12. Juli 2026

Bevölkerungsprognose bis 2040: Krefeld bleibt stabil

Krefeld. Die Einwohnerzahl Krefelds wird sich in den kommenden 15 Jahren deutlich stabiler entwickeln als bislang erwartet. Zu diesem Ergebnis kommt die nun veröffentlichte Bevölkerungsprognose der Stadt bis zum Jahr 2040. Demnach wird die Bevölkerungszahl bis 2030 zunächst leicht ansteigen und auch langfristig nur geringfügig unter dem heutigen Niveau liegen. Zugleich verändert sich die Altersstruktur der Stadt beträchtlich: Die Zahl älterer Menschen nimmt zu, während die Bevölkerung im Erwerbsalter zurückgeht.

Die neue Prognose der städtischen Abteilung Statistik und Wahlen geht davon aus,dass die Einwohnerzahl im Jahr 2030 bei rund 237.000 Personen liegen wird und damit leicht über dem Niveau des Ausgangsjahres 2025. Bis zum Jahr 2040 wird lediglich ein moderater Rückgang um 0,8 Prozent auf rund 234.500 Personen erwartet. Insgesamt schwanken die Bevölkerungszahlen während des gesamten Prognosezeitraums um weniger als ein Prozent. Damit fällt die Entwicklung weit günstiger aus als in der aktuellen Landesprognose des Statistischen Landesamtes, die für den gleichen Zeitraum einen Rückgang von 2,9 Prozent voraussagt. Die
Differenz beider Prognosen liegt vor allem darin begründet, dass die kommunale Berechnung auf Basis von Melderegisterdaten und somit ungleich detailschärfer erstellt werden kann.

„Die Prognose zeigt, dass sich die Bevölkerungsentwicklung in Krefeld deutlich differenzierter darstellt, als es allgemeine demografische Trends vermuten lassen. Während die Gesamtbevölkerung über den gesamten Prognosezeitraum bemerkenswert stabil bleibt, verändern sich die Altersstrukturen spürbar. Besonders der Übergang der Babyboomer-Generation in das Rentenalter wird die Bevölkerungszusammensetzung nachhaltig prägen. Gleichzeitig deuten die Ergebnisse darauf hin, dass die lokalen Rahmenbedingungen in Krefeld eine günstigere Entwicklung ermöglichen, als in den aktuellen Landesprognosen angenommen wird“, erläutert Dr. Bastian Strobel, Leiter der Statistikstelle.

Trotz der insgesamt stabilen Bevölkerungszahlen wird sich die Altersstruktur merklich verändern. Das Durchschnittsalter steigt bis 2040 von 44,2 auf 45,2 Jahre. Während die Zahl der Menschen ab 65 Jahren um knapp 6.900 Personen zunimmt, wird die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter in vergleichbarer Größenordnung zurückgehen. Auch die Zahl der Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren wird voraussichtlich um rund 1.850 Personen beziehungsweise 4,7 Prozent sinken. Die Entwicklung spiegelt vor allem den Eintritt der geburtenstarken BabyboomerJahrgänge in das Rentenalter wider. Besonders deutlich wird die Gruppe der 65- bis 80-Jährigen wachsen, während die Zahl der Menschen zwischen 45 und 65 Jahren spürbar zurückgehen wird. Der Altenquotient wird sich nach den Berechnungen von 36,5 im Jahr 2025 auf 43,3 im Jahr 2040 erhöhen. Der Jugendquotient von derzeit 27,2 soll hingegen über den gesamten Prognosezeitraum weitgehend stabil bleiben. Die beiden Quotienten drücken aus, wie viele ältere und nicht mehr erwerbsfähige Personen respektive jüngere und noch nicht erwerbsfähige auf 100 Personen im erwerbsfähigen Alter
kommen.

„Die Ergebnisse bestätigen, dass Krefeld über gute Voraussetzungen für eine stabile Bevölkerungsentwicklung verfügt. Unsere Stadt profitiert von ihrer Attraktivität als Wohn- und Wirtschaftsstandort sowie von ihren Zukunftspotenzialen. Gleichzeitig sehen wir klar die Herausforderungen einer älter werdenden Gesellschaft und können unsere Planungen frühzeitig darauf ausrichten. Die Prognose liefert uns eine wichtige Grundlage für strategische Entscheidungen in den kommenden Jahren und zeigt, dass kommunale Handlungsspielräume einen wichtigen Beitrag zur zukünftigen Entwicklung unserer Stadt leisten können“, erklärt die zuständige Beigeordnete Cigdem Bern.

Bevölkerungsprognosen werden nach Empfehlungen des Statistischen Bundesamtes in regelmäßigen Abständen fortgeschrieben, um aktuelle Entwicklungen bei Geburten, Sterbefällen, Zu- und Fortzügen sowie Veränderungen in der Altersstruktur zu berücksichtigen. Sie bilden damit auch eine wesentliche Grundlage für die kommunale Fachplanung. Mithilfe der Prognosen kann die Verwaltung den zukünftigen Bedarf unter anderem von Schulen, Kitas, Wohnraum, Pflegeeinrichtungen und weiteren öffentlichen Infrastruktur frühzeitig abschätzen und Planungen entsprechend anpassen.

Die vollständige Prognose mit detaillierten Werten für die 19 Krefelder Stadtteile steht online zur Verfügung.

Quelle: Stadt Krefeld

Foto: Pixabay