Krefeld. In Krefeld wird das Quartiersprojekt BIWAQ bis September 2028 fortgesetzt. Ein entsprechender Verlängerungsantrag der Kommunalen Zentralstelle für Beschäftigungsförderung wurde von den Fördermittelgebern, der EU und dem Bund, bewilligt. BIWAQ steht abgekürzt für „Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier“ und unterstützt Menschen ab 27 Jahren beim beruflichen (Wieder-)Einstieg. Das Programm konzentriert sich in Krefeld auf das Gebiet Dießem/Lehmheide und adressiert hauptsächlich Langzeitarbeitslose, Alleinerziehende und Zugewanderte mit Sprachbarrieren. Erstmals nahm die Stadt Krefeld bei der vierten Förderphase von BIWAQ zwischen 2020 und 2022 teil, zuletzt bei der fünften Auflage von August 2023 bis Juni dieses Jahres.
Für den zurückliegenden Projektzeitraum zieht die Zentralstelle für Beschäftigungsförderung eine positive Bilanz: Insgesamt wurden 216 Menschen mit einer intensiven Einzelfallhilfe beraten, weitere 90 erhielten Unterstützung über einen kürzeren Zeitraum. Von den hilfesuchenden Personen waren rund zwei Drittel weiblich, 110 langzeitarbeitslos und weitere 71 nicht erwerbstätig. Bei 54
Menschen mündete die BIWAQ-Förderung direkt in einem neuen Job. Doch nicht nur der unmittelbare Eintritt in den Arbeitsmarkt zählt als Erfolg: Das BIWAQ-Team der Stadt hilft beispielsweise auch dabei, die Kinderbetreuung zu sichern, psychosoziale Problemlagen aufzufangen, Schul- und Berufsabschlüsse anerkennen zu lassen oder Sprachkurse zu vermitteln. Solche Maßnahmen wurden in den vergangenen drei Jahren bei 199 Menschen wirksam umgesetzt.
Für die neue Projektphase soll der Fokus der beruflichen Integration weiter geschärft werden. „Ziel ist es, langzeitarbeitslose Menschen zu stabilisieren und gemeinsam eine vernünftige Basis aufzubauen, damit es mit dem Beruf und der gesellschaftlichen Teilhabe vorangeht“, sagt Projektleiterin Agathe Franke. Sie fügt hinzu: „Da wir häufig mit Menschen arbeiten, die schon viel in ihrem Leben durchgemacht haben und auch privat vor Herausforderungen stehen, erfordert diese Aufgabe viel Zeit, Verständnis und Beziehungsarbeit.“ Neben der Einzelfallhilfe sind weitere Gruppenangebote geplant, zum Beispiel eine LaptopLounge, Beratungscafés und gesundheitsfördernde Aktionen. Ferner bestehen bereits jetzt enge Kooperationen mit dem Jobcenter, der Agentur für Arbeit und dem städtischen Fachbereich Migration und Integration.
Quelle: Stadt Krefeld