Mönchengladbach. In einem wirtschaftlichen Umfeld, das ganz Nordrhein-Westfalen unter Druck setzt, trotzt Mönchengladbach des Landestrend: Die Zahl der Insolvenzverfahren sank in unserer Stadt 2025 auf 583 Fälle – ein Rückgang von 7,5 Prozent gegenüber den 630 Verfahren des Vorjahres. NRW-weit stiegen die Verfahren im gleichen Zeitraum um 13,6 Prozent. Unter allen vergleichbaren kreisfreien Großstädten im Regierungsbezirk Düsseldorf ist Mönchengladbach die einzige mit einem Rückgang. Das geht aus der Insolvenzstatistik hervor, die IT-NRW jetzt veröffentlicht hat.
„Diese Zahlen sind kein Zufall. Sie sind das Ergebnis einer konsequenten Wirtschaftspolitik, eines resilient aufgestellten Mittelstands und eines Standorts, der seine Stärken kennt und gezielt ausbaut. Wir sind froh, dass Mönchengladbach in schwierigen Zeiten Stabilität beweist – für Unternehmen, Beschäftigte und Bürgerinnen und Bürger“, betont Oberbürgermeister Felix Heinrichs, der die erfreuliche Entwicklung der Insolvenzstatistik beim Regionalforum der IHK Mittlerer Niederrhein präsentierte.
Ein Gegentrend, der sich in Zahlen messen lässt
Der Vergleich mit unseren Nachbarstädten macht das Ausmaß deutlich. Während die bei der Zahl der Insolvenzverfahren zwischen 6 und knapp 19 Prozent zulegten, verbucht Mönchengladbach ein Minus von 7,5 Prozent. Besonders erfreulich ist, dass der Rückgang unsere gesamte Wirtschaft erfasst: Die Unternehmensinsolvenzen sanken um 8,0 Prozent auf 104 Fälle (2024: 113), die Verbraucherinsolvenzen um 9,0 Prozent auf 364 Fälle (2024: 400) und die eröffneten Verfahren insgesamt um 7,8 Prozent auf 540 (2024: 586). Dieser flächendeckende Rückgang über alle Verfahrensarten hinweg unterstreicht die strukturelle Stabilität unseres Wirtschaftsstandorts.
Bundesweit ist das Bild ein anderes: Creditreform und Destatis verzeichnen für 2025 rund 23.900 Unternehmensinsolvenzen – ein Plus von rund 8 bis 10 Prozent und der höchste Stand seit über einem Jahrzehnt. NRW trägt als bevölkerungsreichstes Bundesland die Hauptlast: 2024 wurden hier bereits 5.640 Unternehmensinsolvenzen registriert (+23,4 Prozent), und auch 2025 setzte sich der Anstieg unvermindert fort.
Die Ursachen des bundesweiten Anstiegs sind bekannt: das Auslaufen der Corona-Hilfsprogramme, gestiegene Zinsen, zwei Rezessionsjahre in Folge und strukturelle Schwierigkeiten in zentralen Wirtschaftssektoren. Dass Mönchengladbach sich dieser Entwicklung entzieht, ist kein Zufall.
Gesunder Branchenmix als Schutzschild
Mönchengladbach hat sich in den vergangenen Jahren konsequent von der einstigen Textilhochburg zu einem diversifizierten Wirtschaftsstandort weiterentwickelt. Logistik, Maschinenbau, Gesundheitswirtschaft und moderne Dienstleistungen bilden heute das wirtschaftliche Rückgrat unserer Stadt – Branchen, die von der aktuellen Insolvenzwelle weit weniger betroffen sind als Handel, Bau oder Gastgewerbe. Und auch deutschlandweite Standortvergleiche bestätigen den positiven Trend. Im IW-Dynamikranking 2024, das wirtschaftliche Entwicklung in 401 deutschen Regionen misst, erreicht Mönchengladbach Platz 27.
Den Weg weitergehen: Investitionen für die Zukunft
Dieser positive Trend ist kein Selbstläufer – wir sichern ihn aktiv. Mit dem Wissens- und Innovationscampus (WICMG), der Textilfabrik 7.0 an der Hochschule Niederrhein (25 Millionen Euro Landesförderung) und dem neuen Gewerbegebiet am Flughafen – dem ersten NRW-Projekt im Landesprogramm Go4Gewerbe – schaffen wir die Infrastruktur für das nächste Jahrzehnt. Die Hochschule Niederrhein und die mittelständische Wirtschaft sichert den Fachkräftenachwuchs. Der Gewerbesteuerhebesatz bleibt seit 2016 stabil bei 490 Prozent – ein klares Signal der Verlässlichkeit und Planungssicherheit für Unternehmen.“
(Hinweis zur Datengrundlage: Insolvenzstatistik IT.NRW, beantragte Insolvenzverfahren nach Gemeinden 2024/2025 (Stand 10.03.2026, Gemeindeschüssel 05116).
Quelle: Stadt Mönchengladbach