Mönchengladbach. Mönchengladbach, Jüchen und Grevenbroich wollen ein interkommunales Gewerbegebiet entwickeln. Nun will das Land das Projekt in sein Entwicklungsprogramm „Go4Gewerbe“ aufnehmen.
Der Strukturwandel betrifft Mönchengladbach, Jüchen und Grevenbroich gleichermaßen. Um neue Unternehmen anzusiedeln und Arbeitsplätze von morgen zu ermöglichen, arbeiten die drei Städte zusammen. Der Plan: Ein interkommunales Gewerbegebiet, das Berufsperspektiven für die Menschen in der Region schafft und wichtige Gewerbesteuereinnahmen in alle drei Haushaltskassen spült. 2025 unterzeichneten die Städte eine gemeinsame Absichtserklärung. Nun soll das Gebiet mithilfe des Landes realisiert werden. Nach den politischen Gremien in Jüchen und Grevenbroich hat jetzt auch der Mönchengladbacher Stadtrat das Angebot des Landes befürwortet und die Verwaltung beauftragt, die gemeinsame Umsetzung voranzutreiben.
Mönchengladbachs Oberbürgermeister Felix Heinrichs betont die Bedeutung dieses Schritts: „Mönchengladbach braucht nachweislich mehr Gewerbeflächen, als es innerhalb seiner Stadtgrenzen realisieren kann – erst recht jetzt, wo eine Flächenentwicklung im JHQ aufgrund des Bundeswehr-Bedarfs nicht mehr infrage kommt. Was liegt da näher, als gemeinsam mit seinen Nachbarn eine Win-Win-Win-Situation zu schaffen, von der alle profitieren? Solche Kooperationen sind ein wichtiger Hebel für einen erfolgreichen Strukturwandel. Mit der Aufnahme in das Programm ‚Go4Gewerbe‘ erkennt das Land diese Bedeutung an und leistet wichtige Hilfestellungen.“
Konkret geht es um eine 93 Hektar große Fläche östlich der B59, die zu 55,5 Hektar auf dem Gebiet der Stadt Grevenbroich und zu 37,5 ha auf dem der Stadt Jüchen liegt. Mönchengladbach selbst steuert also keine Flächen aus seinem Stadtgebiet bei, wohl aber Anteile seiner im Regionalplan nachgewiesenen Gewerbeflächenbedarfe. 70 Hektar der Mönchengladbacher Bedarfe und 23 Hektar der Gewerbeflächenbedarfe Jüchens fließen in die Flächenausweisung für das neue Gewerbegebiet ein. Das Ziel der drei Städte ist nun, bis Ende des Jahres eine gemeinsame Umsetzungsstrategie zu entwickeln und eine interkommunale Vereinbarung zu treffen, in der unter anderem das weitere Vorgehen und die gedrittelte Aufteilung von Kosten und späteren Erträgen vereinbart wird.
„Nach der Gewerbeflächenentwicklung an der Trabrennbahn ist dies bereits das zweite Projekt mit Mönchengladbacher Beteiligung, das in das Programm Go4Gewerbe aufgenommen werden soll“, freut sich die Technische Beigeordnete Claudia Schwan-Schmitz. Die Entwicklung des Gebiets Elsbachtal-Ost soll dabei durch eine Landesbürgschaft finanziell abgesichert und durch die NRW.Urban Kommunale Entwicklung GmbH realisiert werden. Ausgestattet mit einem Entwicklungsträgervertrag kann die Gesellschaft Grundstücke für die Kommunen erwerben, Planungsleistungen übernehmen, die Erschließung planen und bauen und das Projektmanagement stemmen. „Als Stadtverwaltung werden wir das Projekt eng begleiten. Die Kommunen behalten die zentrale wirtschaftliche Entscheidungs- und Steuerungshoheit und bestimmen etwa über zentrale Kosten-, Ausrichtungs- und Vermarktungsfragen,“ betont Schwan-Schmitz.
Über die final ausgearbeitete interkommunale Vereinbarung, den Entwicklungsträgervertrag mit dem Land sowie den dazugehörigen Business Plan können die Stadträte der drei Kommunen voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte erneut entscheiden.
Quelle: Stadt Mönchengladbach