Mobilität sowie Wartung und Instandhaltung von Flugzeugen. Auch Forschung und Entwicklung, Ingenieurbüros, Unternehmenszentralen sowie weitere Büro- und Gewerbenutzungen sollen möglich sein. Einzelhandel, Vergnügungsstätten und Großlogistik sollen dagegen ausgeschlossen werden.
„Der Vorentwurf zeigt, welches Potenzial in diesem Standort steckt. Wir schaffen neue Flächen für Unternehmen und erhalten zugleich eine großzügige grüne Mitte. Besonders wichtig ist uns, Gewerbeentwicklung, Klimaanpassung und die besonderen Chancen des Flughafens zusammenzudenken. So entsteht aus der heutigen Trabrennbahn ein moderner Standort für neue Arbeitsplätze und innovative Unternehmen“, betont Claudia Schwan-Schmitz, Technische Beigeordnete der Stadt Mönchengladbach.
Ein wichtiger Bestandteil des Konzepts ist die klimaangepasste Gestaltung. Ziel der Planung ist, den Flächenverbrauch gegenüber herkömmlichen Gewerbegebieten deutlich zu reduzieren. Dächer und Fassaden sollen möglichst mehrfach genutzt werden, etwa für Begrünung und Photovoltaik. Das Regenwasser soll nahezu vollständig im Gebiet gehalten, genutzt, versickert oder verdunstet werden. Die zentrale Grünfläche übernimmt dabei auch Funktionen für Regenwasserrückhalt, Stadtklima und Artenvielfalt.
Die grüne Mitte soll zudem für Beschäftigte und Besuchende zugänglich werden. Fußwege verbinden den Freiraum mit den angrenzenden Bereichen und schaffen ein zusammenhängendes Freiraumnetz. Das Konzept orientiert sich damit weiterhin an der charakteristischen Form der bisherigen Trabrennbahn. Das Konzept führt damit die prägende Bedeutung der großzügigen Grün- und Freiflächen der bisherigen Trabrennbahn fort.
Neuer Kreisverkehr als Eingang zum Gebiet Die Erschließung soll im Süden über die Flughafenstraße und die Straße Am Flughafen erfolgen. Im Norden ist eine weitere Erschließungsstraße geplant. An der Einmündung Flughafenstraße/Am Flughafen sieht der Entwurf einen neuen Kreisverkehr vor. Von dort führt eine platzartig gestaltete Fläche zu den fünf sternförmig angeordneten Gebäuden in der Mitte des Gebiets.
Parallel zur Entwicklung des Gewerbegebiets plant der Flughafen eine Erweiterung um ein neues Vorfeld mit zwei Hangargebäuden. Dafür ist ein eigenes Planfeststellungsverfahren erforderlich. Die Flughafenerweiterung ist daher nicht Bestandteil des Bebauungsplans, wird bei der Planung des Gewerbegebiets aber berücksichtigt.
Quelle: Stadt Mönchengladbach

Der städtebauliche Entwurf zeigt, wie das neue Gewerbegebiet in Zukunft aussehen könnte. | Abbildung: Stadt Mönchengladbach