4. Mai 2026

Besuch beim Energieunternehmen Ormazabal in Bilbao

Krefeld. Eine Delegation von KREFELD BUSINESS hat gemeinsam mit Vertretern der in Krefeld ansässigen Ormazabal GmbH den spanischen Mutterkonzern im Baskenland besucht. Nach Bilbao reisten Eckart Preen, Leiter von KREFELD BUSINESS, und Angel Alava Pons, spanischer Muttersprachler und zuständig für internationale Kontakte im Wirtschaftsdezernat. Vor Ort wurden sie von Kai Klenovsek, Regional Director Central Europe am Krefelder Standort, begleitet.

Ziel der dreitägigen Reise war es, den Grundstückserwerb von Ormazabal im Businesspark Fichtenhainer Allee als klares Standortbekenntnis zu unterstreichen und gleichzeitig Impulse für die Weiterentwicklung des Wirtschaftsstandorts Krefeld zu gewinnen. Im Fokus standen insbesondere Erfahrungen aus der Transformation eines ehemaligen Bankgebäudes in ein Gründungszentrum in Bilbao. Diese Best-Practice ist auch für Krefeld relevant: An der Luisenstraße 32 wird derzeit eine ehemalige Seidenfabrik zu einem Gründungshaus umgebaut.

Ormazabal investiert in den Standort Krefeld
Der Besuch diente zudem der weiteren Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen KREFELD BUSINESS und Ormazabal. KREFELD BUSINESS unterstützt das spanische Familienunternehmen beim Ausbau seiner Aktivitäten in Krefeld. Ormazabal ist seit 2004 vor Ort ansässig und hat im Businesspark Fichtenhainer Allee ein Grundstück erworben, auf dem die neue Deutschland- und Zentraleuropa-Zentrale entstehen soll. Aktuell befindet sich das Unternehmen noch am Standort „Neuerhof“.

Mit dem geplanten Neubau investiert Ormazabal gezielt in moderne Infrastruktur und stärkt nachhaltig seine Marktposition in Deutschland.

„Dass Ormazabal gerade in wirtschaftlich anspruchsvollen Zeiten in eine neue Deutschlandzentrale investiert, ist ein starkes Signal für den Industriestandort Krefeld. Der Besuch war daher auch ein Zeichen der Wertschätzung und unterstreicht unsere langfristige Partnerschaft“, betont Preen.

José María Zabala, Managing Director Europe, ergänzt: „Die enge Zusammenarbeit mit KREFELD BUSINESS ist für uns ein wichtiger Standortfaktor. Wir erhalten verlässliche Unterstützung – von der Planung über Genehmigungsfragen bis hin zur regionalen Vernetzung. Auf dieser Basis können wir in Krefeld weiter wachsen.“

Ormazabal entwickelt Lösungen für die zuverlässige Verteilung von Strom, darunter Mittelspannungsschaltanlagen – vereinfacht gesagt „Verteilerkästen“, die Energie sicher von Umspannwerken zu Industrie, Stadtteilen oder kritischen Infrastrukturen leiten. Die Anlagen werden in Spanien entwickelt und produziert, in Krefeld an spezifische Kundenanforderungen angepasst und mit intelligenter Steuerungstechnik ausgestattet.

Einsatz finden die Lösungen unter anderem in Industrieunternehmen, Krankenhäusern, Flughäfen, Rechenzentren sowie in Wind- und Solarparks und der Ladeinfrastruktur für Elektromobilität. Während des Besuchs erhielt die Delegation Einblicke in moderne Produktionslinien und das Forschungszentrum.

Innovation und Start-up-Kooperationen im Fokus
Ein weiterer Schwerpunkt der Reise war das Thema Innovation. Der Standort Bilbao ist weltweites Headquarter von Ormazabal und gilt innerhalb der Unternehmensgruppe als Vorreiter bei der Zusammenarbeit mit Start-ups. Rund vier Prozent des Umsatzes investiert das Unternehmen jährlich in Forschung, Entwicklung und Innovation.

Die Delegation traf zudem Vertreter der Wirtschaftsförderung BEAZ im B Accelerator Tower (BAT), einem internationalen Gründungszentrum mit umfassendem Start-up-Ökosystem. Das Zentrum wurde vor vier Jahren eröffnet. Im Austausch vor Ort wurde erneut deutlich: Eine aktive Rolle der öffentlichen Hand ist entscheidend für den Aufbau funktionierender Innovationsökosysteme. Ohne diesen Impuls bleibt häufig die notwendige Dynamik aus.

Diese Erkenntnisse sollen in die Weiterentwicklung der Krefelder Innovationslandschaft einfließen. Koldo Atxutegi, Chief Innovation Officer von Ormazabal, erläuterte im Gespräch in Bilbao konkrete Beispiele erfolgreicher Kooperationen mit Start-ups – etwa die Optimierung von Lagerbeständen mithilfe von KI. Er steht auch künftig für den Austausch zur Verfügung. KREFELD BUSINESS plant hierzu zeitnah ein digitales Austauschformat für Krefelder Unternehmen.

Auf Basis der gewonnenen Einblicke treibt KREFELD BUSINESS den Aufbau internationaler Innovationsnetzwerke weiter voran und prüft gezielt, wie Gründungs- und Innovationsstrukturen in Krefeld gestärkt werden können.

Alava Pons resümiert: „Der Blick ins Baskenland zeigt, wie abgestimmte Innovationsstrukturen Gründungen beschleunigen und Unternehmen bei Transformationsprozessen unterstützen können. Davon wollen wir profitieren.“

Quelle: KREFELD BUSINESS

Einblicke in die Produktionslinien für SF6-freie Schaltanlagen der nächsten Generation gab es im Werk für Sekundärtechnik. V.l.: Angel Alava Pons, Referent für Wirtschaft und Internationales Krefeld Business, Iker Goirizelaia, Industrial Engineering Ormazabal, Eckart Preen, Wirtschaftsdezernent der Stadt Krefeld und Kai Klenovsek, Leiter Region CEE Ormazabal | Foto: KREFELD BUSINESS