20. September 2026

„Wir sehen die Transformation als Chance, den Wirtschaftsstandort Niederrhein langfristig zu stärken“

Wesel. Das traditionelle Branchenevent der DeltaPort Niederrheinhäfen stand diesmal unter dem Motto „Transformation meets Logistics“. In ihren Reden betonten der Schirmherr und Präsident der Hochschule Rhein-Waal, Prof. Dr. Oliver Locker-Grütjen, Wesels Bürgermeister Rainer Benien und DeltaPort-Geschäftsführer Andreas Stolte die großen Chancen, die in den aktuellen Transformationsprozes-sen liegen. Aus unterschiedlichen Blickwinkeln skizzierten sie, wie ein aktiv ge-stalteter Wandel zum entscheidenden Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit des Logistik- und Wirtschaftsstandortes Niederrhein werden kann.

Die Welt ist im Wandel: Digitalisierung und Künstliche Intelligenz, Automatisierung und Robotik, Klimakrise und Dekarbonisierung, veränderte Arbeitswelten und unter Druck stehende Lieferketten. „Wir erleben derzeit die größte wirtschaftliche und gesellschaftliche Transformation seit Jahrzehnten“, brachte es Andreas Stol-te, Geschäftsführer der DeltaPort Niederrheinhäfen und Gastgeber beim Bran-chentreffen „DeltaPort – vor Ort“, auf den Punkt. Auf Einladung der DeltaPort Niederrheinhäfen – also des Zusammenschlusses der DeltaPort Häfen (Stadtha-fen Wesel, Rhein-Lippe-Hafen Wesel und Hafen Voerde-Emmelsum) mit dem Hafen Emmerich und dem NIAG-Hafen in Rheinberg-Orsoy – waren wieder zahl-reiche Gäste aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft an Bord des Fahrgast-schiffes „Riverlady“ gekommen. Und das diesjährige Motto „Transformation meets Logistics“ bot viele Anknüpfungspunkte, um ins Gespräch zu kommen und die großen Fragen der Zeit und der Branche zu diskutieren. Wie lässt sich der Wandel aktiv gestalten? Welche Chancen bringt die Transformation für die Lo-gistikbranche? Und wie kann der Logistik- und Wirtschaftsstandort Niederrhein von diesen Entwicklungen profitieren?

In seiner Keynote plädierte Wesels Bürgermeister Rainer Benien für eine noch stärkere Verzahnung der handelnden Akteure und stellte den geplanten Innovati-onscampus Wesel vor. Der soll als Schnittstelle zwischen lokaler Wirtschaft, Wissenschaft und Stadtgesellschaft dienen. Denn: „Es geht darum, dass wir Wissenschaft und Wirtschaft noch enger zusammenbringen müssen, um Innova-tionen, Wissenstransfer und regionale Entwicklung nachhaltig zu fördern“, forder-te Benien. Die DeltaPort-Häfen seien ein Musterbeispiel, wie eine solche Koope-ration aussehen könne. „Sie zeigen, wie wirtschaftliche Praxis, Infrastrukturent-wicklung und Zukunftsthemen miteinander verknüpft werden können“, betonte der Weseler Bürgermeister.

Schirmherr der Veranstaltung war Prof. Dr. Oliver Locker-Grütjen, der Präsident der Hochschule Rhein-Waal. Diese beherbergt mit dem „Kompetenzzentrum Ge-sellschaftliche Transformationen“ ein interdisziplinäres Forschungsprojekt, das sich mit aktuellen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Herausforderungen auseinandersetzt und nach Lösungen für die Zukunft sucht. Locker-Grütjen be-tonte, wie wichtig wissenschaftliche Innovationen seien, um den Wandel zu ge-stalten. Nur durch die Zusammenarbeit von Akteuren aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft könne Transformation aktiv und positiv vorangetrieben und als Triebfeder für Verbesserungen genutzt werden. In diesem Kontext spiele die Lo-gistik, die heute weit mehr sei als der bloße Transport von Gütern, eine wesentli-che Rolle für die Gesellschaft.

Der Hafen Emmelsum wird zum RailPort entwickelt

Diesen Aspekt griff Gastgeber Andreas Stolte auf. Er betonte die besondere Lage der DeltaPort Niederrheinhäfen im Herzen einer der stärksten Industrieregionen Europas und skizzierte die vielen Projekte, mit denen der Hafenverbund die Transformation aktiv gestalte und damit seine Schlüsselrolle für die Wirtschaft in der Region stärke. Ein Beispiel sei der Hafen Emmelsum, der sich aktuell zum RailPort entwickelt. Hier treibe man die Dekarbonisierung logistischer Prozesse aktiv voran und zeige, wie Schiff und Schiene ineinandergreifen und „wie moder-ne Logistik und Klimaschutz zusammenwirken können“. Der „Cool Corridor“ ver-binde die Region mit den Seehäfen und setze „neue Maßstäbe für nachhaltige Kühlketten“. Initiativen wie EcoPort813 und LOG4NRW zeigten derweil, wie die nachhaltige und digitalisierte Logistik von morgen aussehen wird.

Transformation werde häufig als Risiko beschrieben, so Stolte. „Wir sehen sie als die Chance, den Wirtschaftsstandort Niederrhein langfristig zu stärken.“ Dazu müssten aber die notwendigen Voraussetzungen geschaffen werden – von
leistungsfähigen Häfen über moderne Schienenverbindungen bis zu funktionie-renden digitalen Prozessen. Mindestens genauso wichtig seien jedoch „Men-schen, die bereit sind, Veränderungen aktiv zu gestalten. Denn Transformation ist eine Haltung. Und genau diese Haltung wird darüber entscheiden, wie erfolgreich unsere Region in zehn oder zwanzig Jahren sein wird.“ Deswegen appellierte Stolte: „Lassen Sie uns die Transformation gemeinsam gestalten. Mit Mut. Mit Innovationskraft. Und mit dem festen Willen, aus Herausforderungen Chancen zu machen.“

Quelle: DeltaPort Niederrheinhäfen

„Die Transformation bietet mehr Chancen als Risiken für die DeltaPort Niederrheinhäfen und die ganze Region: Darin waren sich Wesels Bürgermeister Rainer Benien, DeltaPort-Geschäftsführer Andreas Stolte und Prof. Dr. Oliver Locker-Grütjen, Präsident der Hochschule Rhein-Waal und Schirmherr der Veranstaltung, einig (von links nach rechts). | Foto: (© DeltaPort Niederrheinhäfen GmbH