Krefeld. Der Zeitpunkt für die Entstehung der neuen Rheinlandhallen könnte kaum besser sein. Die Krefeld Pinguine als Vertreter des professionellen Eishockeys in Krefeld sind soeben wieder in die erste Liga aufgestiegen, die Euphorie bei Fans und Unterstützern ist riesig. Und während in der Yayla-Arena ab September gegen die Eisbären aus Berlin und die Haie aus Köln gespielt wird, findet auf der anderen Straßenseite der Kufen-Nachwuchs schon bald eine neue Heimat, die höchsten Ansprüchen genügt. „Dies hier wird das beste und modernste Eissportzentrum in Deutschland“, sagte Oberbürgermeister Frank Meyer beim Richtfest vor mehr als 100 Gästen. „Und gleichzeitig ist es ein ganz großes Stück Krefeld. Der Eissport ist tief in der DNA unserer Stadt verankert.“
Für 90,7 Millionen Euro errichtet die City Projekt Krefeld Westpark GmbH im Auftrag der Stadt Krefeld den großzügigen Bau mit zwei 60 Meter langen und gut 25 Meter breiten Eisflächen, eine davon mit einer Tribüne für 1.000 Zuschauer. Hinzu kommen Umkleiden, Sanitärbereiche, ein Kraftraum, Seminar- und Verwaltungsräume sowie ein Ballettraum für die Eiskunstläufer. Eine Dreifach-Sporthalle schafft dringend benötigte Kapazitäten für den Schul- und Vereinssport. Diese Kombination macht die neuen Rheinlandhallen aus Sicht des Oberbürgermeisters zu einer wirtschaftlich vernünftigen, sportlich sinnvollen und städtebaulich attraktiven Lösung. Mehr noch: Es sei „stadtgefühlspolitisch“ die richtige Entscheidung, hier zu investieren: „Aus diesem Projekt können wir lernen, nicht immer das Körnchen des ‚Aber‘ zu suchen, sondern gemeinsam etwas zu bewegen für die Menschen, die sich in dieser Stadt anstrengen.“
Selbst während des Richtfestes waren die Hammerschläge und Baumaschinen im Hintergrund zu hören. Effektiv und konzentriert wurde an der Westparkstraße von Beginn an gearbeitet: Im Mai 2024 war der Spatenstich für die Erdarbeiten, rund ein Jahr später folgte die Grundsteinlegung. Zwischen Baustelleneinrichtung und Richtfest lagen nur exakt 15 Monate. Bis zu 70 Handwerker und Arbeiten sind gleichzeitig auf der Baustelle beschäftigt. 900 Tonnen Stahl wurden hier schon verbaut, dazu 7.000 Kubikmeter Beton und 500 Kubikmeter Holz. Der Eisspeicher unter der Tribüne fasst 1,6 Millionen Liter Wasser.
„Die Zusammenarbeit mit Profis macht Spaß“, bekannte Thomas Rodemeier, Geschäftsführer der City Projekt Krefeld Westpark GmbH. „Dies ist ein Musterbeispiel für eine optimale Zusammenarbeit zwischen privater Wirtschaft und Verwaltung. Diese Zusammenarbeit ist von Vertrauen und Pragmatismus, Fachwissen und Engagement geprägt. Hier entsteht etwas, das Krefeld über
Jahrzehnte prägen wird.“
Stadtdirektor und Sportdezernent Markus Schön sprach von einer „glücklichen Fügung“, die den Neubau an der Westparkstraße möglich gemacht habe. Als die Werner-Rittberger-Halle und die Rheinlandhalle das Ende ihres Lebenszyklus‘ erreicht hatten, sei die Idee, auf dem ehemaligen Kerrygold-Gelände neu zu bauen, geradezu folgerichtig gewesen. In guter Zusammenarbeit hätten Sportverwaltung und Stadtsportbund die Rahmenbedingungen festgezurrt. „Lasst uns weiter nach solchen glücklichen Fügungen suchen“, appellierte Markus Schön in seiner Rede. „Hier ist ein Vorzeigeprojekt für ganz Deutschland entstanden.“ Tatsächlich ist das Interesse anderer Kommunen an der Krefelder Lösung schon jetzt groß – zumal mit dem Neubau rund 85 Prozent des bisherigen Energiebedarfs eingespart werden.
Hinzu kommt, dass die neuen Eishallen mit angegliederter Sporthalle „kein singuläres Projekt“ sind, wie Markus Schön betonte. Der Bau steht am Anfang einer Quartiersentwicklung, die sich auf dem Areal der bisherigen Eishallen fortsetzen wird. Dort entstehen nach Abschluss der Arbeiten an den Rheinlandhallen moderne Wohnungen, eine Kindertageseinrichtung und ein Seniorenzentrum. Das Parkhaus, das an die Eishallen angebaut ist, soll auch den Anwohnern zur Verfügung stehen.
Mit dem Richtspruch, den Polier Bastian Kestner von der obersten Ebene des Gerüsts aus verkündete, beginnt nun die letzte Phase der Arbeiten. Im Sommer 2027 ist die Eröffnung der neuen Rheinlandhallen geplant, die künftig ganzjährig betrieben werden sollen. „Hier wird nun bald gejubelt und gerannt“, heißt es im Richtspruch. „Die neuen Rheinlandhallen, bereits weithin bekannt, sollen Sportlern, Schülern und Vereinen viel Freude, Kraft und Glück vereinen. Mögen sie ein Ort der Fairness sein, es ziehe stets der Teamgeist ein!“
Quelle: Stadt Krefeld

ZGM-Leiterin Astrid Schüßler, Stadtdirektor Markus Schön, Oberbürgermeister Frank Meyer, Geschäftsführer Thomas Rodemeier, Bau- und Planungsdezernent Marcus Beyer und Polier Bastian Kestner beim Richtfest der neuen Rheinlandhallen (v.l.). | Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation/ D. Jochmann