3. April 2026

Investitionsfreudiges Handwerk wirbt Zuschüsse in siebenstelliger Höhe ein

Mönchengladbach. Wirtschaftlich herausfordernde Zeiten? Für das regionale Handwerk aus den Bereichen Tischlerei, Design und Innenausbau kein Grund zu verzagen, im Gegenteil: Die Firmen haben 2025 massig investiert. In mehreren Fällen konnten dabei hohe Investitionszuschüsse durch das Regionale Wirtschaftsförderungsprogramm RWP erwirkt werden – nicht zuletzt dank der Fördermittelberatung der Wirtschaftsförderung Mönchengladbach.

Die Firma Bolko bauen im raum GmbH hat einen wichtigen Meilenstein in ihrer Entwicklung erreicht. Mit der Investition in ein vollautomatisches digitales Plattenlager mit einer Kapazität von 1000, in Kombination mit der Anschaffung einer neuen Säge, wird die gesamte Material- und Fertigungslogistik auf ein neues Niveau gehoben. „Trotz wirtschaftlich herausfordernder Zeiten haben wir uns bewusst entschieden, gerade jetzt zu investieren“, sagt Inhaber und Geschäftsführer René Paulzen. „Ziel ist es, die Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern, Kapazitäten auszubauen und Arbeitsprozesse deutlich effizienter zu gestalten.“

Bolko, 1931 als Schreinerei in Mönchengladbach gegründet, sitzt an der Süchtelner Straße und gilt als regional vernetztes Unternehmen mit innovativen Arbeitsplätzen im Handwerk. Die aktuellen Investitionen in Höhe von gut 400.000 Euro konnten erfolgreich mit RWP-Zuschüssen (Mitteln aus dem Regionalen Wirtschaftsförderungsprogramm) begleitet werden; konkret wurde – mit Unterstützung der WFMG – Wirtschaftsförderung Mönchengladbach GmbH – ein Zuschuss in Höhe von 200.000 € von der NRW-Bank (45 % der Investitionskosten) beantragt und bewilligt. Für Bolko handelt es sich dabei um die größte Einzelinvestition seit 2017 und gleichzeitig um eine strategische Weichenstellung für die kommenden Jahre.

„Das neue System optimiert den Materialfluss, reduziert Rüst- und Durchlaufzeiten und erhöht die Fertigungspräzision“, sagt René Paulzen. Gleichzeitig würden die Mitarbeitenden entlastet, da viele körperlich anspruchsvolle Tätigkeiten automatisiert werden können: „Die Investition schafft damit nicht nur höhere Produktivität, sondern auch attraktivere Arbeitsbedingungen.“ Durch die kompetente Unterstützung beim RWP-Förderantrag seitens der WFMG habe man zusätzliche Planungssicherheit erhalten und die Investition schneller und umfangreicher realisieren können. „Auch anderen mittelständischen Handwerksbetrieben empfehlen wir daher, sich mit dem Förderweg RWP zu beschäftigen“, sagt Paulzen. „Gerade in Zeiten steigender Anforderungen an Digitalisierung und Effizienz können Fördermittel ein wichtiger Hebel sein, um notwendige Modernisierungen mutig anzugehen.“

Tatsächlich haben sich weitere Handwerksbetriebe bereits auf den Weg gemacht: Die Tischlerei Franz Rademacher & Sohn GmbH & Co. KG aus Hehn hat bei einer Erweiterungsinvestition siebenstellig investiert und dabei einen RWP-Zuschuss in Höhe von 300.000 Euro bewilligt bekommen. Finanziert werden damit unter anderem eine voll digitale CNC-Maschine und die dafür erforderlichen Umbauarbeiten. Über erfolgreiche Förderanträge mit jeweils sechsstelligen Investitionsvolumina können sich außerdem die Firmen Classen Design GmbH & Co. KG (Investition von 700.000 Euro in neue Maschinen und eine Expansion am Standort) sowie die Tischlerei Klomp GmbH & Co. KG mit Sitz in Mülfort freuen. Letztere – geleitet vom Obermeister der Tischler-Innung, Hans-Wilhelm Klomp – investiert rund 155.000 Euro in eine Photovoltaik-Anlage zur Erzeugung von Strom und Speichertechnologie sowie einen vollelektrischen Kleinlastwagen. „Hier kommt der NRW-Bank-Förderkredit ,Invest Zukunft‘ mit hochattraktiven Zinssätzen und einem Tilgungszuschuss zum Tragen“, sagt WFMG-Förderexperte Jan Herting. „Denn auch das ist eine spannende Variante mit einfachen Beantragungswegen.“

„Das RWP-Programm kann nicht nur neue Arbeitsplätze fördern, sondern auch bestehende, attraktive Arbeitsplätze im Handwerk sichern“, so Herting weiter. „Gerade bei der Übernahme eines Betriebes kann das Programm mit erheblichen Zuschüssen unterstützen – ein direkter Mehrwert für die Stabilität der lokalen Wirtschaft und den Erhalt dringend benötigter Fachkräfte.“ Ein aktuelles Beispiel dafür sei die Schreinerei Zimmermanns, die im Zuge ihrer Betriebsübernahme und des Umzugs an den neuen Standort an der Baueshütte gezielt mit Fördermitteln begleitet wurde. „Solche Fälle zeigen eindrucksvoll, wie das RWP-Programm Zukunftsfähigkeit schafft – nicht nur durch Wachstum, sondern auch durch erfolgreiche Übergaben an die nächste Generation“, so Herting.

Insgesamt seien auf diese Weise im vergangenen Jahr Zuschüsse in siebenstelliger Höhe für das regionale Handwerk entstanden, so Herting weiter. „Das zeigt, dass die Auseinandersetzung mit den hochattraktiven Investitionszuschüssen am Standort Mönchengladbach sich nicht nur für diejenigen Unternehmen lohnt, die sprichwörtlich Raketenwissenschaft betreiben, wie etwa der aktuelle Fall von Thrustworks am Flughafen. Sondern insbesondere auch für das Rückgrat der heimischen Wirtschaft, nämlich für die kleinen und mittelgroßen Handwerksbetriebe.“

Quelle: WFMG

René Paulzen, Geschäftsführer der Bolko GmbH, im neuen vollautomatischen digitalen Plattenlager | Foto: Bolko GmbH